"Überraschend": So reagiert die Polizei auf den Fund der Kinderleiche im Kreis Stade
Nach dem schrecklichen Fund einer Kinderleiche im Kreis Stade reagiert die Polizei. Sollte es sich um den vermissten Arian (6) handeln, müssen die Ereignisse gründlich aufgearbeitet werden: Warum blieb das Kind so lange unentdeckt?
Nach dem Fund einer Kinderleiche auf einem Feld in Behrste-Estorf steht die Polizei vor der Herausforderung, den genauen Ablauf der Suchmaßnahmen zu rekonstruieren und mögliche Versäumnisse aufzuklären. In einer Pressekonferenz am Dienstag äußerte sich Polizeisprecherin Sarah Mehnen zu den bisherigen Erkenntnissen und dem weiteren Vorgehen der Ermittlungen.
Identität der Leiche noch nicht zweifelsfrei geklärt
Obwohl die Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgeht, dass es sich bei der gefundenen Leiche um den vermissten Arian handelt, steht eine endgültige Bestätigung noch aus. "Um die Identität der aufgefundenen Kinderleiche zweifelsfrei zu klären, ist der Leichnam in ein rechtsmedizinisches Institut überführt worden. Mit einem Ergebnis ist frühestens im Laufe der Woche zu rechnen," heißt es in einer Meldung der Polizei Rothenburg.
Polizei nach Leichenfund unter Schock
Der Fund einer Leiche auf dem Feld hat die Polizei schockiert, da niemand mehr damit gerechnet hatte. "Dass dort eine Leiche gefunden wurde, ist für alle Kräfte, die gesucht haben, überraschend", sagte Polizeisprecherin Mehnen. "Wir haben den Bereich mehrfach durchsucht." Derzeit werden die Bewegungsprofile und Spuren ausgewertet, die bei den damaligen Suchaktionen gesammelt wurden. Fest steht, dass der Bereich, in dem die Kinderleiche entdeckt wurde, bereits zu Beginn der Suchaktion durchsucht worden war.
Auch der Landwirt, der die Leiche gemeldet hatte, äußerte sein Unverständnis darüber, warum die Einsatzkräfte die Leiche nicht gefunden haben. "Die haben überall gesucht", sagte der 54-Jährige. Er erklärte, das markante gelbe T-Shirt wiedererkannt zu haben, das Arian am Tag seines Verschwindens getragen haben soll. Die Polizei wollte jedoch nicht bestätigen, dass das tote Kind dieses T-Shirt trug.

Warum wurde Arian so lange nicht gefunden? Polizeisprecherin äußert Vermutung zur Suche
Möglicherweise war die Suche zu früh. "Vielleicht war Arian zum Zeitpunkt der Suche gar nicht dort," vermutet Mehnen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Sechsjährige in den ersten Tagen noch relativ große Strecken zu Fuß zurückgelegt hat. Seine Neugier war auch ein Bestandteil der Suchaktionen.
Intensiver Kontakt zu Arians Eltern
Die Eltern des vermissten Jungen sind laut Polizeisprecherin Mehnen weiterhin in engem Kontakt mit den Ermittlern. Neben der Unterstützung durch die Polizei stehen den Eltern auch Notfallseelsorger und psychologische Betreuer zur Seite. "Die Familie stehe in intensivem Kontakt mit den Ermittlern. Neben dem polizeilichen Angebot gebe es weitere professionelle Hilfsangebote."
