Zementmuseum in Hemmoor: Ist der Zeitplan für die Sanierung noch zu halten?
In Hemmoor gibt es einen Wettlauf mit der Zeit: Wird die Instandsetzung des Zementmuseums nicht rechtzeitig abgeschlossen, droht ein Wegbrechen der Fördermittel. Aber was hat dazu geführt?
Wie man sieht, sieht man (fast) nichts: Die Sanierung des Hemmoorer Zementmuseums kommt nur schleppend voran. Zwar stehen Fördermittel bereits seit drei Jahren bereit, doch noch ist völlig unklar, wann die Maßnahmen beendet sein werden. Wird eine bereits verlängerte Frist nicht eingehalten, droht der Verfall der Zuschüsse in Höhe von 300.000 Euro.
Nachdem der Förderbescheid 2023 im Hemmoorer Rathaus eingetroffen war, tat sich lange Zeit nichts. Das lag weniger an der Verwaltung, als vielmehr an der Politik. Erst 2024 kam Bewegung in die Angelegenheit, nachdem die Verwaltung Klarheit über die weitere Vorgehensweise verlangte: "Sollte sich gegen den Erhalt des Zementmuseums und der Schute ausgesprochen werden, ist ein entsprechender Rückbau sowie eine Entsorgung erforderlich", hieß es in einer Vorlage.
Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, denn plötzlich wurde darüber gesprochen, wie das ganze Projekt geschultert werden könnte. Neben den 300.000 Euro musste noch ein Eigenanteil von 130.000 Euro veranschlagt werden.
Zwischenzeitlich rund 2000 Beschäftigte
Mit dem vor 40 Jahren eingeweihten Museum soll an die lange Tradition der Zementproduktion an der Oste erinnert werden. Das Zementwerk war mit rund 2000 Beschäftigten zwischenzeitlich der größte Arbeitgeber im Elbe-Weser-Dreieck. Mitte der 80er-Jahre erfolgte dann allerdings die Werksstillegung, der Abriss und die Sprengung der Gebäudekomplexe und Anlagen. Einige Exponate wurden jedoch gesichert und später im Museum an der B 73 präsentiert; darunter auch eine Zementschute.
Zwar gab es immer wieder Unterhaltungsmaßnahmen, aber das Museumsgelände wurde insgesamt von Jahr zu Jahr unansehnlicher. Der Rost griff immer weiter um sich, die Außenanlagen mit den Wegen und Sitzgelegenheiten verkamen.
Im März wurde quasi öffentlich dann der Startschuss für die Sanierungsarbeiten gegeben. Ehrenamtlich tätige Hemmoorer packten an einem Aktionstag an und entfernten Steine der Gehweganlagen. Auch einige Exponate wurden von Firmen entrostet und mit einer wetterfesten Farbschicht überzogen. Doch das war's dann auch schon.
"Schadstoffe an Exponaten"
"Die Sandstrahl- und Lackierarbeiten lassen immer noch auf sich warten. Die beauftragte Firma hat zuerst aufgrund des langen Winters nicht starten können. Dann hat die Firma Bedenken bezüglich möglicher Schadstoffe an den Exponaten angemeldet", erklärte Verwaltungschef Jan Tiedemann erst Ende August auf einer Ratssitzung.
Erste Untersuchungen seien - so Tiedemann im Rat - bereits vor der Ausschreibung veranlasst und die Ergebnisse der Ausschreibung beigefügt worden. Der beauftragte Gutachter habe dann in Abstimmung mit der Verwaltung und der beauftragten Firma weitere Schadstoffuntersuchungen vorgenommen. Aufgrund weiterer Schadstoffe sei ein Arbeits- und Sicherheitsplan notwendig: "Es war nicht ganz einfach, eine Fachfirma zu finden, die einen solchen Arbeits- und Sicherheitsplan für uns erarbeitet und aufstellt. Die beauftragte Firma war zuerst auch nicht bereit, hierbei zu unterstützen. Zwischenzeitlich ist diese Unterstützung aber erfolgt."
Die Firma habe auf Nachfrage bestätigt, dass die Maßnahme noch rechtzeitig umgesetzt werden kann.
Aber was heißt schon "rechtzeitig"? Ursprünglich hätten die Maßnahmen bereits Ende Juni abgeschlossen sein müssen. Doch da dies absehbar nicht klappen würde, gab es eine Fristverlängerung bis Ende des Jahres. Kann auch dann noch nicht abgerechnet werden, droht der Verlust der Zuschüsse.
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