Müssen die Insulaner und ihre Gäste auf Bäcker-Brötchen, Brot und Kuchen demnächst verzichten? Die einzige Handwerksbäckerei steht vor dem Aus.
Müssen die Insulaner und ihre Gäste auf Bäcker-Brötchen, Brot und Kuchen demnächst verzichten? Die einzige Handwerksbäckerei steht vor dem Aus.
Suche zur "Chefsache" erklärt

Helgolands einzige Bäckerei vor dem Aus - Nachfolge nicht in Sicht

von Wiebke Kramp | 19.11.2024

Der Insel-Bäcker ist eine Institution auf Helgoland, könnte aber bald Geschichte sein. Die Bäckerin schließt zum Jahresende. Dann ist Helgoland ohne Handwerksbäckerei. Eine Nachfolge ist nicht in Sicht. Der Bürgermeister hat sich eingeschaltet.

Noch ist der Ofen in der Backstube im Südhafen in Betrieb und das Stamm-Geschäft des Insel-Bäckers im Oberland geöffnet. Der gepachtete Laden im Unterland am Lung Wai ist bereits geschlossen worden. Alle Bemühungen der Bäckerin, einen Bäcker und Konditor fest auf die Insel zu bekommen, haben in den zurückliegenden vier Jahren nicht gefruchtet.

Mal eben mit dem Auto in den Nachbarort zu fahren, wie auf dem Festland, ist auf der Hochseeinsel nicht drin. Müssen die Helgoländer und ihre zahlreichen Gäste und Urlauber auf knusprig-frische Brötchen, Croissants, Franzbrötchen und Co. verzichten und sich mit Aufbackware begnügen?

"Ein großes Thema, das uns umtreibt"

Helgolands Bürgermeister Thorsten Pollmann hat sich jetzt eingeschaltet. "Das ist ein großes Thema, das uns umtreibt. Ein Bäcker ist für uns wichtig. Darum habe ich das zur Chefsache erklärt."  Die Bäckerfrage bewege die Bevölkerung sehr.

"Unsere knapp 1500 Einwohner wollen frische Brötchen, Brote und Kuchen kaufen können. Ein Riesenbedarf gibt es aber auch bei der Vielzahl an unseren Gästen, das sieht man an den Schlangen, die sich vor den Geschäften bilden."  Auch als Snack-Lieferant war der Insel-Bäcker begehrt. Wer auf die Schnelle ein frisch belegtes Brötchen, ein Stück Butterkuchen, den Becher Kaffee im Stehen oder zum Mitnehmen wollte, wurde dort fündig. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass es in der Sache Luft nach oben und Entwicklungspotenzial gibt und davon, dass es durchaus ein lukratives Geschäft ist.

Bürgermeister hatte als Mittler schon Erfolg

"Als Gemeinde sind wir jetzt händeringend nach einer Nachfolge und würden gern vermitteln - egal ob jemand sich selbstständig machen möchte oder Bäckerkette dahintersteht", sagt Thorsten Pollmann. Interessenten dürfen sich gern direkt an den Bürgermeister wenden. 

Mit der Mittlerrolle hat der Verwaltungschef übrigens beste Erfahrung im Sinne der Versorgung seiner Einwohnerschaft gesammelt. Auch die einzige Apotheke stand vor dem Aus - und der Aufruf der Gemeinde nach einer selbstständigen Nachfolge hat gefruchtet. Die neue Apothekerin werde Mitte Februar aus Bayern mit ihrer Familie auf die Insel kommen und zum 1. April die Insel-Apotheke übernehmen, freut sich der Bürgermeister.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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