Wie Affen und Pizza mit neuen Führungsmethoden zusammenhängen: Vortrag in Cadenberge
Bei einer Podiumsdiskussion in Cadenberge (Kreis Cuxhaven) vom Verein "Land Hadeln hilft" zeigte Mario Tutas, wie man Führung neu denkt. Mit Geschichten von Affen und Pizza hinterfragt er alte Strukturen und inspiriert zu neuen Wegen.
"Ich spreche heute über Affen, Pizza und Kamele", begann Mario Tutas seinen Vortrag. Im Marc 5 in Cadenberge fand am Dienstagabend (10. März 2026) eine Podiumsdiskussion zum Thema "Führung neu denken" statt.
"Wir wollen eine gute Entwicklung in der Samtgemeinde fördern", betonte Michael Merz. Der 1. Vorsitzende des Vereins "Land Hadeln hilft" blickte zu Beginn des Abends auf die Aktionen des Vereins seit der Gründung 2022 zurück. In diesem Jahr werde es im Mai zwei Wanderungen für den guten Zweck geben: "Marsch und Moor". "Wandern ist in", sagte Merz über das neue Projekt. An diesem Abend sollte es aber um Unternehmensführung gehen. Dafür wurde der Unternehmer und Buchautor Mario Tutas aus Cuxhaven eingeladen.
Tierischer Einstieg in den Vortrag
"Erfahrung kann zu einem Gegner werden", berichtete Mario Tutas. Dies verbildlichte er mit einer Geschichte, in der fünf Affen gelernt hatten, dass eine Sprinkleranlage angeht, wenn sie zu den Bananen kletterten, die oben an der Decke befestigt waren. Neue Affen hielten sie, aufgrund ihrer Erfahrung, davon ab, zu den Bananen zu klettern. Dass die Sprinkleranlage inzwischen ausgeschaltet war, erfuhren die Affen so nicht.

Vor ungefähr 150 Jahren wurde entdeckt, dass das Gehirn vorgibt, was die Hände ausführen, erzählte Tutas. Bis heute gebe es diese hierarchischen Strukturen in den meisten Unternehmen. "Menschen, die eine Arbeit nicht selbst machen, entscheiden, wie andere die Arbeit machen sollen." In seinem Vortrag erläuterte er die Strukturen in seinem Unternehmen und wie die zur Verbesserung der Arbeit geführt haben. Bei ihm würden die Mitarbeiter selbst darüber entscheiden, wie viel Urlaub sie nehmen und welche Aufgaben sie erledigen, beschrieb er.
Belohnungssysteme bewertet Tutas negativ
"Belohnungssysteme zerstören die intrinsische Motivation", meinte der Unternehmer zudem. Er erzählte von einer Aktion der Kette Pizza Hut: Kinder wurden mit einer gratis Pizza belohnt, wenn sie zehn Bücher gelesen hatten. "Was hat es bei den Kindern später ausgelöst? Sie haben deutlich weniger gelesen danach." Die Kinder hätten dadurch gelernt, dass sich Lesen ohne eine Belohnung nicht lohne, beschrieb Tutas. "Als ich zum ersten Mal von den Ansätzen hörte, dachte ich: Das kann er niemals alles so umsetzen", beschrieb Dirk Wurzer. Er selbst habe aber gesehen, dass es funktioniere.
Nach dem Vortrag moderierte Wurzer die Fragen und Anmerkungen der Anwesenden. "Ich fühle mich durch den Vortrag bestätigt, da ich meine Mitarbeiter vieles selbst entscheiden lasse", sagte Unternehmerin Kim Schmidt im Anschluss. Sie selbst habe nie gehört, dass sie etwas gut gemacht habe. "Man sollte auch einfach mal die kleinen Dinge loben", betonte Schmidt.
