Elbstrand-Festival nach Unwetter-Absage: So geht es 2027 in Otterndorf weiter
Tim Sieb arbeitet unermüdlich an der Rückabwicklung des Elbstrand-Festivals. Überraschungen im Line-up und finanzielle Herausforderungen bleiben nicht aus. Was bedeutet das für die geplante Ausgabe 2027?
Eineinhalb Wochen nach der Absage sitzt Tim Sieb noch immer 14 Stunden am Tag im Büro. "Ich gönne mir erst eine Pause, wenn die Rückabwicklung durch ist", betont der Veranstalter des Elbstrand-Festivals. Starkregen und Windböen über Windstärke 8 hatten die für den 4. und 5. September 2026 geplante Veranstaltung in Otterndorf unmöglich gemacht. Bühne und Zelte mussten außer Betrieb genommen werden.
"Die Sicherheit und Gesundheit von Besuchern, Mitarbeitern, Künstlern und Einsatzkräften steht an oberster Stelle", sagt Sieb gegenüber cnv-medien.de rückblickend. Eine Alternative habe es nicht gegeben.
Rückabwicklung läuft auf Hochtouren
Von den rund 7800 verkauften Tickets für beide Tage haben sich bereits 85 Prozent der Käufer zurückgemeldet, die übrigen erhalten in den kommenden Tagen erneut Post. Wer möchte, tauscht sein Ticket für 2027 oder lässt sich den Preis erstatten. Seit dem 18. September läuft die Abwicklung, Rückzahlungen dauern je nach Zahlungsmittel ein bis drei Werktage.
Ältere Bestellungen aus dem Zeitraum August 2025 bis März 2026 müssen wegen gelöschter Zahlungsdaten manuell per Formular bearbeitet werden. Das kann länger dauern. Auch finanziell hinterlässt das ausgefallene Festival Spuren. Allein die Gagen des Line-ups bewegten sich im mittleren sechsstelligen Bereich. Bezahlt wurden die Künstler bereits vor dem Termin. Für 2027 rechnet Sieb mit noch höheren Kosten. Gagen könnten sich von einem Jahr aufs andere verdoppeln.
Neues Line-up nimmt Form an
Für die nächste Ausgabe des Festivals hat Tim Sieb fast das komplette Line-up ins kommende Jahr gerettet. Mit dabei sind unter anderem "Gestört aber Geil", "Noisetime" und "Jerome". Bei der Party-Edition war dafür kein Platz mehr. Dort treten 2027 unter anderem "Julian Sommer", "Ikke Hüftgold" und "Groove Coverage" auf.
Den enttäuschten Ticketkäufern begegnet Sieb mit Verständnis: "Mir geht es genauso, nachdem ich ein ganzes Jahr darauf hingearbeitet habe." Ein Festival lebe vom Vorverkauf, rund 70 Prozent der Kosten müssten vorab finanziert werden, ein kurzfristiges Abwarten auf besseres Wetter sei daher keine Option.
Immerhin ist bereits die Hälfte aller Tickets für 2027 verkauft. "Vielen Dank an alle, die sich bereits ein Ticket gesichert haben", sagt Sieb gegenüber der NEZ/CN-Redaktion.
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