Da reißt jemand ganz schön den Schnabel auf: Die Schafstelze weiß, wie man sich Gehör verschafft. Foto: Walter Zehm
Da reißt jemand ganz schön den Schnabel auf: Die Schafstelze weiß, wie man sich Gehör verschafft. Foto: Walter Zehm
Vom Storch bis zur Blaumeise

Naturfotograf Walter Zehm aus Neuhaus: "Jetzt flippt die Vogelwelt richtig aus"

von Egbert Schröder | 25.04.2026

Im Frühjahr ist viel los in - und im Luftraum über - den Vogelbrutgebieten des Cuxlandes: Der Naturfotograf Walter Zehm aus Neuhaus ist in dieser Zeit besonders häufig unterwegs und hält das Geschehen in beeindruckenden Bildern fest.

Walter Zehm ist bei seinen Hobbys ein Autodidakt. Bei seinen Streifzügen durch die Natur und mit der Fotografie bringt er beide Leidenschaften zusammen. Er ist auf der Suche nach dem richtigen Zeitpunkt, um auf den Auslöser seiner Kamera zu drücken. Gelingt ihm das, entstehen eindrucksvolle Bilder von zumeist scheuen Vögeln. Nun - im Frühjahr -  hat er bei der Motivwahl eine vergleichsweise große Auswahl. "Jetzt flippt die Vogelwelt so richtig aus", freut sich der Neuhäuser.

Zehm kommt aus der IT-Branche und damit einem beruflichen Umfeld, das nun so gar nichts mit Naturerlebnissen zu tun hat. Wahrscheinlich ist es gerade dieses Kontrastprogramm, das seinen Reiz auf den 68-Jährigen ausgeübt hat, der berufsbedingt viel im Ausland unterwegs war.

Seinen ersten - natürlich analogen - Fotoapparat hat er längst mit einem modernen digitalen Equipment eingetauscht, zu dem natürlich insbesondere zahlreiche lichtstarke Teleobjektive gehören, um Vögel als eines seiner beliebtesten Motive im Bild festzuhalten.

So manches Mal hilft auch eine App weiter

Doch auch die beste Hardware bringt nichts, wenn man nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Zehm kennt inzwischen angesichts seiner langjährigen Erfahrungen viele Plätze, an denen man mit etwas Glück und viel Geduld ganz besondere Momente einfangen kann. Das beginnt im heimischen Garten, der naturnah angelegt ist und von unterschiedlichsten Vogelarten aufgesucht wird, und endet in abgelegenen Bereichen des Wattenmeeres oder dicht bewachsenen Gegenden.

Er hat sich durch die vielen Abstecher in die Natur (... zu 99 Prozent habe ich meine Kamera dabei") ein  umfangreiches ornithologisches Fachwissen selbst angeeignet. Und wenn er dann doch rätselt, welchen Vogel er da fotografiert hat, helfen ihm spezielle Apps weiter, die per Handy verfügbar sind. Die Fehlerquote bei dieser "digitalen Auskunft" ist mittlerweile sehr gering.

"Atlas der deutschen Brutvogelarten"

Sein Wissen und die Erfahrung nutzt er aber auch, um sich in ökologische Projekte einzubringen. So liefert er zum Beispiel als sogenannter "Kartierer" Grundlagen, um das Vorkommen und die Entwicklung von Brutvogelarten in einem bestimmten Areal zu erarbeiten. Diese Informationen fließen in den "Atlas der deutschen Brutvogelarten" ein. Bei diesem "Adebar"-Projekt ziehen Menschen mit ornithologischen Grundkenntnissen los, damit eine solche Verbreitungskarte für ganz Deutschland erstellt werden kann.

Weitere Zehm-Bilder auch auf Instagram

Zwar ist das Frühjahr die Zeit, in der auch Zehm deutlich mehr Vogelarten ablichten kann als in den Wintermonaten. Doch dabei gibt es für ihn Grenzen: "Man muss und sollte sich schon zurücknehmen, wenn die Vogelbrut eingesetzt hat. Da sind keine Störungen angesagt." Doch Zehm muss die Vögel auch gar nicht immer zu Gesicht bekommen, um zu wissen, wer da gerade in seinem Umfeld anwesend ist. Schließlich machen sie sich ja auch durch ihren ganz speziellen Gesang bemerkbar, wenn man ihn denn - wie Zehm - zuordnen kann.

Übrigens: Wer sich für weitere Bilder des Naturfotografen interessiert, kann ihm auch über seinen Instagram-Auftritt (@enjoypics4you) folgen.

Die Ohrenlerche ist hier meist nur im Winter zu Gast. Sie brütet im Norden Europas und kommt zum Überwintern zu uns an die Nord- und Ostseeküste. Foto: Walter Zehm
Wiesenpieper kann man mit etwas Glück in Feuchtgebieten wie Mooren, auf Wiesen, Weiden, der Heide und an der Küste in der Landschaft entdecken. Foto: Walter Zehm
Den Löffler trifft man insbesondere an der Wattenmeerküste an. Er ist etwas kleiner als ein Graureiher und hat eine markante Schnabelform. Foto: Walter Zehm
Das Blaukehlchen macht seinem Namen alle Ehre: Die blaue Kehle des Männchens ist nicht zu übersehen. Diese Vogelart lebt meist versteckt im Gebüsch. Foto: Walter Zehm
Der bevorzugte Lebensraum der Bartmeise sind ausgedehnte Schilfflächen. Foto: Walter Zehm

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