Philipp Trautmann ist seit dem 1. Oktober 2025 Kontaktbereichsbeamter im Polizeikommissariat Hemmoor. Am 6. Februar startet er mit „Coffee with a KOB“ und steht ab 10.30 Uhr auf dem Wochenmarkt in Hemmoor. Bürgerinnen und Bürger können vorbeikommen, einen Kaffee mit ihm trinken und schnacken. Foto: Brettschneider
Philipp Trautmann ist seit dem 1. Oktober 2025 Kontaktbereichsbeamter im Polizeikommissariat Hemmoor. Am 6. Februar startet er mit „Coffee with a KOB“ und steht ab 10.30 Uhr auf dem Wochenmarkt in Hemmoor. Bürgerinnen und Bürger können vorbeikommen, einen Kaffee mit ihm trinken und schnacken. Foto: Brettschneider
Polizei zum Ansprechen

Polizei zeigt Bürgernähe in Hemmoor: Auf einen Kaffee mit dem neuen Kontaktbeamten 

von Bengta Brettschneider | 23.01.2026

Philipp Trautmann ist seit Oktober 2025 Kontaktbereichsbeamter für Hemmoor, Lamstedt und Teile des alten Landes Hadeln. Im Interview erklärt er seine Aufgaben, wie er Bürgernähe lebt und wie er mit "Coffee with KOB" in Kontakt treten möchte.

Philipp Trautmann ist seit dem 1. Oktober 2025 Kontaktbereichsbeamter für das Polizeikommissariat Hemmoor und zuständig für die Samtgemeinde Hemmoor, wie auch die Börde Lamstedt und Teile des alten Landes Hadeln. Er ist Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger. Im Interview erzählt er, welche Aufgaben ein Kontaktbereichsbeamter hat und was es mit "Coffee with KOB" auf sich hat.

Herr Trautmann,welche Aufgaben gehören zu Ihrem Job als Kontaktbereichsbeamter?

Ich versuche zu steuern, zu helfen, zu vermitteln. Ich möchte den Menschen mit ihren Problemen helfen. Ich bin bei Abendveranstaltungen dabei, bei Schulveranstaltungen und auch in Seniorenheimen. Ich möchte den Leuten die Angst davor nehmen, bei der Polizei anzurufen und nach Hilfe zu fragen. Damit fangen wir auch schon in den Grundschulen an. Ich gehe auch in Kindergärten, um auch dort den Kindern die Angst vor der Polizei zu nehmen.

Bürgernähe ist ein zentrales Stichwort Ihrer Arbeit als Kontaktbereichsbeamter - wie pflegen Sie den Kontakt zu den Menschen vor Ort?

Die erste große Aufgabe warfür mich das Netzwerken.Ich bin mit der Stadt, mit der Gemeinde, mit den Schulen,den Kindergärten, den Seniorenheimen, den Tagesstätten, also der Bevölkerungsmasse in Kontakt getreten, damit sie mich kennenlernen und wissen, was meineAufgabe ist. Meine Hoffnung ist, dass ich Ansprechpartner für die Bürger werde, in jeglicher Hinsicht. Wenn sie irgendetwas auf der Seele haben, können sie mich anrufen.

Viele Menschen haben Hemmungen, die Polizei anzusprechen. Wie versuchen Sie, die Berührungsängste abzubauen?

Ich wünsche mir, dass die Menschen mit mir sprechen, wie sie es auch mit einem Informationsbüro tun würden. Ich verstehe mich als Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei. Ich bin zwar kein anonymes Telefon, aber ich möchte Vertrauen zu den Menschen aufbauen. Die Angst vor der Polizei erlebe ich bereits in den Kindergärten. Kinder haben Angst, mit einem Polizisten in einem Raum zu sein. Das liegt auch an Sätzen wie "Wenn du dich nicht benimmst, nimmt dich die Polizei mit". Sowas erleben wir immer wieder - und es ist genau das, was wir nicht wollen. Am 6. Februar starte ich mit "Coffee with a KOB" (Kontaktbereichsbeamter) und stehe ab 10.30 Uhr auf dem Wochenmarkt in Hemmoor. Bürgerinnen und Bürger können einfach vorbeikommen, einen Kaffee mit mir trinken und schnacken. 

Kontaktbereichsbeamter Philipp Trautmann nimmt bereits zu den Jüngsten Kontakt auf, um ihnen die Angst vor der Polizei zu nehmen.

Sie sind eine feste Ansprechperson. In welchen Situationen wenden sich Bürgerinnen und Bürger an Sie?

