Da kommt Farbe ins Spiel: Rapsblüte im Kreis Cuxhaven nimmt langsam Fahrt auf
Der ganz große Durchbruch ist es beim Blick in die Natur noch nicht, doch das wird sich im Kreis Cuxhaven in wenigen Tagen ändern: Dann stehen die Rapsfelder wieder in voller Blüte.
Er wagt sich bis jetzt nicht in seiner ganzen gelben Pracht aus der Deckung: der Raps. Doch das Erscheinungsbild der Agrarflächen im Cuxland wird sich noch schlagartig ändern. In der Landwirtschaft ist diese Pflanze neben der wirtschaftlichen Bedeutung auch aus der pflanzenbaulichen Fruchtfolge auf den Betrieben nicht mehr wegzudenken. Und so ganz nebenbei ist der Raps auch noch ein wichtiger Faktor für die Tierwelt.
Wann die auf wenige Wochen begrenzte "Blütezeit" anbricht, hängt natürlich von den regionalen Witterungsbedingungen vor Ort ab. Während man in anderen niedersächsischen Regionen schon durch eine grün-gelbe Landschaft fahren kann, muss man auf dieses farbenfrohe Naturspektakel im Kreis Cuxhaven noch einige Tage verzichten. Doch das kann sich schlagartig ändern.
Die niedrigen Temperaturen im Januar und Februar haben dem Raps nach Angaben der Landwirtschaftskammer angesichts der in den meisten Fällen vorhandenen Schneedecke wenig anhaben können, sodass es kaum Schäden gegeben habe: "Die Pflanzen sind nun dabei, von der vegetativen Phase, in der Blätter, Stängel und Wurzeln wachsen, in die generative Phase überzugehen, in der die Anlagen für die später geernteten Körner ausgebildet werden." Hinzu kommt, dass Raps eine stabile Pfahlwurzel bildet, die schon im Frühjahr recht tief in den Boden wachsen und damit auch Wasser und Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten erreichen kann. Neben milden Temperaturen und Sonnenschein benötigt die Pflanze zum Wachstum schließlich auch ausreichend Feuchtigkeit.
Aus den gelben Blüten der Rapspflanzen entwickeln sich nach und nach etwa sieben Zentimeter lange Schoten. Eine Rapspflanze bildet im Schnitt ungefähr 200 Schoten aus, die jeweils 20 bis 25 Körner enthalten. In den Schoten reifen dann bis zum Sommer kleine, schwarze und kugelförmige Samen heran, die Öl enthalten.
Rapsöl ist vielseitig verwendbar
Die Landwirtschaftskammer hat vor der nun beginnenden Rapsernte nachgerechnet: "Wenn in einem guten Jahr 40 Dezitonnen pro Hektar Raps geerntet werden, können bis zu 2000 Flaschen Rapsöl von einem Hektar hergestellt werden. Dieses Öl findet Verwendung in der heimischen Küche und in der Lebensmittelindustrie als universell einsetzbares Speiseöl. Es ist aber auch ein wichtiger Rohstoff für biologisch abbaubare Schmierstoffe sowie für Biotreibstoffe. Die ausgepressten Rapskörner schließlich finden vor allem in der Rinderfütterung als Rapsextraktionsschrot als wichtige Proteinquelle Verwendung."
Anbaufläche ist 2026 gewachsen
Dass der Rapsanbau in der Landwirtschaft vielfach alternativlos ist, zeigt die wachsende Anbaufläche. Im Jahr stand nach Angaben des Landesamts für Statistik in Niedersachsen auf 97.400 Hektar Raps. Damit wurden insgesamt ungefähr fünf Prozent der Ackerfläche mit dieser Ölfrucht bestellt. Die vorläufige Schätzung der Statistiker für die Rapsanbaufläche in diesem Jahr geht von 111.400 Hektar in Niedersachsen aus. Kein Wunder: Der Vermarktungspreis spielt bei der Anbauentscheidung schließlich eine zentrale Rolle. Und da kann der Raps punkten, denn Fachleute gehen von "guten Vermarktungschancen" aus.
Wenn die Rapsfelder wieder für drei bis vier Wochen in ihrer vollen, goldgelben Blütenpracht dastehen, werden sich auch die Imker freuen: Schließlich gilt Raps als erste, frühe Nahrung für die Honigbienen, die - so schätzt die Landwirtschaftskammer - bis zu 40 Kilogramm Honig von einem Hektar Raps sammeln. (es/red)