Deichbrand erhöht Kapazitäten für das Palastzelt - Warum Fans dennoch Alarm schlagen
Nach dem überfüllten Culcha-Candela-Auftritt im letzten Jahr will das Deichbrand 2025 vieles besser machen: mehr Platz im Palastzelt und optimierte Abläufe. Doch schon jetzt sorgt ein Slot im neuen Timetable für Unruhe - Fans befürchten ein Déjà-vu.
Beim Deichbrand-Festival 2024 sorgte der Auftritt von Culcha Candela im Palastzelt für Aufsehen - allerdings nicht nur musikalisch. Noch bevor die Band die Bühne betrat, war das Zelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Hunderte Fans mussten draußen bleiben, während es drinnen richtig eng wurde. Die Stimmung war zwar ausgelassen, doch die Situation spitzte sich zu: Ein Podest wackelte bedenklich, der Auftritt musste unterbrochen werden. Nach dem Auftritt war von einem "sicherheitstechnischen Desaster" die Rede. Die zentrale Frage: Warum spielte ein derart populärer Act nicht auf einer der Hauptbühnen?
Festivalleitung reagiert mit Anpassungen für 2025
Die Festivalverantwortlichen haben auf diese Erfahrung reagiert - und die Abläufe für das Jubiläumsjahr 2025 angepasst. Laut Deichbrand-Sprecherin Lena Zielinski sei es nicht unüblich, dass sich ein Act zwischen Buchung und Festivalbeginn unerwartet stark entwickle. "Dass dies zu einem Einlassstopp führen kann, ist Teil der Dynamik eines Festivals dieser Größenordnung", erklärt sie.
Trotzdem wolle man solche Situationen künftig besser abfangen. "Für 2025 wurde die Kapazität des Palastzelts nochmals um 50 Prozent erhöht", bestätigt Zielinski auf Nachfrage der CN/NEZ-Redaktion. Man habe außerdem das Booking überarbeitet. "In Kombination mit einer angepassten Belegung sehen wir uns zum Jubiläum gut aufgestellt, um der Nachfrage auch bei besonders zugkräftigen Acts besser gerecht werden zu können und Einlassstopps möglichst zu vermeiden."

Komplexität der Festivalplanung lässt nicht alles verhindern
Vollständig ausschließen lässt sich das laut Festivalleitung jedoch nicht. "Eine Garantie dafür können wir nicht geben", so Zielinski. Denn die Herausforderungen bei einem Großevent mit über 120 Acts auf sechs Bühnen seien enorm. "Die Programmplanung erfolgt in enger Abstimmung mit Erfahrungswerten und dem erwartbaren Zuschauerinteresse", betont sie. Wenn der Timetable einmal stehe, seien spätere Änderungen aufgrund der engen Verzahnung der Acts kaum noch möglich.
Keine Liveübertragung aus dem Palastzelt vorgesehen
Auch die Frage, ob Konzerte aus dem Palastzelt zumindest per Bild oder Ton nach außen übertragen werden könnten, beantwortet Zielinski klar: "Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Hauptein- und -ausgang des Infields sowie zu den beiden Hauptbühnen ist eine Livebild- und/oder Tonausspielung dort aus produktionstechnischen und atmosphärischen Gesichtspunkten weiterhin nicht vorgesehen." Überschneidungen im Klangbild und die komplexe Flächenlogistik würden diese Option derzeit ausschließen.

Unabhängig davon, so Zielinski, arbeite das Festival-Team jedes Jahr intensiv an der Optimierung des Sicherheits- und Besuchermanagements: "Wir überarbeiten unsere Abläufe fortlaufend und passen sie an die aktuellen Bedingungen und Erfahrungswerte an."
Neue Sorgen um Filow-Auftritt im Palastzelt 2025
Trotz der angekündigten Maßnahmen zeigt sich ein Teil der Community bereits jetzt besorgt - denn ein Blick auf den frisch veröffentlichten Timetable für 2025 sorgt für ein Déjà-vu: Der Act Filow, bekannt für große Menschenmengen bei anderen Festivals, ist für Sonnabend im Palastzelt eingeplant. Ob auf Twitch, YouTube, Instagram oder TikTok - seine Präsenz ist plattformübergreifend stark. Mit über 2,3 Millionen monatlichen Hörerinnen und Hörern auf Spotify und regelmäßigen Platzierungen in den Musikcharts zählt er zu den erfolgreichsten Musik-Newcomern. In den sozialen Medien - allen voran auf Instagram - äußern viele Fans ihr Unverständnis:
"Filow im Zelt - das wird exakt wie Culcha Candela letztes Jahr", heißt es in einem Kommentar. Andere schreiben: "Wer da rein will, muss Stunden vorher da sein" oder "Völlig unterschätzt - das ist wieder zum Scheitern verurteilt". Die Forderung, Filow doch noch kurzfristig auf eine Hauptbühne zu verlegen, wird laut.
Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die neu geschaffenen Kapazitäten und das optimierte Booking ausreichen werden, um die Fehler des Vorjahres nicht zu wiederholen. Die Festivalleitung zeigt sich zumindest vorbereitet.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.