Die "Deutschland" kommt: Sonderzüge sollen Passagiere direkt zum Hafenbahnhof bringen
Vor 23 Jahren fuhr der letzte Sonderzug direkt zum Hafenbahnhof Hapag-Halle am Steubenhöft. Damals wollte man den Gästen der "Deutschland" etwas Besonderes bieten. Nun ist es wieder das "Traumschiff", mit dem sich dieses Kapitel wiederholen könnte.
Im Juni 2001 war der "Weltmeisterzug" von 1954 zu Gast im Hafenbahnhof Hapag-Halle am Steubenhöft. Es war einer der letzten Sonderzüge auf den Gleisen vor dem Steubenhöft. Dem Förderverein Hapag-Halle war es damals gelungen, den "VT08" für acht Fahrten zu chartern. Ursprünglich sollte der Zug für das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" eingesetzt werden. Verantwortlich dafür war der damalige Reeder der "Deutschland”, Peter Deilmann. Für vier Abfahrten des Traumschiffs ab Cuxhaven wollte er seinen Fahrgästen etwas Besonderes bieten.
Das "Traumschiff" kehrte damals, 2001, von einer 13-tägigen Ostsee-Kreuzfahrt zurück. Rund 110 Passagiere wurden nach dem Anlauf mit dem Nostalgiezug "VT08" nach Hamburg gebracht. Der Förderverein Hapag-Hallen ermöglichte auch den Cuxhavenern den Erwerb der Restkarten und organisierte Sonderfahrten nach Stade, eine nach Bederkesa und eine Rundfahrt durch den Landkreis.
Sonderzüge wieder direkt zum Steubenhöft in Cuxhaven
Bald könnten erneut Züge zum "Amerika-Bahnhof" rollen, und nach 23 Jahren ist wieder das "Traumschiff" der Auslöser. Der Kreuzfahrtveranstalter Phoenix Reisen hat bei der Bekanntgabe des Sommerfahrplans 2026 Cuxhaven als neuen Start- und Zielhafen benannt. Am 28. Mai, 19. Juni, 27. Juli und 12. August 2026 wird die "Deutschland" jeweils zum Gästewechsel in Cuxhaven liegen.

Dazu könnten auch Sonderzüge eingesetzt werden. Nach Informationen, die unserem Medienhaus vorliegen, hat der Hafenbetreiber NPorts diesbezüglich bereits mit Phoenix Reisen verhandelt. NPorts teilte dazu auf Anfrage unseres Medienhauses mit: "Wir freuen uns über das Interesse des Veranstalters an unserem Hafen. In einem Gespräch haben wir die Möglichkeiten und Notwendigkeiten für den Steubenhöft als Abfahrtshafen skizziert. Konkrete Maßnahmen müssen noch vereinbart werden", so NPorts-Sprecherin Dörte Schmitz. Mehr könne der Hafenbetreiber derzeit nicht sagen. Auch wenn es mit den Sonderzügen nicht klappen sollte: Phoenix Reisen hat bereits einen Plan für 2026 entwickelt.
Verbesserung der Infrastruktur wäre wünschenswert
Zur Entscheidung für Cuxhaven sagt Heike Euskirchen, Pressesprecherin des Reiseveranstalters: "Cuxhaven hat sich angeboten, weil die Verantwortlichen Interesse bekundet haben und ihren traditionellen Terminal, das Steubenhöft, stärker nutzen wollen. Und die Abwicklung bei unseren außerplanmäßigen Anläufen in den letzten beiden Jahren war gut. Außerdem liegt Cuxhaven mit seinem kurzen Zugang zur Nordsee einfach günstig."

Phoenix Reisen teilte mit, dass das Angebot der Region und der Hotellerie gut zu ihrer Klientel passe. "Wir werden Vor- und Nachprogramme sowie Hotelaufenthalte sowohl in Cuxhaven als auch in Bremerhaven anbieten", so Euskirchen.
Die An- und Abreisevarianten (Straße und Bahn) seien für die durchschnittliche Passagierzahl eines Schiffes wie der "Deutschland" gut zu bewältigen, so der Reiseveranstalter. Dennoch sieht das Unternehmen in Cuxhaven noch Luft nach oben. "Wir von Phoenix Reisen haben keine Megaliner mit Tausenden von Passagieren im Portfolio. Aber jede Verbesserung der Infrastruktur würde dem Standort gut tun", sagt Heike Euskirchen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Gäste das Busangebot für die An- und Abreise bevorzugen. Für Gäste, die mit dem Auto anreisen, könnte es verschiedene Optionen geben, wie zum Beispiel ein Busshuttle ab Bremen.

Wer mehr über die Geschichte des Steubenhöfts erfahren möchte, kann entweder an einer Führung teilnehmen oder die neue Broschüre "Um die Ecke geht es nach Amerika" des Fördervereins Hapag-Halle erwerben. Sie fasst alle bisherigen Ausstellungen in Bild und Text zusammen und ist nach Führungen vor Ort, in der Buchhandlung Oliva oder im Museum "Windstärke 10" zum Preis von acht Euro erhältlich.
Das war der Weltmeisterzug "VT08"
Seine letzten großen Auftritte hatte der VT08 im Kinofilm "Das Wunder von Bern" (2003) und als Werbezug während der Heim-WM 2006. Doch der Zug, der seit 2010 in Thüringen auf dem Abstellgleis steht, ist nicht der echte Weltmeisterzug. Er ist jedoch baugleich mit dem Original und darüber hinaus der letzte erhaltene Triebzug dieser Baureihe überhaupt. Jahrelang behaupteten DFB und Deutsche Bahn: Das ist der Zug, mit dem Sepp Herberger, Fritz Walter und die anderen Helden von Bern nach dem WM-Sieg zurück in die Heimat fuhren. Es gab insgesamt 20 baugleiche Züge der Baureihe "VT08". 19 davon wurden in den 80er-Jahren verschrottet - darunter auch das Original.