Voller Symbolkraft: Nordholzer Marineflieger zeigen starke Präsenz in Altenwalde
So etwas gab es noch nie: Das Nordholzer Marinefliegerkommando veranstaltete am Donnerstag seinen Neujahrsempfang auf der Standortschießanlage in Altenwalde. Dieser Hinweis auf die baldige Marine-Präsenz im Stadtteil war kaum mehr zu übersehen.
Neujahrsempfang bei den Nordholzer Marinefliegern: Viele Jahre lang bedeutete das üblicherweise gediegene Atmosphäre, Gastgeber im blauen Dienstanzug, im Hintergrund die Luftfahrzeuge des Geschwaders. Der Termin am Donnerstag hingegen unterschied sich deutlich von dieser Vorstellung - angefangen damit, dass der Empfang nicht in Nordholz stattfand, sondern an der Standortschießanlage im Altenwalder Forst.
Flecktarn für die Marine-Angehörigen und ein warmer Anorak für die Gäste empfahlen sich für die Zusammenkunft bei eisiger Kälte unter freiem Himmel. Natürlich hatte der Kommandeur des Marinefliegerkommandos, Kapitän zur See Broder Nielsen, diesen Ort - inmitten der Entscheidungsphase über die Reaktivierung des Standorts - nicht umsonst gewählt. Insgeheim warteten viele Gäste auf klare Signale zur Bestätigung der in der Luft liegenden Entscheidung.


Der Kommandeur machte keinen Hehl daraus, wie sehr der Standort Nordholz auf weitere Infrastruktur, Häfen und Ausbildungsstätten angewiesen ist und welcher Gewinn darin für die Stadt Cuxhaven und die ganze Region mitschwingen würde. "1000 oder 2000 junge Soldaten würden der Stadt gut zu Gesicht stehen", bemerkte er in Richtung des Cuxhavener Oberbürgermeisters Uwe Santjer, verbunden mit der ausdrücklichen Anerkennung für den einstimmigen Beschluss des Rates der Stadt, sich für eine Reaktivierung der Altenwalder Kaserne einzusetzen. Nielsen rechnet in dem Zuge auch mit einer starken Ansiedlungsbewegung von Betrieben der Luftfahrtindustrie.
"Die ganze Gesellschaft muss sich verantwortlich fühlen"
Über allem aber stehe, so Nielsen, Deutschlands Verteidigungsfähigkeit und damit die Sicherheit der gesamten Nation. In einem leidenschaftlichen Statement forderte er das Verantwortungsbewusstsein und das Mitwirken der gesamten Gesellschaft bei diesem Aufbauprozess, der - vor allem anderen - ein enormes personelles Wachsen erfordere.

Den Neujahrsempfang in genau diesem Setting wollte Broder Nielsen als Auftakt zu einem Brückenschlag in die Bevölkerung verstanden wissen. Ganz bewusst bat er die hochrangigen Gäste aus Stadt- und Kreisverwaltung, Kirche, Militär, Behörden, Katastrophenschutzorganisationen und Serviceclubs, in der Öffentlichkeit für die Nordholzer Marineflieger einzustehen. Weiterhin wollte er am Donnerstag ein Forum für all die Menschen schaffen, die bereits zuverlässig in der Bundeswehr ihren Dienst tun.


Deshalb fanden sich die Gäste umgeben von einer Szenerie, die den meisten beim Gedanken an die Marine nicht unbedingt als Erstes in den Sinn kommen würde: Tarnen und Täuschen, Leben im Felde, ein gut gesicherter Checkpoint, ABC-Abwehr und einiges mehr wurden lebendig dargestellt. Soldatinnen und Soldaten stellten an verschiedenen Stationen ihre Ausstattung dafür vor und gaben bereitwillig Auskunft. Das Ganze stellte bereits einen Vorgeschmack auf den am 6. Juni dieses Jahres in Nordholz anstehenden "Tag der Bundeswehr" dar; eine Großveranstaltung, zu der rund 60.000 Besucher erwartet werden.
