Taucher bei der Inspektion des gesunkenen Frachters „Verity“ vor Helgoland. Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
Taucher bei der Inspektion des gesunkenen Frachters „Verity“ vor Helgoland. Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
Komplexe Bergung

Gesunkener Frachter vor Helgoland: Bergungsarbeiten der "Verity" in vollem Gange

von Redaktion | 25.06.2024

Die Bergungsarbeiten für den gesunkenen Frachter "Verity" vor Helgoland laufen auf Hochtouren. Die komplexe Operation erfordert höchste Präzision und wird von Experten überwacht. Hier erfahren Sie mehr über den aktuellen stand der nergung.

Schon Tage vor dem Start der Bergungsarbeiten traf das Bergungsunternehmen Koole mit einem speziellen Bergeschlepper im Wrackgebiet der Verity ein und positionierte sich im Sicherheitsbereich am Rande des Sperrgebiets. An Bord des Schleppers KOOLE 53 befinden sich umfangreiche Ausrüstungen, darunter Tauchausrüstung, Tankcontainer, Ölsperren sowie zusätzliche Boote und Anker. Vorläufige Vermessungsarbeiten wurden bereits eingeleitet.

Seit dem Abflauen der Windbedingungen und der Verringerung der Wellenhöhe wurden erste Tauchgänge durchgeführt, um das Wrack genauer zu erkunden. Diese Vorabinspektion lieferte wertvolle Informationen über den Zustand des Wracks, die genaue Lage in der Wassertiefe sowie das Ausmaß der Schäden. Am Mittwoch, 19. Juni, wurden diese Voruntersuchungen erfolgreich abgeschlossen, was einen wichtigen Meilenstein für den Beginn der eigentlichen Bergungsarbeiten darstellt.

Komplexes Bergungsvorhaben unter strenger Planung

Eric Oehlmann, Leiter der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, betonte die Komplexität der Bergungsoperation und die sorgfältige Vorbereitung, die für einen erfolgreichen Verlauf entscheidend sei. Geplant ist, das Wrack bis zum Spätsommer vollständig zu bergen. Ein Team aus nautischen und technischen Spezialisten sowie externen Bergungsexperten gewährleistet dabei höchste Professionalität und Sicherheit für die Schifffahrt.

Der Bergungsschlepper KOOLE 53 positioniert sich im Wrackgebiet der "Verity". Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)

Nächste Schritte: Entfernung von Brenn- und Schmierstoffen

Die Bergungsarbeiten begannen mit der Entfernung der Brenn- und Schmierstoffe sowie anderer potenziell umweltschädlicher Materialien aus dem Wrack. Hierfür traf am Donnerstag, 20. Juni ein speziell gechartertes Unterstützungsschiff, die AQUARIUS, mit weiterer Ölbekämpfungsausrüstung am Einsatzort ein. Dies wird bis zur Ankunft einer zusätzlichen schwimmenden Arbeitsplattform als primäres Ölbekämpfungsschiff fungieren.

Sicherung des Seeverkehrs während der Bergungsoperation

Um die Sicherheit im Seeverkehr zu gewährleisten, überwacht die Verkehrszentrale Wilhelmshaven den gesamten Bereich rund um die Uhr. Einsatzschiffe wie die Sea Guardian und die Nordic sind für die Verkehrssicherung und als Notschlepper im Einsatz, um den Verkehr aus unterschiedlichen Richtungen zu überwachen und gegebenenfalls zu unterstützen.

Rückblick auf die Havarie

Die Verity, ein Küstenmotorschiff, sank im Oktober des Vorjahres nach einer Kollision mit dem Frachter Polesie in der Deutschen Bucht. Das Wrack liegt südwestlich von Helgoland in einer Tiefe von etwa 37 Metern und stellt eine ernste Gefahr für die Schifffahrt dar, weshalb das Gebiet als Sperrzone ausgewiesen wurde.

Die weiteren Schritte der Bergung umfassen die Sicherung der Ladung sowie die Zerlegung des Wracks in zwei Teile, gefolgt von der endgültigen Bergung mit einem Schwimmkran. Der genaue Zeitplan dieser komplexen Operation hängt jedoch stark von den Wetterbedingungen ab.

Die Bergung der Verity stellt eine Herausforderung dar, die mit höchster Präzision und unter Berücksichtigung der Umweltschutzmaßnahmen angegangen wird. Die Fortschritte werden eng überwacht, während die Expertenteams darauf hinarbeiten, das Wrack sicher und effektiv zu bergen, um die Gewässer vor weiteren Risiken zu schützen.

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