Gemeinsam in die Zukunft: Die Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm Niedersachsen eröffnet neue Chancen für Wanna, Nordleda, Neuenwalde, Krempel und Flögeln. Foto: ChatGPT
Gemeinsam in die Zukunft: Die Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm Niedersachsen eröffnet neue Chancen für Wanna, Nordleda, Neuenwalde, Krempel und Flögeln. Foto: ChatGPT
Dorfregion Ahlenmoor

Gute Nachrichten für Wanna und Nordleda: Dörfer sichern sich Platz im Förderprogramm

von Christian Mangels | 06.07.2026

Jetzt ist es offiziell: Die Dorfregion Ahlenmoor wurde ins Dorfentwicklungsprogramm Niedersachsen aufgenommen. Für Wanna, Nordleda, Neuenwalde, Krempel und Flögeln beginnt damit die Chance, ihre Dörfer zukunftsfähig und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Landesweit wurden 14 neue Dorfregionen ausgewählt. Die offizielle Bekanntgabe erfolgte am Freitag (3. Juli) bei einer Veranstaltung in Verden mit Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule und Geestlands Bürgermeisterin Gabi Kasten nahmen die Anerkennung gemeinsam entgegen.

Wannas Bürgermeisterin Nicole Friedhoff wertet die Entscheidung als wichtigen Erfolg für die beteiligten Orte. "Die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm ist eine hervorragende Nachricht und ein großer Erfolg für unsere Region", sagte Friedhoff. Sie freue sich sehr, "dass die gemeinsame vorbereitende Arbeit der beteiligten Kommunen nun Früchte trägt".

Der Bewerbung war ein umfangreicher Beteiligungsprozess vorausgegangen, in den sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger eingebracht hatten. Die gesammelten Ideen sowie eine Bestandsaufnahme der Region bildeten die Grundlage für den gemeinsamen Antrag.

Ahlenmoor zählt zu den größten Mooren in Niedersachsen

Was die fünf Orte verbindet, ist vor allem das Ahlenmoor, das neben dem Teufelsmoor zu den größten Mooren Niedersachsens zählt. Unter dem Leitspruch "Ein Moor, fünf Orte, eine Region - das sind wir" hatten sich die Dörfer zusammengeschlossen. Die Kooperation über Gemeinde- und Stadtgrenzen hinweg gilt als besonderer Ansatz: Wanna und Nordleda gehören zur Samtgemeinde Land Hadeln, Flögeln, Neuenwalde und Krempel zur Stadt Geestland.

Das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen soll Dörfer als Wohn-, Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsraum stärken. Förderfähig sind unter anderem Projekte zur Um- und Nachnutzung leer stehender Gebäude, zur klimagerechten Gestaltung von Dorfinnenbereichen sowie Vorhaben, die das soziale Miteinander und die Lebensqualität verbessern. Auch der demografische Wandel soll durch geeignete Maßnahmen abgefedert werden.

Mit der Aufnahme in das Programm können die beteiligten Orte nun Projekte zur Dorfentwicklung vorantreiben und Fördermittel beantragen. Für öffentliche Projekte ist eine Förderung von bis zu 75 Prozent möglich, private Maßnahmen können mit bis zu 35 Prozent unterstützt werden. Kleinere Vorhaben können als sogenannte Kleinstprojekte vergleichsweise kurzfristig umgesetzt werden.

Gerade für Wanna sei diese Unterstützung von großer Bedeutung, betonte Friedhoff. "Durch die begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde Wanna ist das Dorfentwicklungsprogramm eine große Chance." Es ermögliche Investitionen und Projekte, "die ohne diese Förderung auf absehbare Zeit nicht realisierbar wären".

Im Mittelpunkt der Dorfentwicklung soll weiterhin die Beteiligung der Menschen vor Ort stehen. Schon während der Bewerbungsphase wurden bei Veranstaltungen wie dem "Dorfabendbrot" und zwei "Dorfstammtisch"-Abenden in Wanna zahlreiche Vorschläge gesammelt. Friedhoff zeigte sich überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger auch in der weiteren Planung eine zentrale Rolle spielen werden. "Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern viele gute Ideen umsetzen können und die Fördermöglichkeiten einen nachhaltigen Mehrwert für unsere Gemeinde schaffen", sagte sie.

Bei den Dorfstammtisch-Abenden wurden nach Angaben Friedhoffs bereits mehrere mögliche Projekte besprochen. Dazu zählen die mögliche Umnutzung des jetzigen Feuerwehrhauses, die Einrichtung eines Multifunktionshauses, die Aufwertung der Dorfplätze, die Verbesserung und Beschilderung vorhandener Fahrradwege sowie zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche.

"Die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm ist eine Würdigung des großen Engagements der vielen aktiven Menschen vor Ort. Sie zeigt, dass wir über Gemeindegrenzen hinweg gemeinsam viel erreichen können", sagte Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule.

Für die Samtgemeinde ist es nach seinen Angaben bereits die dritte erfolgreiche Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm in den vergangenen Jahren. Nach der Anerkennung beginnt nun die weitere Planungsphase. Dabei geht es darum, die gesammelten Ideen zu prüfen, zu konkretisieren und gemeinsam mit den Menschen vor Ort festzulegen, welche Maßnahmen vorrangig umgesetzt werden sollen.

Friedhoff sieht darin eine anspruchsvolle, aber lohnende Aufgabe. "Es liegt viel Arbeit vor uns", sagte die Bürgermeisterin. Sie glaube jedoch fest daran, "dass wir alle gemeinsam damit unseren Ort und unsere Region zukunftsfähig weiterentwickeln und gleichzeitig unsere besondere Identität bewahren können".

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Christian Mangels
Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

cmangels@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Neues Konzept

Backfest in Hemmoor: Zwischen Besucherflaute und Ansturm

von Egbert Schröder

Größer hätte der Kontrast nicht sein können: Das Backfest in Hemmoor nahm an den beiden Veranstaltungstagen einen turbulenten Verlauf.

Häusliche Gewalt

150 Personen behindern Einsatzkräfte in Stade - Polizei rückt mit Großaufgebot aus

Großeinsatz im Altländer Viertel in Stade: Ein Fall häuslicher Gewalt eskaliert, als ein alkoholisierter Mann auf Polizisten losgeht. Rettungskräfte und zusätzliche Polizeieinheiten werden herbeigerufen.

Behandlungen und Durchsuchung

Im Botox-Prozess: Zeugen schildern Zustände im Bremerhavener Kosmetikstudio

Eine Kosmetikstudio-Inhaberin aus Bremerhaven steht wegen 148 mutmaßlicher Fälle schwerer Körperverletzung, Betrugs und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz vor Gericht. Zeugen berichten von chaotischen Zuständen im Studio.

Kommunalwahl

Ex-Verwaltungschef gründet eigene Wählervereinigung in Hemmoor

von Egbert Schröder

Dirk Brauer war hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister und damit Verwaltungschef im Hemmoorer Rathaus. Jetzt hat er mit zwei Mitstreitern eine neue Wählervereinigung aus der Taufe gehoben. Was hat ihn motiviert?