Ob Schützenfeste, Hochzeiten oder Preismaskerade: Die Ostehalle in Geversdorf ist auch 50 Jahre nach ihrer Eröffnung noch immer ein beliebter Veranstaltungsort. Foto: Kramp
Ob Schützenfeste, Hochzeiten oder Preismaskerade: Die Ostehalle in Geversdorf ist auch 50 Jahre nach ihrer Eröffnung noch immer ein beliebter Veranstaltungsort. Foto: Kramp
Jubiläum

Beliebter Veranstaltungsort: Die Ostehalle in Geversdorf feiert ihren 50. Geburtstag

von Christian Mangels | 07.06.2023

Wenn Häuser erzählen könnten, dann hätte dieses Gebäude jede Menge Gesprächsstoff zu bieten: Die Ostehalle in Geversdorf wurde am 8. Juni 1973 - vor 50 Jahren - feierlich eröffnet. 

Kaum ein anderes Gebäude in Geversdorf wird mit so vielen Emotionen, Erinnerungen und schönen Momenten in Verbindung gebracht wie die Ostehalle. Wie viele Konzerte und Bälle, Schützenfeste und Kundgebungen dort in den vergangenen fünf Jahrzehnten stattgefunden haben, ist unmöglich zu zählen. Von Billy Mo bis Gerhard Schröder - zahlreiche Musik- und Politgrößen gaben in der Ostehalle ihre Visitenkarte ab und machten den kleinen Ort weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt.

Das Ringen um einen Veranstaltungsort in Geversdorf begann bereits drei Jahre vor der Eröffnung der Ostehalle: Der Gemeinderat beschloss im Jahr 1970, für die Sportlerinnen und Sportler im Dorf Umkleidekabinen und Duschräume zu bauen. Diesem Plan widersprach die Kreisverwaltung mit dem Vorschlag, doch gleich eine komplette überdachte Sportanlage zu errichten. Zusammen mit dem Wingster Architekten H.A. Meyer entwickelte ein Gremium aus Ratsmitgliedern, Vereinsvertretern und der Verwaltung ein Planungsmodell, das eine Mehrzweckhalle und ein Dorfgemeinschaftshaus vorsah. Das Projekt wurde im Dezember 1971 vom Sozialministerium als förderungswürdig anerkannt.

Die Baukosten lagen bei 1,1 Millionen D-Mark. Besonderheit: Die Geversdorferinnen und Geversdorfer packten fleißig mit an und steckten rund 8500 ehrenamtliche Arbeitsstunden in "ihre" neue Halle. Eine besondere Rolle spielte der damalige Bürgermeister Erhard Bienge, der auch jene zu überzeugen wusste, denen das Vorhaben eine Nummer zu groß erschien.

Das Volk fehlte beim Volksfest in der Ostehalle

Am 8. Juni 1973 wurde die Ostehalle mit einem Fest- und Tanzabend eröffnet. Für Unterhaltung sorgten unter anderem die Prinzengarde Bremervörde, der Shanty-Chor aus Cuxhaven, der Geversdorfer Spielmannszug, die "Kings-Combo" und die "Schlagerinterpretin Monika aus Hamburg", wie in der Niederelbe-Zeitung vom 12. Juni 1973 nachzulesen ist. "Der kostbare Schwingfußboden musste beweisen, dass er nicht nur Turnschuhen, sondern auch zahlreichen Tanzbeinen gewachsen ist", berichtete die NEZ. Zwei Wochen später wurde mit einem Volksfest weitergefeiert, bei dem das Jugendblasorchester aus Bremerhaven musizierte und die Trachtengruppe aus Lamstedt tanzte. Leider war die Veranstaltung nicht besonders gut besucht: "Ein Volksfest sollte es sein, was jedoch ausblieb, war das Volk", schrieb die Niederelbe-Zeitung.

Es war die erste, aber nicht die letzte Krise, die die Ostehalle im Laufe der Jahre erlebte. Das Freizeitverhalten der Menschen veränderte sich, die Dorfgemeinschaftshäuser entwickelten sich zu einer handfesten Konkurrenz zur Ostehalle. Die hohen Unterhaltungskosten der Halle belasteten die Gemeinde Geversdorf. Diese und andere Sorgen im Oste-Dorf führten im November 2016 schließlich zur Fusion mit der Gemeinde Cadenberge.

Auch wenn die ganz großen Veranstaltungen heute eher die Ausnahme sind, haben die Ostehalle und der "Ostekrug" nach wie vor einen festen Platz im Herzen und in den Kalendern der Geversdorfer und ihrer Gäste. Ein nicht wegzudenkender und immer noch beliebter Klassiker ist beispielsweise die Preismaskerade in der Karnevalszeit.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

Google News

Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Hier CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinzufügen.


CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Christian Mangels
Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

cmangels@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Gefährliche Rauchgase

Cadenberger grillt in geschlossener Garage: Feuerwehr rettet Mann

Ein junger Mann aus Cadenberge (Samtgemeinde Land Hadeln/Kreis Cuxhaven) entkam nur knapp einer tödlichen Gefahr, als er in einer geschlossenen Garage grillte. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.

178 Jahre alte Zeitung

Auf Dachboden in Cadenberge: Erstausgabe der "Otterndorfer Zeitung" von 1848 gefunden

von Ulrich Rohde

Ein vergilbtes Heftchen von 1848, gefunden beim Aufräumen in Cadenberge, entpuppt sich als Original der ersten "Otterndorfer Zeitung". Ein Zeugnis der Pressegeschichte, das den Geist der Revolution atmet und in gutem Zustand erhalten ist.

Geplante islamistische Gewalttat

Razzien in Cadenberge: Hinweise auf mögliche Terrorpläne - Verdächtige auf freiem Fuß

von Tamina Francke

Nach Angaben der Polizei haben Ermittler in Cadenberge (Kreis Cuxhaven) und Bremerhaven mehrere Objekte durchsucht. Hintergrund ist der Verdacht einer geplanten islamistisch motivierten Gewalttat. Spezialkräfte (SEK) waren im Einsatz (Update).

 Zeitreise und Zuckerwatte

Tradition seit 1448: Cadenberger Frühjahrsmarkt zieht Besucher aus der Region an

von Bengta Brettschneider

Karussells drehen sich, Buden locken und der Duft von Schmalzkuchen liegt in der Luft. Der Frühjahrsmarkt in Cadenberge (Kreis Cuxhaven) verbindet jahrhundertealte Tradition mit modernem Trubel und zieht Besucher aus der ganzen Region an. Mit Fotos.