Dirk Brauer (Foto) hat gemeinsam mit Andreas König und Tobias Deuter die „Unabhängige Wählervereinigung Hemmoor“ gegründet. Zwischen 2006 und 2021 war er Verwaltungschef im Hemmoorer Rathaus. Archivfoto: Schröder
Dirk Brauer (Foto) hat gemeinsam mit Andreas König und Tobias Deuter die „Unabhängige Wählervereinigung Hemmoor“ gegründet. Zwischen 2006 und 2021 war er Verwaltungschef im Hemmoorer Rathaus. Archivfoto: Schröder
Kommunalwahl

Ex-Verwaltungschef gründet eigene Wählervereinigung in Hemmoor

von Egbert Schröder | 06.07.2026

Dirk Brauer war hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister und damit Verwaltungschef im Hemmoorer Rathaus. Jetzt hat er mit zwei Mitstreitern eine neue Wählervereinigung aus der Taufe gehoben. Was hat ihn motiviert?

Die "Unabhängige Wählervereinigung Hemmoor" (UWäH) greift in den Kommunalwahlkampf ein. Prominentestes Mitglied des Trios: der ehemalige Samtgemeindebürgermeister, Stadtdirektor und Verwaltungschef Dirk Brauer. Er löst sich von der CDU - aber das anscheinend ohne Groll.

Bereits bei der Wahl vor fünf Jahren war Brauers erste Kandidatur eine Überraschung. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er als Chef im Hemmoorer Rathaus die Geschicke der Verwaltung geleitet und war kraft Amtes auch stimmberechtigtes Mitglied im Samtgemeinderat. Auch nach dem Ausscheiden aus diesem Spitzenamt reizte Brauer die Kommunalpolitik. Er ließ sich nach einem Seitenwechsel aus dem Chefsessel im Rathaus auf die Liste der Hemmoorer CDU für die Kommunalwahlen 2021 setzen und sicherte sich dort auch Mandate im Stadt- und Samtgemeinderat. Ein ungewöhnlicher Weg, denn plötzlich wurde aus dem Verwaltungschef ein Politiker, der seitdem von einer anderen Warte aus auf die Verwaltung blickt.

Die Zeit als parteiloses Ratsmitglied in der CDU-Fraktion endet auf jeden Fall im September - ob Brauer bei der Kommunalwahl gewählt wird oder nicht:  "Gemeinsam mit Andreas König, der in der Wahlperiode von 2016 bis 2021 für die SPD im Hemmoorer Stadtrat saß, sowie mit Tobias Deuter habe ich die 'Unabhängige Wählervereinigung Hemmoor' (UWäH) gegründet, die zur Kommunalwahl im September für die Samtgemeinde und den Stadt Hemmoor antritt", teilte er unserer Redaktion mit.

CNV-Medien begleitet die Kommunalwahl 2026 mit Berichten, Analysen und Stimmen aus dem Landkreis Cuxhaven. Grafik: CNV

Die Wählervereinigung verstehe sich als "parteiunabhängige Kraft, die insbesondere Wählerinnen und Wählern ein Angebot machen möchte, die keine der traditionellen Parteien mehr zu wählen beabsichtigen". Brauer fügt hinzu: "Wir wollen damit einen Beitrag insbesondere gegen rechten politischen Extremismus leisten. Die UWäH versteht sich auch nicht als Protestgruppierung, sondern möchte konstruktiv und proaktiv zur Entwicklung von Samtgemeinde und Stadt Hemmoor beitragen." Und: Im Falle der Wahl freue man sich "auf eine gute Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften". 

"Das entspricht dem Wählerwillen"

Die Entscheidung, zur bevorstehenden Kommunalwahl nicht mehr als Parteiloser auf der CDU-Liste zu kandidieren, hat Brauer nach eigenen Angaben bereits vor längerer Zeit "den Fraktionsvertretern" bekannt gegeben. Er werde aber bis zum Ende der Kommunalwahlperiode weiterhin der jeweiligen Fraktion im Stadt- und Samtgemeinderat angehören, "da dies dem Wählerwillen und dem Wahlergebnis der letzten Kommunalwahl entspricht". 

"Nicht ausreichend mit CDU identifiziert"

"Meine Trennung von der CDU erfolgt im gegenseitigen Respekt und im freundschaftlichen Miteinander. Ein wichtiger persönlicher Grund für meine kommunalpolitische Neuausrichtung ist, dass ich mich als seinerzeitiger Neuzugang zur CDU-Fraktion in Samtgemeinde und Stadt nicht ausreichend mit der Partei der CDU identifizieren konnte, was insbesondere auch aufgrund der Entwicklungen auf Bundesebene noch verstärkt wurde. Im Übrigen sehe ich mit eigener Fraktion auch größere politische Einflussmöglichkeiten", erklärt Brauer seine Motivation.

Lasse Weritz, der unter anderem CDU-Fraktionschef im Samtgemeinderat ist, war über Brauers Entscheidung schon frühzeitig informiert worden. Er respektiere diesen Schritt: "Da gab es keinen Knatsch - im Gegenteil."

Daher habe er auch kein Problem damit gehabt, mit seiner Unterschrift die Gründung der "Unabhängigen Wählervereinigung Hemmoor" zu fördern. Um zur Kommunalwahl zugelassen zu werden, müssen Gruppierungen, die bislang nicht in Räten vertreten gewesen sind, nämlich mindestens 20 sogenannte "Unterstützer" aufweisen. 

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