Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte kommt bereits dichter Rauch aus dem Gebäude. Foto: Lange
Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte kommt bereits dichter Rauch aus dem Gebäude. Foto: Lange
Brand im Stadtteil Westersode

Feuer in Hemmoor: Drei junge Frauen und zwei Kinder retten sich aus brennendem Haus

23.03.2025

Ein harmloser Morgen entwickelt sich in Hemmoor zum Albtraum, als eine junge Mutter während des Frühstücks plötzlich Rauch bemerkt. Fünf Menschen - drei junge Frauen und zwei Kinder - entkommen den Flammen. Doch der Brand hinterlässt seine Spuren.

Schock am Morgen: Während eine Mutter das Frühstück zubereitete, ist es in Hemmoor zu einem großen Feuer gekommen. Verletzt wurde niemand.

Die Mutter versorgte am Sonnabendmorgen (22. März 2025) gegen 9.35 Uhr gerade ihre beiden Kinder, eines im Alter von zehn Jahren, das andere im Alter von zehn Monaten. Als die junge Frau das Frühstück vorbereitete, bemerkte sie in der Küche ihrer Wohnung eine starke Rauchentwicklung. Als sie die Küche betreten wollte, schlugen ihr die Flammen bereits entgegen.

Feuer in Hemmoor: Alle fünf Bewohner retten sich ins Freie

Sofort informierte sie zwei weitere junge Frauen, die im Obergeschoss des Hauses wohnen. Die Mutter mit ihren beiden Kindern und die beiden Frauen aus dem Obergeschoss retteten sich vor den Flammen, begaben sich ins Freie und alarmierten die Feuerwehr.

Wenige Minuten später kamen die Einsatzkräfte in der Dorfstraße im Stadtteil Westersode an. Wegen des starken, kalten Ostwindes wurden alle Bewohner ins warme Feuerwehrfahrzeug gesetzt und betreut. Währenddessen begannen die Rettungskräfte unter schwerem Atemschutz mit dem Löschangriff aus dem Löschfahrzeug. Parallel dazu verlegten die Feuerwehrleute Schläuche über lange Wegstrecke von einem entfernten Hydranten.

Unter schwerem Atemschutz wird das Küchenmobiliar aus dem Gebäude entfernt und im Außenbereich gelagert. Foto: Lange

Mehrere Trupps rüsteten sich mit Atemschutz aus, um in das inzwischen stark verrauchte Gebäude zu gehen. Das Feuer hatte sich bereits in die Decke und auf die gesamte Küche ausgebreitet. Die Küchendecke musste komplett entfernt werden, um an Glutnester zu kommen. Das Küchenmobiliar wurde aus dem Haus entfernt und im Außenbereich abgelöscht. Mit einer Wärmebildkamera wurden die Temperaturen kontrolliert.

Haus in Hemmoor nach Feuer unbewohnbar

Das gesamte Haus ist durch den dicken, schwarzen Rauch mit Ruß bedeckt, mit Rauchgasen kontaminiert und somit unbewohnbar. Vorsorglich wurde ein Rettungswagen angefordert. Die drei Frauen und die zwei Kinder wurden vom Rettungsdienst untersucht. Da sie unverletzt waren und nur wenig Rauch eingeatmet hatten, musste niemand ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Küche brennt vollkommen aus. Das Haus ist nach der starken Rußbildung unbewohnbar und mit Rauchgasen kontaminiert. Foto: Lange

Die Brandursache ist bisher unbekannt. Noch während des Einsatzes nahm die Polizei die ersten Ermittlungen zur Brandursache auf. Die Dorfstraße musste während des Einsatzes für zwei Stunden voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde umgeleitet. Es entstand hoher Sachschaden in bisher unbekannter Höhe. Gegen 11.15 Uhr rückten die Einsatzstelle wieder rein.

Bewohner aus Brandhaus in Hemmoor neu eingekleidet

Bis auf das, was sie trugen, hatten die Bewohner keine Kleidung, Schuhe und vor allem keine Babynahrung. Manja Fritzsche vom Paritätischen, Koordinatorin Gemeinwesen-Arbeit der Samtgemeinde Hemmoor, sprang ein, fuhr sie zur Hemmoorer Kleiderkammer. Dort wurden sie mit Kleidung, Babynahrung, Essen und Getränken versorgt. Im Einsatz waren 62 Einsatzkräfte der Feuerwehren Westersode, Warstade und Heeßel, der stellvertretende Gemeindebrandmeister Malte Schimmelpfennig, ein Rettungswagen des Cuxland-Rettungsdienstes aus Hemmoor, mehrere Fahrzeugbesatzungen der Polizei Hemmoor und Betreuerinnen der flexiblen Jugendhilfe Hemmoor.

Von Jürgen Lange

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