Ein Streit um den Fahrschein eskalierte in Stade: Ein Busfahrer wurde angegriffen und musste medizinisch behandelt werden. Foto: Archiv
Ein Streit um den Fahrschein eskalierte in Stade: Ein Busfahrer wurde angegriffen und musste medizinisch behandelt werden. Foto: Archiv
Die Polizei ermittelt

Stade: Gewalt im Nahverkehr - Jugendlicher attackiert Busfahrer nach Ticket-Streit

06.02.2026

Was mit einer Auseinandersetzung während einer Busfahrt im Kreis Stade begann, endete mit einem verletzten Fahrer. Die Polizei ermittelt jetzt zu dem Vorfall und geht der Frage nach, wie es zu der Eskalation kommen konnte.

Wie eine Sprecherin der KVG Stade mitteilt, ist es auf einer Linienfahrt aus Bützfleth in Richtung Stade zu einer Auseinandersetzung zwischen einem jugendlichen Fahrgast und dem Busfahrer gekommen.

Auslöser sei eine Diskussion über den Kauf eines passenden Fahrscheins gewesen. Am Stader Bahnhof, der Endhaltestelle der Fahrt, habe sich der Fahrgast trotz mehrfacher Aufforderung durch den Busfahrer geweigert, den Bus zu verlassen.

Busfahrer erleidet leichte Gehirnerschütterung

Der Busfahrer habe daraufhin seinen Platz verlassen, um die Situation zu klären, so die Sprecherin. Dabei sei es zu einem tätlichen Angriff durch den Fahrgast gekommen, bei dem der Busfahrer verletzt wurde. Der Mann sei anschließend medizinisch behandelt worden und habe nach ärztlicher Diagnose eine "leichte Gehirnerschütterung" erlitten.

Eine Anzeige sei bei der Polizei erstattet worden. Wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach mitteilt, werde die Polizei Ermittlungen wegen Körperverletzung aufnehmen. Der Vorfall sei der Polizei Stade gemeldet und anschließend eine jugendliche Personengruppe kontrolliert worden. "Ob der mutmaßliche Täter dabei war, werden die Ermittlungen zeigen", sagt Bohmbach.

KVG verurteilt die Tat

"Wir verurteilen jede Form von Gewalt gegen unsere Mitarbeitenden ausdrücklich. Die Sicherheit unserer Fahrerinnen und Fahrer sowie unserer Fahrgäste hat für uns oberste Priorität", sagt die Sprecherin der KVG Stade. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen wolle sich die KVG allerdings nicht weitergehend zu dem Vorfall äußern.

Angriffe auf Personal im ÖPNV häufen sich

Erst am Mittwoch hatte es in Hamburg einen ähnlichen Vorfall gegeben, als ein Bahnmitarbeiter am Bahnhof Dammtor von einem 43-Jährigen brutal attackiert wurde, weil dieser sich nicht in einem Dienstraum aufwärmen durfte.

Der Bahnmitarbeiter sei von dem Mann beleidigt und mit Faustschlägen gegen Kopf und Oberkörper angegriffen worden. Als er bereits am Boden lag, habe der 43-Jährige ihm noch mehrfach gegen den Kopf getreten.

In Rheinland-Pfalz erreichte die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter in dieser Woche eine neue Dimension. Bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug hatte ein Fahrgast am Montag den Zugbegleiter Serkan C. angegriffen - und ihm so schwere Faustschläge gegen den Kopf versetzt, dass er lebensgefährlich verletzt wurde und seinen Verletzungen zwei Tage später erlag. (tom/dpa)

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