Zufällige Begegnung bringt Naturprojekt in Cuxhavener Kindergarten ins Rollen
Im AWO-Sprachheilkindergarten in Cuxhaven wird der Außenbereich naturnah umgestaltet. Gemeinsam mit Kindern, Eltern und einer Expertin aus der Nachbarschaft entstehen neue Lebensräume für Insekten und Erfahrungsräume für die Kinder.
Der Außenbereich des AWO-Sprachheilkindergartens in Cuxhaven soll künftig mehr sein als ein klassischer Spielplatz. Die Kita hat sich ein besonderes Ziel gesetzt: mehr Natur zulassen, Lebensräume für Insekten schaffen und Kindern schon früh ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt vermitteln. Dabei holte sich das Team Unterstützung direkt aus der Nachbarschaft.
Ein Zufall bringt die Idee ins Rollen
"Der Spielplatz war mir immer zu langweilig und zu vorgegeben", erzählt Einrichtungsleiterin Bianca Scholz im Gespräch mit CNV-Medien. Mehr Fantasie, mehr Natur und mehr Möglichkeiten zum Entdecken - das wünschte sich das Team der Kita schon länger. Der entscheidende Zufall kam dann bei einem Spaziergang: Eine Erzieherin entdeckte im Vorgarten der Cuxhavenerin Elke Ohrmann ein Schild mit der Aufschrift "Hier entsteht ein Naturgarten". Kurzerhand sprach sie Ohrmann an und holte sie mit ins Boot.

Gemeinsam anpacken für Mensch und Natur
Seitdem arbeiten Kita und Naturgarten-Liebhaberin eng zusammen. Gemeinsam mit Kindern, Eltern und Erzieherinnen wurde bereits kräftig angepackt. Entstanden sind unter anderem eine Benjeshecke, ein Sandarium für Wildbienen, ein Gemüsegarten, eine kleine Infoecke sowie ein Wahrnehmungspfad, den die Kinder barfuß erkunden können. Gerade das passt gut zum Konzept des Sprachheilkindergartens. Dort werden Kinder mit Sprach- und Entwicklungsverzögerungen begleitet, bei denen Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt. Die Natur soll deshalb nicht nur Insekten helfen, sondern auch den Kindern neue Erfahrungen ermöglichen.

Offene Ohren für neue Ideen
"Wir lernen gerade selbst, wie wenig naturnah viele Außenbereiche eigentlich gestaltet sind", sagt Bianca Scholz über die eher zufällige Zusammenarbeit mit Elke Ohrmann. Gleichzeitig wolle die Kita Verantwortung übernehmen und Kindern vermitteln, warum ein Umdenken im Umgang mit Natur wichtig sei.
Auch für die 68-jährige Cuxhavenerin ist das Projekt etwas Besonderes. Seit rund drei Jahren beschäftigt sich Elke Ohrmann intensiv mit dem Thema Insektensterben und hat ihren eigenen Garten Schritt für Schritt naturnah umgestaltet. "Normalerweise stößt man mit dem Thema eher auf Ablehnung", erzählt sie. Viele Menschen seien mit dem Gedanken aufgewachsen, dass ein Garten immer ordentlich aussehen und das ganze Jahr über blühen müsse.
Besonders am Herzen liegt ihr dabei die Zukunft kommender Generationen. Als Mutter von fünf Kindern und Großmutter von fünf Enkelkindern beobachtet sie das Insektensterben mit großer Sorge.
Tipps für mehr Artenvielfalt
Auch ganz praktische Tipps bringt sie mit ein. Apps wie "NaturaDB" oder "Flora Incognita" empfiehlt sie, um Pflanzen im eigenen Garten zu bestimmen und mehr über heimische Arten zu lernen.
Im AWO-Sprachheilkindergarten wächst nun Schritt für Schritt ein Außengelände, das nicht nur Spielraum, sondern auch Lernort und Lebensraum sein soll - für Kinder ebenso wie für Insekten.
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