Gesunkener Frachter vor Helgoland: Was über die Bergung der "Verity" bekannt ist
Spezialisten konnten sich um die Bergung der im Oktober südwestlich von Helgoland gesunkenen "Verity" bewerben. Nun gibt es neue Informationen über die Sicherung des Wracks.
Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) hat den Auftrag für die Bergung des am 24. Oktober 2023 in der Deutschen Bucht havarierten Küstenmotorschiffs (Kümo) "Verity" an das niederländische Unternehmen Koole Contractors beauftragt. Im März war die Bergung europaweit ausgeschrieben worden - auch deutsche Unternehmen sollen sich daran beteiligt haben.
Wie das WSV mitteilte, wurde der Zeitplan des Vergabeverfahrens um sechs Wochen unterschritten. Dies ermöglicht nun einen zügigen Beginn der Bergungsarbeiten. Der genaue Zeitpunkt der Bergung werde schnellstmöglich vom Auftragnehmer gemeinsam mit den WSA Weser-Jade-Nordsee festgelegt. Zu berücksichtigen sind unter anderem die Wetterbedingungen und der Schiffsverkehr.
Wrack wird in zwei Sektionen zerschnitten
Die zu erbringenden Leistungen umfassen nach Angaben des WSV die Bergung des vollständigen Wracks, einschließlich der Ladung, des Treibstoffes und sonstiger wassergefährdender Stoffe wie beispielsweise Öle, Schmierstoffe, Reinigungsmittel. Darüber hinaus ist der Auftragnehmer verpflichtet, jegliche Umweltverschmutzung zu vermeiden. Das Schiff wird nach dem Bergen der Gefahrstoffe und der Ladung in zwei Sektionen zerschnitten und dann mit einem Schwimmkran gehoben.
Das Wrack der 91 Meter langen "Verity", das südwestlich vor Helgoland in einer Wassertiefe von etwa 37 Metern auf dem Meeresboden liegt, stellt aufgrund der Position und des an Bord befindlichen Treibstoffes eine Gefahr für die Schifffahrt dar und muss deshalb bis spätestens zum Jahresende geborgen werden. Aktuell bestehe aber keine akute Gefahr eines Treibstoffaustrittes.
Fünf Seeleute starben - zwei wurden gerettet
Die "Verity" war auf dem Weg von Bremen in die englische Hafenstadt Immingham und stieß am 24. Oktober 2023 mit dem polnischen Massengutfrachter "Polesie" zusammen, daraufhin sank die "Verity". Bei dem Seeunglück sind nach Angaben der Behörden fünf Seeleute ums Leben gekommen. Der Kapitän wurde tot geborgen, die Leichen von vier Seeleuten wurden nicht gefunden. Zwei Seeleute konnten gerettet werden.
Nach dem Unfall hatte die englische Reederei Faversham Ships angekündigt, die gesunkene "Verity" nicht zu bergen, sodass sich nun die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt um die Bergung kümmern muss. (ce/mcw)