Bremerhavener Botox-Prozess: Kundin berichtet von Schmerzen & misslungener Behandlung
Im Prozess gegen die Inhaberin eines Bremerhavener Kosmetikstudios meldet sich eine weitere ehemalige Kundin zu Wort. Sie berichtet von ausbleibenden Behandlungserfolgen, starken Kopfschmerzen und einer missglückten Hyaluron-Behandlung ihrer Tochter.
Im Prozess gegen die Inhaberin eines Bremerhavener Kosmetikstudios, die sich derzeit wegen 148 Fällen der schweren Körperverletzung in Tateinheit mit Betrug vor dem Landgericht Bremen verantworten muss, meldet sich nun eine weitere ehemalige Kundin zu Wort. Sie war nach eigenen Angaben 2025 mehrfach in dem Studio und ließ sich dort Botox sowie Hyaluron spritzen. "Ich bin geschockt über die Vorwürfe, die gegen die Inhaberin erhoben wurden", sagt sie.
Nach ihren Angaben habe sie ähnliche Erfahrungen gemacht wie andere Kundinnen. "Bei zwei Behandlungen trat kein oder nur wenig Effekt ein oder die Wirkungsdauer hielt nicht lange an", berichtet sie. Deshalb habe sie teilweise bereits nach 14 Tagen erneut einen Termin zur Nachbehandlung erhalten. Damals habe sie sich dabei nichts gedacht.
Besonders beschäftigt die Frau ein Termin Ende 2025. Am 23. Dezember sei sie gemeinsam mit ihrer Tochter in dem Studio gewesen. Diese habe sich die Lippen mit Hyaluron aufspritzen lassen. Nach dem Abklingen der Schwellung sei jedoch ein asymmetrisches Ergebnis zurückgeblieben. "Eine Kontaktaufnahme zwecks Korrektur scheiterte, da das Geschäft kurz darauf geschlossen hatte", erzählt die ehemalige Kundin.
Starke Kopfschmerzen und unsymmetrische Ergebnisse
"Vor allem stellt sich mir die Frage, ob zu dem Zeitpunkt schon ermittelt und dennoch weiter behandelt wurde." Sie fragt sich, ob mögliche gesundheitliche Folgen bewusst in Kauf genommen worden seien. "Alles wirkte professionell", sagt sie. Erst im Nachhinein erinnere sie sich an ein Gespräch über die Internetseite des Studios. Auf ihre Nachfrage, warum dort lediglich "Faltenbehandlung" und nicht ausdrücklich Botox erwähnt worden sei, habe die Inhaberin erklärt, der Website-Ersteller habe den Begriff versehentlich ausgelassen und werde dies noch korrigieren. "Nach den Vorwürfen, die jetzt abgearbeitet werden, wäre meine Vermutung, dass das eine Ausrede war", so die ehemalige Kundin.
Nach eigenen Angaben litt sie nach einer Behandlung unter starken Kopfschmerzen. Die Lippen ihrer Tochter hätten sich inzwischen wieder normalisiert. Trotz allem beschäftigt sie der Fall bis heute. "Mich macht das sprachlos. Es zeigt sich wieder: Man kann den Menschen nur vor den Kopf schauen." Den weiteren Verlauf des Prozesses wolle sie deshalb aufmerksam verfolgen.
Von Feenke Hornbostel
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