Karen Wilkening, Nicole Friedhof und Dagmar Diers sprechen übe Frauen in Verantwortung in der Kommunalpolitik. Foto: Kramp
Karen Wilkening, Nicole Friedhof und Dagmar Diers sprechen übe Frauen in Verantwortung in der Kommunalpolitik. Foto: Kramp
Kommunalpolitik

Frauen aus Land Hadeln ermuntern, sich politisch einzumischen

von Wiebke Kramp | 30.01.2026

Zwei engagierte Bürgermeisterinnen ermuntern Frauen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Bei einer Veranstaltung teilen sie persönliche Erfahrungen und zeigen, wie Politik mitgestaltet.

"Einfach ausprobieren", so der ermunternde Ratschlag von Nicole Friedhoff an Frauen als Einstieg in die Kommunalpolitik. Die 55-jährige Wannaer Bürgermeisterin und Dagmar Diers (65), Bürgermeisterin in Neuenkirchen, schilderten ihren Weg in die Politik. Und der begann ganz ähnlich für die beiden berufstätigen Frauen und Mütter.

Unter dem Titel "Von Frauen für Frauen - hör zu, frag nach, misch dich ein!" hatte die SPD Land Hadeln ins Otterndorfer "Watt'n Platz" eingeladen. Erklärtes Ziel der Veranstaltung: Politik greifbar machen, Berührungsängste abbauen und ermutigen, sich einzumischen, mitzureden. Und dies unabhängig von Parteizugehörigkeit oder Vorerfahrung, wie es Mareike Welzel in ihrer Einladung formuliert hatte.

Die Moderation übernahm Ortsvereinsvorsitzende Maren Wilkening und hatte mit Nicole Friedhoff und Dagmar Diers zwei Parteifreundinnen vor sich, die kein Blatt vor den Mund nahmen und freimütig Auskunft gaben.

Dagmar Diers stammt gebürtig aus Bülkau. Das Elternhaus habe sie politisch geprägt, ihr Vater sei Sozialdemokrat gewesen. 1987 zog sie der Liebe wegen nach Neuenkirchen und wurde mehrfach von Rita Tietjen, Frau des langjährigen Bürgermeisters, angesprochen, ob sie nicht für den Gemeinderat kandidieren wolle, bis sie vor 30 Jahren zusagte - und als Ingo Tietje aufhören wollte, erklärte sie mit Erfolg ihre Bereitschaft, als Bürgermeisterin zu kandidieren.

Auch die aus Altenwalde kommende Nicole Friedhoff wurde angesprochen, ob sie nicht in der Kommunalpolitik in Wanna mitmachen wolle - und so sitzt sie bereits seit 15 Jahren im Rat. Vor zehn Jahren ermunterte sie der Bürgermeister Hans-Hermann Peters, seine Nachfolge anzutreten.

Hürden hätten sie nicht erlebt, betonten beide Bürgermeisterinnen. Dennoch verdeutlichen sie, dass Frauen in der Kommunalpolitik eher selten sind. Im Gemeinderat Wanna ist die Bürgermeisterin die einzige Frau, immerhin sitzt bei Dagmar Diers in Neuenkirchen noch eine weitere Frau im Gemeinderat. Auch im Samtgemeinderat sehe es in Summe nur wenig besser aus.

Anders als frühere Bürgermeister sei sie heute mehr mit formellen und organisatorischen Dingen beschäftigt, so Friedhoff. Während damals mehr Themen wie der Straßenausbau im Fokus waren, seien durch die Frauen in der Kommunalpolitik auch Themen wie Kita und Schule. 

Deutlich wurde bei beiden Kommunalpolitikerinnen die Freude, im Amt etwas für den Ort und die Region bewegen zu können - und an der Begegnung mit Menschen, auch wenn man zuweilen kaum mehr als Privatperson wahrgenommen werde. Dafür nehmen sie auch in Kauf, viel Freizeit zu opfern. Um in die Kommunalpolitik einzusteigen, bräuchten Frauen kein spezielles Wissen mitzubringen, das eigne man sich während der Arbeit an. Wer Lust habe, in die Kommunalpolitik einzusteigen, solle bei Gemeinderatsmitgliedern oder Parteien anfragen, so ihr Ratschlag. 

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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