Startschuss gefallen, Baustelle steht still: Erneut Verzögerung am Bahnhof Cadenberge
Der Startschuss für die Sanierung des Bahnhofs Cadenberge fiel bereits offiziell, doch der Abriss verzögert sich. Ein kompliziertes Genehmigungsverfahren und ein neues Schadstoffgutachten bremsen das Projekt aus.
Der Abrissbagger des Bülkauer Unternehmens Freimuth steht zwar schon hinterm Bauzaun, aber ist noch in der Warteschleife. Es tut sich noch nichts am Bahnhof Cadenberge. Zwar war bereits am 23. März ganz offiziell der Start der Sanierung - sogar mit symbolischem erstem Spatenstich und Foto-Pressetermin mit Bürgermeister, Gemeindedirektor und Gemeinderat -, doch seitdem herrscht Ruhe auf der Baustelle. Es hat ohnehin schon lange gedauert, nun verzögert sich auch der eigentliche Vorhabenstart.
Das liege aber keinesfalls an der Gemeinde Cadenberge, versicherte Bürgermeister Wolfgang Heß. Er und Gemeindedirektor Frank Thielebeule setzen jetzt auf zügigen Start und hofften, dass mit dem Abriss des maroden Gebäudeteils noch im Laufe der nächsten Woche begonnen werden kann.

Über 25 Gutachten erforderlich
Ein neuerliches Schadstoffgutachten sei erforderlich geworden, demnach müsse der Schornstein vor den Abrissarbeiten abgetragen werden. Zu Verzögerungen komme es aber auch durch das "komplizierte Unternehmen Bahn", da gehe es zum Beispiel um Abstandsregelungen, den Weiterbetrieb des Stellwerks während des Baus und den Standort zu errichtender Strommasten bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke. Thielebeule sprach von einem aufwendigen Genehmigungsverfahren wegen der Nähe zum Bahnverkehr. Hinzu kamen über 25 erforderliche Gutachten, die eingeholt werden mussten.

So sieht der Plan für die Ertüchtigung des Backsteinbaus aus: Wenn der Abriss des nicht mehr zu rettenden linken Gebäudetraktes abgeschlossen ist, startet die eigentliche Sanierung, die das Gebäude auch energetisch auf den neuesten Stand bringen wird. Im Obergeschoss sind zwei Mietwohnungen vorgesehen. Im mittleren Gebäudeteil wird eine Multifunktionsfläche für Veranstaltungen und Versammlungen eingerichtet.
Auf der linken Gebäudeseite entsteht ein neuer Anbau, der mitsamt Terrasse für gastronomische Zwecke genutzt werden kann. Die Fahrradabstellanlage wird auf die Fläche des dann abgerissenen Trakts wechseln und dann auch abschließbare Boxen haben.
Es ist ein Großprojekt. Die Kosten für die Abriss- und Sanierungsmaßnahmen werden auf etwa 2,7 Millionen Euro geschätzt. Durch erhoffte Förderungen könnte sich der Eigenanteil der Gemeinde auf rund 800.000 Euro reduzieren.