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Grusel mit Jahrespause: So schaurig-schön leuchtete der Von-Elm-Weg zu Halloween 2025. Nico und Kim Leucht planen, die Nachbarschaft 2027 wieder einzuladen. Foto: Archiv/Leucht
Grusel mit Jahrespause: So schaurig-schön leuchtete der Von-Elm-Weg zu Halloween 2025. Nico und Kim Leucht planen, die Nachbarschaft 2027 wieder einzuladen. Foto: Archiv/Leucht
Veranstalter ziehen die Reißleine

Halloween in Sahlenburg abgesagt: Nachbarschaftsstreit stoppt Grusel-Spektakel

von Jens Potschka | 28.10.2026 Zuletzt aktualisiert: 28.10.2026 17:38 Uhr

Halloween abgesagt: Am Von-Elm-Weg in Sahlenburg endete der schaurige Familien-Spaß abrupt. Nachbarschaftsstreit und eine geplatzte Straßensperrung vereiteln die Pläne von Familie Leucht. Doch das letzte Gruseln ist nicht vorbei …

Kürbisse, Nebelschwaden, Fledermäuse mit Kindernamen in den Bäumen: Im vergangenen Jahr verwandelte sich der Von-Elm-Weg in Sahlenburg in die "Von-Elm-Street". 400 bis 500 Menschen kamen am Halloween-Abend, schätzt Organisator Nico Leucht. In diesem Jahr fällt das Spektakel aus. Leucht und seine Frau Kim haben die Veranstaltung offiziell abgesagt. Gestoppt hat sie nicht die Stadt, sondern der Ärger mit den eigenen Nachbarn.

Größer, heller, schauriger geplant

Dabei hatte das Ehepaar Großes vor. "Wir wollten es sogar noch vergrößern", sagt Nico Leucht. Landwirte aus der Umgebung hatten zugesagt, beim Spannen der Dekoration über die Bäume zu helfen. Gruselfiguren sollten die ganze Straße säumen, ein DJ sollte leise, schaurige Klänge auflegen. In der Garage der Leuchts waren wieder Airbrush-Tattoos und eine Bastelstation für Kinder geplant.

Weil der Andrang im Vorjahr so groß war, verlangte die Stadt diesmal eine Veranstaltungsgenehmigung, eine Versicherung und eine Sperrung der Straße. Für Leucht kein Hindernis. "Wir hätten das alles selbst bezahlt", sagt er. Die Stadtverwaltung lobt er ausdrücklich: "Die waren wirklich hilfsbereit." Kim Leucht verteilte Flyer in der Nachbarschaft, auf denen jeder ankreuzen konnte, wie er helfen möchte, ob mit einem Stromkabel oder einer Steckdose vom Balkon. Die Resonanz blieb gering.

Eine halbe Stunde Gegenwind

Dann kündigte Nico Leucht in der Sahlenburger Infogruppe, einem WhatsApp-Kanal mit rund 350 Mitgliedern, die Straßensperrung an. Er bat die Anwohner um Verständnis, ihr Auto für ein paar Stunden woanders abzustellen. Die Antworten fielen anders aus als erhofft. Einige Nachbarn lehnten die Sperrung ab, andere schlugen vor, lieber im Sommer ein Straßenfest zu feiern. Wieder andere verwiesen auf Ärger aus dem Vorjahr. Schon damals hatten sich Einzelne über künstliche Spinnweben in den Büschen beschwert, aus Sorge um die Tiere.

"Innerhalb einer halben Stunde war das Thema durch", sagt Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen. Dann stand die Absage in der Gruppe. Leucht befürchtete, dass am Abend selbst Beschwerden bei der Stadt eingehen und die Veranstaltung aufgelöst werden müsste. Dieses Risiko wollte er nicht eingehen. Besonders getroffen hat der Gegenwind seine Frau. "Sie war enttäuscht und wirklich verletzt", sagt Leucht. "Sie setzt sich hin, macht sich Mühe, bastelt, denkt sich Dinge aus, die die Kinder machen können."

Geld verdienen wolle das Ehepaar mit der Gruselnacht nicht. Leucht arbeitet in Vollzeit beim Roten Kreuz und steckt Freizeit und eigenes Geld in das Projekt. "Ich will kein Geld, die sollen mir nichts spenden", sagt er. "Aber dass man akzeptiert, dass die Straße für einen Abend gesperrt wird, kann ich schon erwarten." Zuspruch erfährt er trotzdem. "Ich laufe durch den Ort und werde angesprochen. Ich kenne die Leute nicht mal, aber die wissen, was wir gemacht haben." Das sei schön zu hören. Und doch bleibt ein fader Beigeschmack.

Auch Claudia Bönnen bedauert die Absage. "Die waren wirklich mit Herzblut dabei", sagt sie. "Ich fördere so ein Engagement und finde, dass das für Sahlenburg eine schöne Sache ist." Was genau den Unmut ausgelöst hat, kann sie nicht sagen. Sie vermutet, dass sich manches schon im Vorjahr angestaut hat. "Manchmal kommt das ja erst ein Jahr später hoch."

Neuer Anlauf mit Vorlauf

Aufgeben möchten die Leuchts nicht. Nach Rücksprache mit der Stadt steht für Nico Leucht fest: "Im nächsten Jahr wird sie stattfinden." Die Straßensperrung möchte er dann genau einen Monat vorher ankündigen. "Dann wissen es alle rechtzeitig vorher", sagt er. Wer am Abend wegfahren wolle, könne sein Auto beizeiten umparken. Die Stadt hat über das Ordnungsamt ihre Hilfe angeboten. Die "Von-Elm-Street" macht also nur ein Jahr Pause.

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Jens Potschka

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