9/11 hatte auf die Marineflieger aus Nordholz nachhaltigen Einfluss
Die Anschläge vom 11. September 2001 veränderten auch die Welt der Nordholzer Marineflieger grundlegend. Die Operationen "Enduring Freedom" und "Atalanta" brachten sie von Mombasa bis Djibouti, immer mit der Herausforderung im Kampf gegen den Terror.
Die Anschläge des 11. Septembers 2001 vor genau 25 Jahren hatten direkte und nachhaltige Auswirkungen auf die Nordholzer Marineflieger. Kommodore und Kapitän zur See Oliver Ottmüller des MFG 3 war seinerzeit gerade mal ein halbes Jahr Staffelkapitän in Nordholz und erinnert sich sehr genau an diesen Tag, der die Welt verändern sollte.
Damals befand er sich bei seiner Staffel im Aufenthaltsraum, der Fernseher lief. Dort verfolgte man gemeinsam sprachlos und geschockt diese Bilder der Anschläge. Fregattenkapitän Marc H., damals Einsatzstabsoffizier in der Staffel, erfuhr von dem Attentat zunächst aus dem Autoradio auf dem Heimweg. Am nächsten Tag hatte der Pilot den Auftrag, nach Frankreich zu fliegen. Dieser Einsatz bleibt ihm immer in Erinnerung: "Ich habe noch niemals einen so ruhigen, disziplinierten und reduzierten Funkverkehr wie an diesem 12. September 2001 erlebt. Alle standen noch unter Schockstarre …"
Zu einer speziellen Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen vor Ort selbst sei es in Folge des Terrorangriffs in Nordholz nicht gekommen. Aber 9/11 habe das Geschwader mit seinem gesamten fliegerischen und technischen Personal nachhaltig geprägt. Das ging bis in alle Familien, erklärt Ottmüller.
Denn ein halbes Jahr später - im März 2002 - hatte die Marine ihren ersten großen Auftrag im Zuge der Terrorabwehr der sogenannten "Operation Enduring Freedom". Daran direkt beteiligt waren auch Militärkräfte aus Nordholz. Das MFG 3 baute zunächst im kenianischen Mombasa ihr erstes Kontingent auf. "Enduring Freedom" war die militärische Großoperation der USA und ihrer Verbündeten als direkte Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September. Die Umstände in Afrika waren für die Kräfte aus Nordholz völlig neu. Hinzu kam ein unkalkulierbares Risiko. "Wir wussten ja nicht, wie sicher die Umgebung überhaupt war", erklärt Fregattenkapitän H.
"Damals gab es noch kein WhatsApp. Wenn wir mit unserer Familie kommunizieren wollten, haben wir im Hotel E-Mails geschrieben, auf Disketten gespeichert und dann zur Übermittlung in die Heimat übergeben", erinnert sich H. und Kommodore Ottmüller weiß von einem Mombasa-Aufenthalt, bei dem das gesamte militärische Personal in einem Hotel untergebracht war. Dort standen für Telefonate in die Heimat drei Apparate nebeneinander auf einem Tisch, getrennt nur durch eine Sperrholzplatte. "An Privatatmosphäre war da nicht zu denken …"
Zuvor flogen die Marineflieger zwar auch Auslandseinsätze, etwa während des Jugoslawienkrieges über dem Mittelmeer, aber nicht so weit und so lange von zu Hause wie die am Horn von Afrika. Anderthalb Jahre erfolgte der Einsatz der Aufklärungsflugzeuge - erst Breguet Atlantic, später P‑3 Orion - von Mombasa aus, später erfolgte die Verlegung in die somalische Küstenstadt Djibouti.
Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus sicherten die Seefernaufklärer des MFG 3 die Seewege rund um die Arabische Halbinsel. Sie erstellten maritime Lagebilder, um Waffenlieferungen und Fluchtbewegungen von Terroristen über das Meer zu verhindern. Nicht nur Flugzeuge, auch Hubschrauber aus Nordholz kamen am Horn von Afrika zum Einsatz.
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