Ehemalige Kirche in Hemmoor verkauft: Bauunternehmen plant neuen Firmensitz
Ein Jahr lang war der Cuxhavener Immobilienmakler Günter Heße auf der Suche nach einem Käufer für die ehemalige Neuapostolische Kirche in Hemmoor. Jetzt ist er fündig geworden. Wer das frühere Gotteshaus gekauft hat und was damit passieren soll.
Die ehemalige Neuapostolische Kirche an der Ecke Zentrumsstraße/Lamstedter Straße hat eine neue Berufung: Dort, wo über lange Zeit Gottesdienste gefeiert wurden und Menschen gebetet haben, werden künftig Baupläne gewälzt und Sanierungen geplant. Das Hemmoorer Bauunternehmen GO Bau hat das 1973 erbaute Gotteshaus gekauft und will dort seinen Firmensitz hinverlegen. Zusätzlich sind Gewerbeflächen geplant, wie Geschäftsführer Matthias Ott im Gespräch mit cnv-medien.de erläutert.
Das Gebäude soll grundlegend verändert und ansprechend gestaltet werden. Die Kirchenspitze werde verschwinden, so der Käufer. "Wir wollen die Kirche aus den Köpfen der Hemmoorer bekommen", erklärt Ott. Bis die Bauarbeiten starten, dürfte noch etwas Zeit vergehen. "Zunächst muss die Bauleitplanung auf den Weg gebracht werden." GO Bau hat dafür ein Planungsbüro beauftragt.
Vermittelt wurde der Verkauf der früheren Kirche vom Cuxhavener Immobilienmakler Günter Heße. Das Gebäude mit seiner 260 Quadratmeter großen Wohn- und Nutzfläche hat dem Immobilienprofi in den vergangenen Monaten einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Der Bebauungsplan ließ zunächst nur eine kirchliche Nutzung zu und musste geändert werden. Für zusätzlichen Ärger sorgten in der Weihnachtszeit unbekannte Diebe, die das Kupfer vom Dach der einstigen Kirche stahlen. "Das sorgte für eine Preissenkung", berichtet Heße. Zu welchem Preis das Objekt letztendlich verkauft wurde, darüber schweigt sich der von der Kirche eingeschaltete Immobilienmakler aus. Ursprünglich angeboten wurde es für 240.000 Euro.
Glücklich über die Nachnutzung der leer stehenden Immobilie ist auch Hemmoors Stadtdirektor Jan Tiedemann. "Ich bin sehr froh, dass das Objekt verkauft wurde und neu belebt wird", sagt der Verwaltungschef. Mit dem Verkauf und den geplanten Veränderungen am Standort würde nun der Eingangsbereich zur Zentrumstraße aufgewertet.
Projektgrundstück mit markantem Bestandsbau
Auch für die ehemalige Neuapostolische Kirche in Cuxhaven gibt es offenbar einen Käufer. Die Cuxhavener Immobilienkauffrau Caroline Regge hat das 1953 erbaute Haus kürzlich an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht. "Gerne bestätige ich Ihnen, dass die Immobilie an der Theodor-Storm-Straße inzwischen verkauft wurde und der Verkauf abgeschlossen ist", teilt Caroline Regge auf Anfrage unserer Redaktion mit. Zum Käufer und zur geplanten künftigen Nutzung des Objekts will sich die Immobilienfachfrau mit Rücksicht auf die Interessen des neuen Besitzers aktuell nicht äußern. Die Maklerin hatte die Ex-Kirche auf ihrer Homepage als "Projektgrundstück mit markantem Bestandsbau", ideal "für kreative Projekte", angeboten. Ursprünglich waren 299.000 Euro als Verkaufspreis aufgerufen.

Das Gebäude wird seit der Zusammenlegung der Gemeinden Cuxhaven und Sahlenburg im Jahr 2018 nicht mehr kirchlich genutzt. Der letzte Gottesdienst fand am 30. Mai 2018 statt. Schon 2023 wurde die einstige Kirche von einem Cuxhavener Immobilienbüro zum Verkauf angeboten. Das Gebäude war damals unter anderem als Ärztehaus im Gespräch, doch die geplante Neunutzung scheiterte. Die Immobilie wurde in dieser Zeit umfassend zurückgebaut und entkernt.