Wrackbergung vor Cuxhaven: "Ethel von Brixham" liegt in Trümmern auf Schwimmkran
Zwei Wochen nach der Havarie des Gaffelschoners "Ethel von Brixham" vor Cuxhaven ist das Schiff am Sonnabend (14. Februar) geborgen worden. Die Bergung sei professionell verlaufen, teilt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee (WSA) mit.
Die Bergung des Traditionsschiffes gestaltete sich aufwendig und herausfordernd. Der 55 Meter lange Schwimmkran "Enak" (Baujahr 1967, hebt bis zu 600 Tonnen) der Hamburger Hafenfirma Lührs war ebenso im Einsatz wie das Arbeitsschiff "Friederike" und die Schlepper "Arion" und "Bösch". Das WSA begleitete die Bergungsarbeiten mit ihrem Arbeitsschiff "Mittelgrund".
Mithilfe des Schwimmkran-Greifers wurde die "Ethel von Brixham" angehoben. Dabei zerbrach der Rumpf des Zweimasters (Baujahr: 1890) in zwei Teile, die laut WSA kontrolliert nacheinander auf einen Ponton gesetzt wurden. "Die Tanks blieben während des gesamten Einsatzes unbeschädigt, sodass es zu keiner Gewässerverunreinigung kam", sagt Kai Ewers, Pressesprecher des WSA Elbe-Nordsee.
Mit einsetzendem Niedrigwasser erfolgte am Abend eine abschließende Nachsuche nach verbliebenen Wrackteilen. Anschließend wurde der Ponton nach Cuxhaven gebracht.
Aus Sicht des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe-Nordsee wurde die Maßnahme durch den Auftragnehmer "professionell und erfolgreich" durchgeführt. "Die vom Havaristen ausgehende Gefahr für die Schifffahrt und die Umwelt ist vollständig beseitigt", so Ewers.
Vier Segler und einen Hund gerettet
Das rund 30 Meter lange Traditionsschiff war am 31. Januar auf einen Steindamm in der Außenelbe aufgelaufen und saß dort fest. Die Seenotretter und ein Schiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes retteten vier Segler und einen Hund von Bord.
Versuche, das Schiff freizuschleppen, scheiterten zunächst. Die Bergung wurde durch Ostwind und besonders niedrige Wasserstände erschwert, wie die Behörde mitteilte. Das WSA beauftragte schließlich ein Spezialunternehmen.
Die Experten begutachteten den Havaristen vorab und stellten schwere Schäden im Schiffsrumpf fest. "Das ist ein wirtschaftlicher Totalschaden", sagte ein WSA-Sprecher. Auch die Bergung kostete viel Geld. Die Behörde spricht von einem sechsstelligen Betrag, den der Eigentümer übernehmen muss.