Sehr präsent sind die Schulen, mit denen ich zusammenarbeite, aber das habe ich auchvorher schon nebenamtlich gemacht.Aktuell wird auch die Arbeit mit Senioren in Heimen und in der Tagespflege immer mehr. Dabei geht es vor allem um Schockanrufe, über die ich aufkläre. Diese haben den Enkeltrick abgelöst. 

Wie sieht ihre Arbeit in den Seniorenheimen und in der Tagespflege aus?

Ich versuche die Senioren für das Thema Schockanrufe zu sensibilisieren. Ich kläre darüber auf, dass sich kein echter Polizist bei ihnen melden würde und 100.000 Euro haben möchte. Es fängt schon damit an, dass ich sie darüber aufkläre, dass sie weniger Bargeld zu Hause haben sollten. Wertsachen wie Gold oder viel Geld sollten nicht zu Hause gelagert werden, sondern in einem Schließfach verstaut werden. Es kommt eher zu einem Einbruch in einem Einfamilienhaus als in einer Bank. Menschen werden immer einfallsreicher, wie sie mit wenig Aufwand an sehr viel Geld kommen. Darüber möchte ich ältere Menschen aufklären. Nach einem kleinen Vortrag komme ich gerne mit den Menschen ins Gespräch. Zuletzt wollte ein Mann mehr über Künstliche Intelligenz wissen.Ich werde aber auch von Menschen angesprochen, dass in einer Straße immer zu schnell gefahren wird, auch so etwas kommt vor.

Wie sieht die Präventionsarbeit an Schulen aus?

Ich arbeite eng mit dem Präventionsteam in Cuxhaven zusammen sowie mit der Verkehrswacht. An den Schulen in Hemmoor, Lamstedt und Cadenberge führe ich das Programm "Wir sind stark" in den siebten Klassen durch. In dem Programm geht es um die Stärkung der Gemeinschaft, Vertrauen, Gewaltprävention, was ist Gewalt und wo fängt sie an. Ich arbeite dabei spielerisch mit den Jugendlichen. Für das Programm habe ich einen Lehrgang besucht, wie auch die Mitarbeiter, also Lehrer oder Schulsozialarbeiter der Schulen. Außerdem habe ich gemeinsam mit der Verkehrswacht das Fahrtraining für Senioren angeboten. Dazu kommen auch Fahrtrainer und die Menschen können ganz praktisch ihre Fahrsicherheit testen. Ich halte vorab als Gast einen Vortrag über Neuerungen im Straßenverkehr - und dann gehe ich. Vielen Menschen ist es unangenehm, wenn ein Polizist dabei ist. Sie haben Angst, dass ihnen der Führerschein weggenommen wird. Aber das passiert nicht. 

Das Polizeioberkommissariat Hemmoor gab bei einem Vortrag über die Sicherheitslage in der Samtgemeinde Hemmoor einen Einblick in die Kriminalstatistik 2024. Auch Philipp Trautmann (r.) stellte dort seine Arbeit vor. Fotos: Brettschneider

Gab es einen Moment in Ihrer Arbeit oder ein Erlebnis, das Ihnen im Gedächtnis geblieben ist?

Ich freue mich über die Resonanz auf das "Wir sind stark"-Programm. Die Jugendlichen geben die Rückmeldung, dass es Spaß macht. Andere Menschen sind dankbar, dass jemand Zeit hat, mit ihnen zu reden. Natürlich haben die Kollegen im Streifendienst keine Zeit dafür - und genau dafür bin ich jetzt da. 

Wie sah Ihr bisheriger Weg aus, bevor Sie Kontaktbereichsbeamter in Hemmoor wurden?

Ich war zuerst im Bereitschaftsdienst in Lüneburg. Danach war ich im Streifendienst in Cuxhaven. Nach meiner Heirat und dem gemeinsamen Kind mit meiner Frau habe ich mich wegen der Familie nach Hemmoor versetzen lassen. Nicht mehr im Schichtdienst zu arbeiten, ist familienfreundlicher. Ich bin aber in der Region aufgewachsen und spiele auch schon lange Fußball. Dadurch kennen mich schon viele Menschen.

Was sind Ihre nächsten Pläne?

Aktuell entwickle ich ein Verkehrs-Erziehungs-Spiel. Dies soll interaktiv sein und Verkehrssicherheit an Kinder  vermitteln. Wenn Kinder etwas mitmachen können, merken sie es sich besser.

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