Schnee als Wirtschaftsfaktor: Diese Branchen profitieren im Kreis Cuxhaven
Neben den privaten Winterdiensten, die von einem harten Winter profitieren, gibt es auch weitere Branchen, denen Schnee und Eis im Kreis Cuxhaven zugutekommen. Wer sonst vom Schnee profitiert - und was der Winterdienst Stadt- und Landkreis kostet.
Während Deutschland bibbert, reiben sich einige Geschäftsleute die Hände. Ob Streusalz, Autoreifen, Schneeschaufeln oder Schlitten - viele Händler melden "ausverkauft". Doch auch andere Branchen ziehen Vorteile aus dem Winterwetter.
Schnee hat erhebliche, überwiegend negative Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel, sorgt jedoch kurzfristig für Umsatzspitzen in bestimmten Bereichen. Starke Schneefälle führen häufig zu geringeren Kundenfrequenzen in den Innenstädten, da das Einkaufsverhalten stark witterungsabhängig ist - besonders im Mode- und Non-Food-Bereich.
Ein gutes Geschäft mit Winterartikeln
Zu den Gewinnern zählen Baumärkte und Fachgeschäfte für Winterbedarf. Schneeschaufeln, Streusalz und Winterkleidung verzeichnen oft ein deutliches Plus. Auch Fitnessstudios profitieren vom Jahresanfang:
Der traditionelle Ansturm auf Fitnessstudios zu Beginn des Jahres geht allerdings oft mit guten Vorsätzen und dem Wunsch nach einem gesünderen Lebensstil einher. In den vergangenen Jahren sei zu beobachten gewesen, dass vor allem Stammmitglieder im Januar deutlich motivierter sind - also diejenigen, die das Training in der Vorweihnachtszeit und davor aus verschiedenen Gründen vernachlässigt haben.
Neben den Fitnessstudios freuen sich auch Baumärkte über ein gutes Geschäft mit Winterartikeln. "Wetterbedingt steigt natürlich die Nachfrage nach entsprechenden Sortimenten, wie Schneeschieber oder Streusalz. Darauf sind wir aber entsprechend vorbereitet, sodass der Großteil unserer Märkte den Kundinnen und Kunden die Produkte direkt anbieten kann. Es kann aber immer mal vereinzelt zu Nachschub-Verzögerungen kommen", erzählt Daria Ezazi, Leiterin der Kommunikation für die toom Baumarkt GmbH.
Den normalen Bürger kostet herkömmliches Streusalz aktuell etwa 1,55 Euro pro Kilogramm. Doch was kostet der Winterdienst die Stadt und den Landkreis Cuxhaven? Die Stadt Cuxhaven hat im Jahr 2023 rund 10.600 Euro für Streusalz und etwa 4000 Euro für Betriebsstoffe ausgegeben. In der Betriebsabrechnung der Straßenreinigung von 2024 ist zudem zu sehen, dass die gesamte Reinigung rund 2,5 Millionen Euro kostet. Allein für den Winterdienst der Stadt sowie die Reinigung der Radwege fallen jährlich rund 600.000 Euro an.
Das Taxi für kurze Wege in der Stadt
Beim Landkreis dürfte dieser Betrag deutlich höher liegen, einen Durchschnittswert für die zurückliegenden Jahre konnte auf Nachfrage jedoch derzeit nicht genannt werden. Pressesprecherin Simone Starke teilte jedoch mit: "Die Kosten eines Winterdiensteinsatzes liegen - abhängig von Dauer, Personal, Fahrzeugen und Material - zwischen 5000 und 9000 Euro." Zudem koste der untere Preis für eine Tonne Streusalz etwa 90 Euro.
Das Winterwetter behindert weiterhin auch den Verkehr in Niedersachsen. Dass deshalb mehr Menschen in der Region auf Busse umsteigen, lässt sich in den Fahrgastzahlen jedoch nicht erkennen: "Der Regionalverkehr ist stark von der Schülerbeförderung geprägt, daher ist die Nachfrage hier recht gleichmäßig. Die Nachfrage im Stadtverkehr ist stark touristisch geprägt, das heißt im Zeitraum zwischen Osterferien und Herbstferien ist das Aufkommen deutlich höher als im Winterhalbjahr, mit einer Spitze in den Sommerferien. Eine signifikant höhere Nachfrage bei Winterwetter haben wir bisher nicht beobachtet", so Oliver Blau vom Marketing & Vertrieb der KVG. Anders sieht es bei den Taxen aus. Nihal Mohammadi ist Geschäftsführer von Nordsee Taxen aus Cuxhaven. Er berichtet: "Bei Schnee und Glätte haben wir schon mehr zu tun. Gerade für kurze Strecken, die sonst zu Fuß gegangen werden, rufen sich bei Schnee viele ein Taxi."