Beliebter Veranstaltungsort: Die Ostehalle in Geversdorf feiert ihren 50. Geburtstag
Wenn Häuser erzählen könnten, dann hätte dieses Gebäude jede Menge Gesprächsstoff zu bieten: Die Ostehalle in Geversdorf wurde am 8. Juni 1973 - vor 50 Jahren - feierlich eröffnet.
Kaum ein anderes Gebäude in Geversdorf wird mit so vielen Emotionen, Erinnerungen und schönen Momenten in Verbindung gebracht wie die Ostehalle. Wie viele Konzerte und Bälle, Schützenfeste und Kundgebungen dort in den vergangenen fünf Jahrzehnten stattgefunden haben, ist unmöglich zu zählen. Von Billy Mo bis Gerhard Schröder - zahlreiche Musik- und Politgrößen gaben in der Ostehalle ihre Visitenkarte ab und machten den kleinen Ort weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt.
Das Ringen um einen Veranstaltungsort in Geversdorf begann bereits drei Jahre vor der Eröffnung der Ostehalle: Der Gemeinderat beschloss im Jahr 1970, für die Sportlerinnen und Sportler im Dorf Umkleidekabinen und Duschräume zu bauen. Diesem Plan widersprach die Kreisverwaltung mit dem Vorschlag, doch gleich eine komplette überdachte Sportanlage zu errichten. Zusammen mit dem Wingster Architekten H.A. Meyer entwickelte ein Gremium aus Ratsmitgliedern, Vereinsvertretern und der Verwaltung ein Planungsmodell, das eine Mehrzweckhalle und ein Dorfgemeinschaftshaus vorsah. Das Projekt wurde im Dezember 1971 vom Sozialministerium als förderungswürdig anerkannt.
Die Baukosten lagen bei 1,1 Millionen D-Mark. Besonderheit: Die Geversdorferinnen und Geversdorfer packten fleißig mit an und steckten rund 8500 ehrenamtliche Arbeitsstunden in "ihre" neue Halle. Eine besondere Rolle spielte der damalige Bürgermeister Erhard Bienge, der auch jene zu überzeugen wusste, denen das Vorhaben eine Nummer zu groß erschien.
Das Volk fehlte beim Volksfest in der Ostehalle
Am 8. Juni 1973 wurde die Ostehalle mit einem Fest- und Tanzabend eröffnet. Für Unterhaltung sorgten unter anderem die Prinzengarde Bremervörde, der Shanty-Chor aus Cuxhaven, der Geversdorfer Spielmannszug, die "Kings-Combo" und die "Schlagerinterpretin Monika aus Hamburg", wie in der Niederelbe-Zeitung vom 12. Juni 1973 nachzulesen ist. "Der kostbare Schwingfußboden musste beweisen, dass er nicht nur Turnschuhen, sondern auch zahlreichen Tanzbeinen gewachsen ist", berichtete die NEZ. Zwei Wochen später wurde mit einem Volksfest weitergefeiert, bei dem das Jugendblasorchester aus Bremerhaven musizierte und die Trachtengruppe aus Lamstedt tanzte. Leider war die Veranstaltung nicht besonders gut besucht: "Ein Volksfest sollte es sein, was jedoch ausblieb, war das Volk", schrieb die Niederelbe-Zeitung.
Es war die erste, aber nicht die letzte Krise, die die Ostehalle im Laufe der Jahre erlebte. Das Freizeitverhalten der Menschen veränderte sich, die Dorfgemeinschaftshäuser entwickelten sich zu einer handfesten Konkurrenz zur Ostehalle. Die hohen Unterhaltungskosten der Halle belasteten die Gemeinde Geversdorf. Diese und andere Sorgen im Oste-Dorf führten im November 2016 schließlich zur Fusion mit der Gemeinde Cadenberge.
Auch wenn die ganz großen Veranstaltungen heute eher die Ausnahme sind, haben die Ostehalle und der "Ostekrug" nach wie vor einen festen Platz im Herzen und in den Kalendern der Geversdorfer und ihrer Gäste. Ein nicht wegzudenkender und immer noch beliebter Klassiker ist beispielsweise die Preismaskerade in der Karnevalszeit.
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