Finanzielle Herausforderungen in Hemmoor: Einnahmen und Risiken der Bettensteuer
In Hemmoor brodelt die Debatte um die Einführung einer Bettensteuer weiter. Zwischen finanziellen Chancen und Bedenken der Vermieter steht die Entscheidung über die touristische Zukunft der Region noch aus.
Bereits in der Ratssitzung am 12. Dezember 2025 sorgte der Antrag der Gruppe Grüne/BgH auf Einführung einer Übernachtungsabgabe für Unruhe. Die erste Samtgemeinderätin Karina Kramer hatte darauf eine Vorlage für das erste Quartal 2026 angekündigt - und lieferte diese im Ausschuss für Finanzen und Wirtschaftsförderung der Stadt Hemmoor am 29. Januar 2026.
Die Verwaltung habe sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, erklärte Kramer. Dabei wurde deutlich, dass nur die Bettensteuer für Hemmoor infrage kommt. Die Einnahmen dieser Steuer stünden frei zur Verwendung.
Ist Hemmoor eine "sonstige Tourismus-Kommune"?
Zentral sei die rechtliche Frage: Zuerst müsse geklärt werden, welchen Status Hemmoor haben müsse, um die Steuer erheben zu können. Hierfür komme die "sonstige Tourismus-Kommune" in Frage. Diese werde nicht verliehen, müsse aber gewisse Punkte erfüllen. Hemmoor habe keine herausragende Sehenswürdigkeit, aber ein besonderes Sport- oder Freizeitangebot in Form der Tauchbasis am Kreidesee. Kramer empfahl, juristische Beratung hinzuziehen. Noch habe keine "sonstige Tourismus-Kommune" eine Bettensteuer erhoben. Das Risiko bei einer gerichtlichen Entscheidung sei hoch. SPD-Rätin Birgit Meyn Horeis wies auf die angespannte Haushaltslage hin: "Die Haushaltslage ist nicht mehr so rosig. Die Ausgaben müssen gesenkt werden, aber auch die Einnahmen erhöht." Unklar sei bei der Bettensteuer wie hoch der Verwaltungsaufwand sei. Außerdem müssten Vermieter dringend mit einbezogen werden. Die SPD sei klar gegen Schnellschüsse.
CDU-Ratsherr Jan Lafrenz kritisierte: "Lange wildes Diskutieren ohne Inhalt. Wir werden heute keine Richtung angeben." Darüber hinaus merkte er an, dass die Einnahmen, ausgehend von einem Euro Bettensteuer, bei 60.000 Euro liegen würden. Die Ausgaben für Personal lägen jedoch bereits bei 75.000 Euro und 10.000 Euro Sachkosten.
Zu wenig Geld für den Tourismus
Die erste Samtgemeinderätin erklärte, dass nur im ersten Jahr, während der Einführung der Bettensteuer, eine volle Personalstelle benötigt werde. Im Folgejahr würde sich diese auf eine 0,5 Stelle reduzieren, wodurch es auch zu einer Kostenminderung käme. Am Ende stellte Meyn Horeis einen Antrag ohne Empfehlung aus dem Ausschuss zu gehen. In der nächsten Stadtratssitzung soll nun erneut über das Thema gesprochen werden.
Während der Einwohnerfragestunden meldete sich noch ein Bürger zu Wort, der seit mehr als 20 Jahren Vermieter einer Ferienwohnung in Hemmoor ist. "Die Vermieter haben den Touristen nicht viel zu bieten. Es fließt zu wenig Geld in den Tourismus", kritisierte er. Cuxhaven sei teuer und dadurch würden viele Touristen auf den Landkreis ausweichen. Auch er äußerte seine Bedenken, dass sich diese dann in Nachbargemeinden verabschieden würden.
Hemmoor steht nun also vor einer weiteren Runde in der noch offenen Diskussion - zwischen finanzieller Chance, organisatorischem Aufwand und den Erwartungen von Bürgern und Vermietern.