"Risiko nicht eingehen": Sportflieger verweigern Starterlaubnis für Helgoland-Flüge
Die Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven verweigert "AirTaxi Express AG" auf ihrem Sonderflugplatz, Starts und Landungen für Flüge von und nach Helgoland durchzuführen. Sicherheitsbedenken stehen im Raum.
Es wird immer merkwürdiger und wirft viele Fragen auf. Anders als zuvor auf Nachfrage gegenüber CNV-Medien mitgeteilt, fliegt die "AirTaxi Express AG" doch nicht ab Nordholz nach Helgoland. Eine kommerzielle Passagierflugverbindung zur Hochseeinsel besteht also zurzeit weiterhin nicht in unserer Region. Aus guten Gründen.
Flüge zur Hochseeinsel seien alternativ nur ab "JadeWeser Airport Wilhelmshaven" möglich, erfuhr ein CNV-Mitarbeiter auf Nachfrage. Über Social Media (Facebook und Instagram) wird die in Köln ansässige Aktiengesellschaft deutlich und macht dafür einen Schuldigen aus: In einem vielfach kommentierten Post heißt es unter anderem: "Die Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven verweigert der AirTaxi Express AG die Landung auf dem Flugplatz."
Das stimmt zwar, wie Werner Spleet, Vereinsvorsitzender der Sportfluggruppe, in einem Gespräch mit CNV-Medien verdeutlichte, habe aber triftige Gründe: "Wir haben große flugsicherheitstechnische Bedenken." Und Marc Höner, ehrenamtlicher Ausbildungsleiter im Verein und Flugsicherheitsoffizier bei den Marinefliegern, ergänzt: "Dieses Risiko wollen wir hier einfach nicht eingehen."
Bei den von "AirTaxi Express AG" eingesetzten Ultraleichtfliegern unter 600 Kilogramm handele es sich um Luftsportgeräte, für die geringere Standards gelten. Dass damit jetzt kommerzielle Passagierflüge über die Nordsee angeboten werden, sei nur möglich, weil es sich um eine rechtliche Grauzone handele, gewissermaßen ein juristisches Schlupfloch. Normalerweise sei es aus Sicherheitsgründen Vorschrift der Luftfahrtbehörden, dass Passagiermaschinen von Fluggesellschaften, die Helgoland anfliegen, zweimotorig sein müssen.
Zudem sei man - anders als ein Verkehrsflugplatz - als vereinsorganisierte Sportfluggruppe mit einem sogenannten Sonderflugplatz nicht verpflichtet, Starts und Landungen zu genehmigen. Und mit "AirTaxi Express AG" wolle man als Verein einfach aufgrund viel zu vieler Bedenken - von Versicherungsschutz bis zu Wartungsfragen - eben keine Zusammenarbeit pflegen.

"Für unsere Konsequenz viel Zustimmung erhalten"
Fragwürdig halten es die Sportflieger zudem, wie man überhaupt zu den angebotenen Preisen - zum Beispiel 48 Euro - gewerbsmäßig nach Helgoland fliegen kann. Den Vorwürfen von "AirTaxi Express AG", dass wichtige Versorgungs- und medizinische Flüge zwischen Helgoland und Cuxhaven nicht stattfänden, "weil ein paar Hobbyflieger wichtige Infrastruktur gerne der öffentlichen Nutzung entziehen", widersprechen Werner Spleet und Marc Höner scharf: "Wir haben immer schon geholfen." Aber der Verein könne eben selbst entscheiden, wer zugelassen werde. Rechtlich bestehe keine Verpflichtung. Den "Shitstorm" auf Social Media nehmen die Nordholzer Sportflieger gelassen: "Für unsere Konsequenz aus Sicherheitsgründen haben wir auch viel Zustimmung erfahren."
"Wir betreiben hier alles ehrenamtlich in unserer Freizeit", betonen Werner Spleet und Marc Höner. Der Verein Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven habe rund 300 Mitglieder, von denen nicht alle fliegen. Der Betrieb läuft ehrenamtlich. Großer Wert werde auf Nachwuchsarbeit gelegt, gerade auch auf die Ausbildung von Hobbypiloten im Segel- sowie Motorflug. Ausdrücklich gebe es gute Verbindungen zu den benachbarten Marinefliegern.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.