Kokain-Prozess in Hamburg: Das soll der Angeklagte Mann aus Hemmoor gemacht haben
Vor dem Landgericht Hamburg müssen sich neun Männer wegen mutmaßlicher Kokainimporte aus Südamerika im großen Stil verantworten. Unter den Angeklagten ist auch ein Hemmoorer. Diese Rolle soll der Mann aus dem Cuxland beim Schmuggel gespielt haben.
Wie unser Medienhaus bereits berichtete, müssen sich neun Männer wegen (teils bandenmäßigen) Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Hamburg vor Gericht verantworten. Zwei der Angeklagten sollen an drei Taten beteiligt gewesen sein, drei weitere an jeweils zwei und vier an jeweils einer Tat. Unter den Beschuldigten ist auch ein Mann aus Hemmoor.
Die beiden Angeklagten G. (33) und B. (47), denen eine Beteiligung an allen drei Taten vorgeworfen wird, sollen sich im Sommer 2024 mit weiteren, bislang nicht ermittelten Mittätern zusammengeschlossen haben, um Kokain per Schiff von Südamerika nach Deutschland zu schmuggeln und anschließend gewinnbringend zu verkaufen.
Gefälschte E-Mails zur Tarnung erstellt
Im August 2024 sollen sie einen Lieferanten in Costa Rica kontaktiert haben, um dort Kokain im jedenfalls dreistelligen Kilogrammbereich zu bestellen. Nach dem Ermittlungsergebnis sahen die Tatpläne vor, die Drogen unter einer Tarnladung zu verstecken - im ersten Fall in gefrorenen Ananas.
Für den ersten Transport wurde in Costa Rica ein Container mit 22 Tonnen Ananas bestellt, der am 11. September 2024 auf dem Seeweg nach Bremerhaven gelangte. Das im dreistelligen Kilogrammbereich versteckte Kokain wurde bei einer Zollkontrolle nicht entdeckt. Die beiden Angeklagten sollen die Drogen Ende September aus dem Container geborgen haben. Die Ananas soll einer der Männer laut Anklage anschließend in einer Biogasanlage vernichtet haben.
Ein weiterer Kokaintransport (520 Kilogramm) über den Hamburger Hafen scheiterte zwischen Januar und Februar 2025. Nach der Anklage sollen die beiden Hauptangeklagten dafür Bananen unter dem Namen eines tatsächlich existierenden Unternehmens bestellt und zur Vertragsabwicklung E-Mail-Adressen eingerichtet haben, die den Anschein erweckten, zu der betreffenden Gesellschaft zu gehören.
Nachdem unbekannte Mittäter das Kokain am 24. Januar 2025 zwischen den Bananen versteckt haben sollen, gelangte der Container von Ecuador über Panama nach Hamburg, wo er am 19. Februar eintraf. Um den Transport nach der Ankunft weiter verfolgen zu können, sollen die Mittäter bei der Reederei die bereits bei der Bestellung verwendeten E-Mail-Adressen hinterlegt haben. Ziel soll es gewesen sein, das Kokain noch vor der Durchleuchtung des Containers in der Containerprüfanlage (CPA) zu bergen.
Für die geplante Bergung war der angeklagte Lkw-Fahrer S. (57) zuständig. Der Plan scheiterte jedoch, weil der Zoll den Container nach einem Hinweis bereits am 20. Februar 2025 kontrollierte und das Kokain sicherstellte.
Futtermais und Dünger in Paraquay bestellt
Der Angeklagte S. (57) wusste jedoch nichts von der erfolgreichen Zollkontrolle und holte den Container ab, um ihn nach Hamburg-Harburg zu bringen. Dabei soll er von den Angeklagten C. (29) und L. (31), die in einem Pkw unterwegs gewesen sein sollen, begleitet worden sein.
Von Hamburg-Harburg aus soll der Angeklagte G. den Weitertransport über B. organisiert haben. Beim anschließenden Transport des Containers kommt der Angeklagte O. ins Spiel und die Entladung in einer Lagerhalle soll durch den Angeklagten Sa. (31) abgesichert worden sein. Die legale Tarnladung aus dem Container soll der Angeklagte R. (37) in einer Biogasanlage vernichtet haben.
Der Angeklagte aus Hemmoor soll nach der Anklage erst im dritten Tatkomplex eine Rolle gespielt haben. Gemeinsam mit den beiden Hauptangeklagten soll er im März 2025 vereinbart haben, Kokain aus Paraguay nach Hamburg zu verschiffen. Die Drogen im dreistelligen Kilogrammbereich sollten dabei in Futtermais oder Dünger versteckt werden. Nach dem Ermittlungsergebnis bestellte der Hemmoorer im Mai 2025 in Absprache mit B. und G. zwei Container Mais und reservierte fünf weitere. Wegen flutbedingter Lieferengpässe kam der Transport des Futters jedoch nicht zustande, sodass auch die geplanten Kokain-Einfuhren scheiterten.
Am Mittwoch fand der zweite Verhandlungstag statt. Bis zur geplanten Urteilsverkündung am 1. Oktober sind noch acht weitere Verhandlungstermine angesetzt.
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