Erste Wahlkampf-Töne an der Oste: "Es gibt noch mehr als Hechthausen"
So langsam, aber sicher startet der Kommunalwahlkampf; zumindest in der Samtgemeinde Hemmoor. Die CDU läuft sich verbal warm und zieht eine gemischte Bilanz der letzten Wahlperiode unter Bürgermeister Jan Tiedemann.
Beim Dreikönigstreffen der CDU am Wochenende in Osten, wo sich der von den Christdemokraten unterstützte parteilose Samntgemeindebürgermeisterkandidat Torge Weritz vorgestellt hatte (wir berichteten), gab es einige verbale Spitzen gegen Tiedemann, ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. So wird innerhalb der CDU schon seit längerer Zeit kritisiert, dass die Entwicklung der Stadt Hemmoor schleppend vorangehe und nicht mit dem nötigen Nachdruck vorangetrieben werde, während es in Hechthausen ein Projekt nach dem anderen gebe.
"Hemmoor hat ja seine Boulebahn bekommen", merkte Lasse Weritz (CDU-Fraktionschef im Samtgemeinderat) zum Einstieg in seine Rede provokant an. "In Hechthausen läuft's dagegen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt", fuhr der Christdemokrat fort. Tiedemann ist Hechthausener Gemeindedirektor und war bis vor fünf Jahren auch Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde.
Weritz kritisierte, dass - außer in Hechthausen - kaum neue Projekte angeschoben worden seien: "Die meisten Dinge, die gelaufen sind, stammen noch aus der vorherigen Wahlperiode." Das müsse sich ändern. Und auch eine räumliche Verschiebung der Schwerpunkte: "Es gibt noch mehr als Hechthausen."
Verhandlungen ohne Erfolg
Was es in Osten Neues gibt, erläuterte Bürgermeister Carsten Hubert beim Dreikönigstreffen. Er bedauerte, dass die Pläne für ein kombiniertes Bau- und Gewerbegebiet wahrscheinlich nicht umgesetzt werden können, da ein Bodengutachten gezeigt habe, dass insbesondere im Bereich des gemeinsamen Gewerbegebietes Osten/Hemmoor der Untergrund zwangsläufig zu umfangreichen und kostenintensiven Gründungsmaßnahmen führen würde: "Die Verhandlungen sind zunächst gescheitert."
Positiv seien dagegen die Ausweisung eines Baugebietes mit zehn Plätzen im Bereich Isensee und die geplante Dachsanierung des "Osteland-Festhauses", für die man einen Zuschuss von rund 500.000 Euro zugesichert bekommen habe. Auch das Radwegenetz werde deutlich verbessert. Durch den Windparkbau verspricht sich die Gemeinde direkte jährliche Einnahmen von rund 300.000 Euro, was für finanzielle Spielräume sorge.