150 Jahre nach dem Untergang auf der Elbe: Altes Schiffswrack vor Cuxhaven gehoben
Ein großer Schwimmkran ist vor Cuxhaven auf der Außenelbe im Einsatz. Zuletzt wurde das 1919 auf der Überführungsfahrt nach Großbritannien gesunkene U-Boot U16 geborgen - nun ein noch deutlich älteres Wrack. Es gibt bereits Pläne für die Überreste.
Wieder ist ein großer Schwimmkran vor Cuxhaven auf der Außenelbe im Einsatz - diesmal einer der stärksten Schwimmkräne Europas: der "HEBO-Lift 10". Zuletzt wurde das am 8. Februar 1919 auf der Überführungsfahrt nach Großbritannien gesunkene U-Boot U16 mit Hilfe des Krans "Matador 3" geborgen - nun wurde ein noch deutlich älteres Wrack gehoben.
Das Fahrwasser wird routinemäßig einmal jährlich vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee auf Hindernisse überprüft. Das teilte Kai Ewers, Pressesprecher und Fachgebietsleiter für Wasserstraßenüberwachung, Schifffahrt und Liegenschaftsmanagement, auf Nachfrage unseres Medienhauses mit. Dabei wurde auch dieses Wrack als Unterwasserhindernis ausgemacht. Wo Wracks liegen, ist bekannt - doch durch die Strömungen können sie freigespült werden und so zu einer Gefahr für die Schifffahrt werden.
Wrackteile wurden in den Hafen gebracht
Am Dienstag war zu sehen, wie der 84 Meter lange und 34 Meter breite Schwimmkran "HEBO-Lift 10" sowie zwei Schlepper, darunter die "Wulf 7" der Cuxhavener Schlepp- und Bergungsreederei Otto Wulf, mit der Barge "HEBO-P 71" in Richtung Hafen fuhren. Auf der Barge befanden sich Wrackteile eines gesunkenen Schiffes. Auf Facebook, in der Gruppe "Hafenwelt Cuxhaven", wurde fleißig spekuliert - schließlich kam man auf das vor 150 Jahren gesunkene Schiff "Gnome". Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt bestätigte die Vermutungen später.

Die Teile wurden bei Wulf in Cuxhaven zwischengelagert. Vieles war nur noch ein Haufen Schrott, doch der Vorsteven, der vordere Teil des Schiffsgerüsts, war erstaunlich gut erhalten und nahezu intakt - trotz 150 Jahren unter Wasser. Sogar Planken vom ursprünglichen Holzdeck sind noch zu erkennen. Wie schon beim U-Boot U16 waren an diesem Wrack zahlreiche Netze und anderer Unrat verheddert.
Ein Dampfschiff mit Schraubenantrieb
Das Schiff wurde 1856 gebaut, war etwa 48 Meter lang und acht Meter breit. Es wurde auf einer Werft am Fluss Clyde gebaut, einem schottischen Fluss, der durch Glasgow fließt. Der Rumpf der "Gnome" besteht aus Eisen. Es handelte sich um ein Dampfschiff mit Schraubenantrieb, das für den Transport verschiedenster Arten von Stückgut (General Cargo) ausgelegt war - wie Kisten, Säcke oder Fässer, lange bevor Container den Frachtverkehr dominierten. Das Schiff verkehrte zwischen Grangemouth und Hamburg und lief jeden zweiten Donnerstag von jedem Hafen aus.

1876 versank die "Gnome" nach einer Kollision mit der Bark "San Luis" vor Cuxhaven, unweit der Kugelbake. Eine Bark ist ein Segelschiffstyp mit mindestens drei Masten.
Ganz beendet ist der Einsatz noch nicht: Der HEBO-Schwimmkran bleibt noch weiter vor Cuxhaven im Einsatz um Reste des Wracks zu entfernen. Wie viele Unterwasserhindernisse bisher insgesamt gefunden wurden, kann Ewers nicht sagen. Doch der Pressesprecher erklärt: "Derzeit sind keine weiteren Objekte zur Bergung vorgesehen. In der Vergangenheit wurden unter anderem unterschiedliche Wrackreste, Steine, Baumstämme sowie vergleichbare Hindernisse geborgen." Kai Ewers bestätigte auf Nachfrage außerdem, dass das nun geborgene Wrack zur Verschrottung vorgesehen ist.
