Aus dem Jahr 1970 stammend hat das WC-Gebäude auf dem Wochenmarktplatz definitiv schon bessere Tage gesehen. Dass die Toilette durch einen Neubau ersetzt werden soll, hat aber auch mit der Absicht zu tun, eine behindertengerechte und energetisch zeitgemäße Anlage zu schaffen. Foto: Koppe
Aus dem Jahr 1970 stammend hat das WC-Gebäude auf dem Wochenmarktplatz definitiv schon bessere Tage gesehen. Dass die Toilette durch einen Neubau ersetzt werden soll, hat aber auch mit der Absicht zu tun, eine behindertengerechte und energetisch zeitgemäße Anlage zu schaffen. Foto: Koppe
Öffentliche Toilettenanlage

Warum der WC-Neubau auf dem Cuxhavener Wochenmarktplatz wohl deutlich teurer wird

von Kai Koppe | 06.08.2024

Öffentliche WCs auf dem Wochenmarktplatz machen Sinn. Weil die Ansprüche an solche Toiletten-Anlagen heute andere sind als noch vor 50 Jahren, wird es an der Cuxhavener Beethovenallee einen Neubau geben. Der allerdings wird teurer als geplant.

Aufgrund gestiegener Baupreise kostet das Vorhaben wohl 320.000 Euro (statt der ursprünglich veranschlagten 250.000). "Das sind 70.000 Euro mehr, die mir wehtun", bekannte Cuxhavens Kämmerer Marcus Itjen, der darüber hinaus keinen Hehl daraus machte, dass er sich über die Ablehnung eines im Projektrahmen gestellten Förderantrages ärgert. Im Rathaus hatte man damit gerechnet, über das LEADER-Programm mit Mitteln in Höhe von 125.000 Euro bedacht zu werden. Nach einem abschlägigen Bescheid muss die Stadt die geplante WC-Anlage jedoch komplett aus eigener Tasche bezahlen.

Sonnenstrom auch für ein paar Ladesäulen nebenan?

So schmerzhaft das sein mag, so unumgänglich scheint der Neubau: Das bestehende Toilettenhäuschen stammt aus dem Jahr 1970 und darf allein aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes als abgängig gelten. Dazu kommt, dass das Bestandsgebäude die Belange von Menschen mit Handicap kaum berücksichtigt. Im städtischen Finanzausschuss, wo das Neubau-Vorhaben am Montag Thema war, sprachen die Delegierten um den Ausschussvorsitzenden Volker Kosch die Verpflichtung an, eine behindertengerechte Lösung zu schaffen.

Realisiert werden soll der Neubau außerdem unter zeitgemäßen energetischen Gesichtspunkten. Was bedeutet, dass der Baukörper, der neben Toiletten (männlich, weiblich, divers) das besagte Behinderten-WC, eine Putzmittelkammer sowie ein Marktleiter-Büro beherbergen soll, unter Verzicht auf fossile Energieträger wie Gas oder Öl beheizt werden kann. Gewährleistet wird das durch eine Wärmepumpe, die - so der Plan - durch eine Photovoltaikanlage auf dem nach Süden ausgerichteten Dach betrieben wird.

In der Sitzung sprach sich CDU-Ratsherr Enak Ferlemann dafür aus, einen Schritt weiterzugehen: Wo man schon über Solarenergie rede, sollte man auch an E-Bikes und Elektroautos auf dem Parkplatz nebenan denken, die in der Standzeit mit Sonnenstrom aufgeladen werden könnten. Ladesäulen (oder zumindest die dafür nötigen Leerrohre) sollte man nach Ferlemanns Auffassung beim WC-Bau einplanen - ein Vorschlag, der bei Gunnar Wegener (SPD) und Robert Babacé (Grüne) ausdrücklich auf Zustimmung stieß. Abgestimmt werden soll die Maßnahme nun mit dem Fachbereich Straße und Verkehr, der nach Verwaltungsangaben ohnehin schon ermittelt, an welchen Stellen im Stadtgebiet Ladepunkte gebraucht werden.

Vandalismus ist in dieser Ecke ein Thema

"Die nötige Nachfrage dürfte dort gegeben sein", prognostizierte Ferlemann. In Bezug auf den Standort Wochenmarktplatz wies er allerdings auch auf ein potenzielles Vandalismusproblem hin. Nachdem es sich um eine nach Tagesende unbelebte Ecke handele, müsse die Verwaltung überlegen, inwieweit sie das Umfeld des Neubaus ausleuchte oder mit Kameras sichere. Die Ausstattung der Toiletten selbst soll im Übrigen vandalismussicher ausfallen: Heutzutage müssten Becken und Ähnliches leider aus Edelstahl (statt aus Keramik) gewählt werden, sagte Erster Stadtrat Itjen nicht ohne Bedauern. Itjen rechtfertigte ferner ein von der Ausschussmehrheit gebilligten Wechselspiel: Dass ein Teil der WC-Baukosten (170.000 Euro) aus Mitteln bestritten werden soll, die ursprünglich für ein Verkehrsprojekt vorgesehen waren, sei der zeitlichen Abfolge geschuldet und "keine Entscheidung gegen die Querspange Döse". Ratsfrau Beatrice Lohmann (CDU) blieb in diesem Punkt skeptisch.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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