Die neue Blitzeranlage an der B73 in Hechthausen-Bornberg ist in der Lage, Geschwindigkeitsüberschreitungen in beide Fahrtrichtungen zu erfassen. Foto: Landkreis Cuxhaven
Die neue Blitzeranlage an der B73 in Hechthausen-Bornberg ist in der Lage, Geschwindigkeitsüberschreitungen in beide Fahrtrichtungen zu erfassen. Foto: Landkreis Cuxhaven
Was bedeutet das für den Landkreis?

Neuer Blitzer an der B73 in Hechthausen: Hunderte Verstöße in nur einer Woche

23.08.2024

Die neue Blitzeranlage an der B73 in Hechthausen-Bornberg hat das Potenzial, zu einer wichtigen Einnahmequelle für den Landkreis Cuxhaven werden. So viele Raser hat der neue Blitzer schon erwischt.

Auch wenn es in erster Linie um Verkehrssicherheit geht, wird die neue Blitzeranlage an der Bundesstraße 73 in Hechthausen-Bornberg an der östlichen Landkreisgrenze kurz vor dem Kreis Stade eine gute Einnahmequelle für den Landkreis Cuxhaven werden. Erlaubt sind 50 km/h. Doch vielfach wird sich nicht an das Tempolimit gehalten. Dies geht aus dem Geschwindigkeitsmesskonzept des Landkreises Cuxhaven hervor.

Mehr als 8000 Fahrzeuge sind dort täglich unterwegs. Es ist die Hauptverbindungsstraße im Elbe-Weser-Dreieck zwischen Cuxhaven und Hamburg. Der Landkreis Cuxhaven führt regelmäßig Verkehrszählungen durch.

So wurde die Strecke, die früher als Todesstrecke bekannt war, weil so viele schwere Unfälle dort passiert sind, als Raserroute bestätigt. Zwei Drittel der 8000 Fahrzeuge überschreiten demnach die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um mindestens 10 km/h - aber oft auch deutlich mehr.

Mehrere Faktoren führen zum "erwartbaren Gefahrenpunkt"

Die hohe Zahl an Geschwindigkeitsüberschreitungen an dem Standort an der B73 in Hechthausen-Bornberg hat dazu geführt, dass er als "erwartbarer Gefahrenpunkt" eingestuft wurde.

Was noch ins Gewicht fällt, bei dieser Beurteilung des Landkreises: Bei dieser Einschätzung wurden die nahe gelegene Bushaltestelle sowie die umliegende Wohnbebauung mit den auf die B73 einmündenden Zu- und Ausfahrten und die einmündenden Seitenstraßen berücksichtigt.

511 Verstöße hat der Landkreis direkt in den ersten 7,5 Tagen, seitdem die neue feste Geschwindigkeitsmesssäule scharf geschaltet wurde, registriert. Davon 16 mit einem einmonatigen Regelfahrverbot, dies bedeutet Geschwindigkeitsüberschreitungen von mindestens 31 km/h innerorts, zusätzlich zu einer Geldbuße.

Je bekannter die Säule, desto mehr gewöhnen sich die Autofahrer daran

Noch rechnen die meisten Verkehrsteilnehmer nicht mit dem Blitzgerät, das zu schnell fahrende Fahrzeuge erkennt und fotografisch festhält. Mit jedem Tag wird es bekannter und damit könnte eine Art Gewöhnungseffekt eintreten.

Dies hält auch Fachbereichsleiter Marco Holst für denkbar. Wobei für den Landkreis-Fachmann nicht vorhersehbar ist, wie sich die Blitzer-Präsenz auf die Anzahl der Verstöße auswirken wird.

Eine der alten Anlagen ist derzeit noch in Betrieb: Seit 2011 betreibt der Landkreis die stationäre Messanlage an der Bundesstraße 71 in Heerstedt. Die beiden weiteren festen Blitzeranlagen in Kirchwistedt und Hemmoor waren bereits seit 2009 im Dienst. Doch beide sind seit vergangenem Jahr abgeschaltet.

Genaue Platzierung der weiteren neuen Blitzer steht noch nicht fest

Sie sind zu alt. Es wird schwer, an Ersatzteile zu kommen. Deshalb hat der Landkreis nach einem Geschwindigkeitsmesskonzept fünf neue Anlagen eingeplant. Die genauen Standorte sind noch nicht bekannt. Es sind der Politik im Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten im November 2023 bereits die Platzierungen bekannt gegeben worden. Aber der Fachbereichsleiter Holst legt Wert darauf, dass es vorläufige Standorte sind.

Verkehrszählungen, die immer mal wieder stattfinden und die Fortschreibung des Geschwindigkeitsmesskonzepts können noch Einfluss nehmen.

Wie ein fester Blitzer das Fahrverhalten verändert, ist an dem langjährigen Gerät in Heerstedt erkennbar. Die Fachabteilung im Landkreis weiß von durchschnittlich 116 Fällen in der Woche im ersten Halbjahr dieses Jahres. Für diese Ordnungswidrigkeiten sind Verwarn- und Bußgelder in Höhe von knapp 9000 Euro festgesetzt.

Von Julia Dührkop

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