Die Züge von Start Unterelbe pendeln noch bis August zwischen Cuxhaven und Hamburg. Dann ist DB Regio für die Strecke zuständig. Archivfoto: Keck
Die Züge von Start Unterelbe pendeln noch bis August zwischen Cuxhaven und Hamburg. Dann ist DB Regio für die Strecke zuständig. Archivfoto: Keck
Übernahme durch DB Regio

Neue Betreiber, alte Züge: Was sich auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven wirklich ändert

von Märthe Werder | 06.02.2026

Die DB Regio übernimmt die Strecke Hamburg-Cuxhaven. Für Fahrgäste bedeutet das: gleicher Fahrplan unter neuem Logo. Bei den Zügen setzt die DB Regio auf Erneuerung. 

In rund einem halben Jahr werden gelbe Züge im Cuxland zur Rarität - um nach und nach zu verschwinden: Noch bis zum 31. Juli 2026 fahren die Züge von Start Unterelbe wie gewohnt zwischen Hamburg und Cuxhaven - ab dann übernimmt die DB Regio vollständig. Welche Auswirkungen der Wechsel auf die Fahrgäste hat, bleibt abzuwarten.

Die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH wird bis zum 1. August 2026 aufgelöst. Das betrifft Strecken in Niedersachsen, darunter auch den Regionalexpress 5 (RE5), der die Strecke zwischen Hamburg-Hauptbahnhof und Cuxhaven bedient. Dort ist auch der Sitz der Gesellschaft. Sowohl bei Start als auch bei DB Regio handelt es sich um 100-prozentige Tochterunternehmen des Konzerns Deutsche Bahn.

Keine Veränderungen für Fahrgäste

Der Vorstand der DB Regio habe beschlossen, die Start GmbH vollständig in die DB Regio AG zu integrieren, so ein Sprecher der Bahn auf Nachfrage von cnv-medien.de. Dadurch soll erreicht werden, dass die betriebenen Verkehre stabiler, wirtschaftlicher und zukunftsfähiger werden, heißt es. Bis zum 1. August soll dafür eine vollständige Verschmelzung der Unternehmen erfolgen. Bis dahin laufe der Betrieb regulär unter Start Unterelbe weiter, heißt es.

Für die Fahrgäste soll sich durch die Übernahme nichts verändern. Die Züge sollen weiterhin wie gewohnt fahren und die Leistungen bestehen bleiben, teilt ein Sprecher der Bahn auf Nachfrage mit. Nach der Übernahme läuft der Zugverkehr dann einheitlich unter dem Namen von DB Regio. Die Züge bleiben erhalten. "Nur das Logo ändert sich."

Setzen auf Wissen, Erfahrung und Kompetenz

Zudem werden erfahrene Mitarbeiter weiterhin auf den Strecken im Einsatz sein. "Die Mitarbeitenden der regionalen Geschäftseinheiten der Start GmbH werden eins zu eins durch die jeweiligen Bereiche der DB Regio AG übernommen", bestätigt ein Bahnsprecher. Wissen, Erfahrung und Kompetenz sollen durch die Übernahme erhalten bleiben und sicherstellen, dass es einen betrieblich stabilen Übergang gibt. "Nach und nach können Fahrgäste auch Mitarbeitende in DB-Unternehmensbekleidung in den Start-Zügen sehen", heißt es.

Die Integration soll genutzt werden, um den Zugbetrieb zu stabilisieren. Die nächsten Monate werden genutzt, um Standards und Prozesse der DB Regio auf der Strecke einzuführen, so der Sprecher. Dies werde sich konkret auf die Personaldisposition, also die Planung und Einteilung von Mitarbeitenden, sowie die Instandhaltungsprozesse auswirken, teilt er mit. "Dadurch erhoffen wir uns einen stabileren Betrieb und weniger Fahrzeugausfälle."

Erneuerung statt Austausch der Züge

Auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven kam es - gerade in jüngerer Vergangenheit - mehrfach zu Problemen aufgrund von technischen Defekten. Die Pressestelle von Start Unterelbe verwies auf Anfrage zur Übergabe an DB Regio. Deren Sprecherin gibt an, dass man bereits dabei sei, in einzelnen Regionen den Betrieb zu stabilisieren und die Qualität der Verkehre zu verbessern. Dies geschehe immer in Abstimmung mit den jeweiligen Auftraggebern. "Damit fahren wir ein reduziertes, aber stabiles und verlässliches Angebot. Fahrgäste können damit planen", verdeutlicht sie. Zudem sei die DB Regio in Niedersachsen dabei, die vorhandenen Fahrzeuge "auf ein einsatzfähiges Niveau" zu heben, heißt es.

Ob der Fahrzeug-Pool vergrößert oder umstrukturiert wird, beantwortete die Sprecherin nicht und verwies an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). "Mit der Übernahme des Verkehrs durch DB Regio ist keine Einführung neuer Fahrzeuge vorgesehen", teilt die Pressestelle der LNVG auf Nachfrage mit. Die bestehende Flotte werde kontinuierlich technisch überwacht und instandgehalten, heißt es. "Aus unserer Sicht gibt es aktuell keine Auffälligkeiten oder eine Häufung technischer Defekte." Die eingesetzten doppelstöckigen Züge auf der Strecke Cuxhaven-Hamburg würden aktuell eine Hauptuntersuchung durchlaufen - Sitze, Außenlackierung, Fahrgastinformationssysteme, WLAN und Steckdosen würden dabei erneuert werden. "Damit stellen wir sicher, dass die Fahrzeuge auch weiterhin zuverlässig und zeitgemäß unterwegs sind", so die LNVG.

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Märthe Werder

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mwerder@no-spamcuxonline.de

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