Wie bekämpft man die Flut von Plastikmüll? Eine in Hemmoor diskutierte Variante ist der Einsatz von Mehrweg-Pfandbechern und eines "Spülmobils", um Veranstaltungen umweltgerechter zu organisieren.  Foto: Peter Steffen/dpa
Wie bekämpft man die Flut von Plastikmüll? Eine in Hemmoor diskutierte Variante ist der Einsatz von Mehrweg-Pfandbechern und eines "Spülmobils", um Veranstaltungen umweltgerechter zu organisieren. Foto: Peter Steffen/dpa
Jahrelange Diskussion

Ökologischer Fußabdruck bei Events: Hemmoor ringt seit Jahren um ein Spülmobil

von Egbert Schröder | 19.01.2026

Statt säckeweise Müll durch Einwegbecher zu produzieren, sollen Mehrwegbecher  und ein "Spülmobil" bei Veranstaltungen in Hemmoor für einen besseren "ökologischen Fußabdruck" sorgen. Die Idee ist gut, aber deren Umsetzung zieht sich in die Länge.

Seit etlichen Jahren geistert das "Spülmobil" durch die Gremien des Hemmoorer Stadtrates. Doch zu einer abschließenden Beratung ist es nicht gekommen. Auf das Jahr 2020 datiert die stellvertretende Verwaltungschefin Karina Kramer die erste Diskussion zu diesem Thema, das bei den Vorschlägen im Rahmen des Bürgerhaushaltes zur Sprache gekommen war. Beim Bürgerhaushalt handelt es sich um eine vom Rat festgelegte Summe, damit Bürgerinnen und Bürger eigene Vorschläge einbringen können, was aus ihrer Sicht umgesetzt oder angeschafft werden muss. 

Das eigentliche "Spülmobil" ist in den letzten Monaten nach Kostenberechnungen Schritt für Schritt angesichts des vergleichsweise hohen Kaufpreises zu den Akten gelegt worden. Inzwischen handelt es sich um eine Art Sammelbegriff für das Thema, bei dem es nun auf die wesentlich kostengünstigere Anschaffung eines "Industriegeschirrspülers als kleinere Variante" hinausläuft. Kostenpunkt: knapp 4000 Euro. Das Gerät soll auf einen Anhänger gesetzt werden, um dann bei größeren Veranstaltungen - ob von Vereinen oder bei Konzerten - Mehrwegbecher oder Gläser schnell reinigen zu können. Ein solches Gerät ist unter anderem bereits beim Gewerbeverein Cadenberge in Betrieb, der es auch leihweise gegen eine Gebühr zur Verfügung stellt.

"Das ist langsam unangenehm"

Das Problem in Hemmoor: Zwar sind die Anschaffungskosten überschaubar, aber eine Nachfrage bei Vereinen hat ergeben, dass (noch) kein Bedarf besteht. Zudem stellt sich die Frage, wer die Vermietung organisieren soll: vielleicht die Lebenshilfe-Werkstatt oder der Culturkreis, der rund 5000 Mehrweg-Becher für Konzerte erhalten soll? Oder wäre es nicht ratsam, vielleicht doch einen Geschirrspüler zum Beispiel in Cadenberge auszuleihen? Im Stadtentwicklungsausschuss des Hemmoorer Rates keimte wieder eine Diskussion auf, die nicht nur Rita Dankers (SPD) nervte: "Mir reicht das Ganze langsam. Wir müssen uns mal entscheiden." Das sah Lasse Weritz (CDU) genauso, der sich für einen Kauf aussprach: "Über einen solchen Antrag im Rahmen des Bürgerhaushaltes sprechen wir jetzt seit sechs Jahren. Das ist doch langsam unangenehm." Seine Einschätzung: Die Anschaffung des Gerätes wird sich bereits bei wenigen Ausleihen im Jahr rechnen.

Das sah die Mehrheit auch so. Daher wurde die Verwaltung beauftragt, ein endgültiges Konzept zur nächsten Stadtratssitzung Anfang Februar vorzulegen, um final darüber zu entscheiden.

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