"The Chambers"-Neujahrskonzert in Hemmoor: Virtuosen verzaubern mit Klassik und Pop
Besucher tauchten ein in eine musikalische Reise, die Klassik, Filmmusik und Pop vereinte: "The Chambers - Die Virtuosen aus Köln" verzauberten mit technischer Brillanz und leidenschaftlicher Intensität in der Christuskirche Hemmoor-Warstade.
Bereits die einleitenden Takte von Vivaldis "Herbst" aus den Vier Jahreszeiten tauchten das Kirchenschiff in eine beinahe magische Atmosphäre. Spürbare Ehrfurcht begleitete den Moment, als "The Chambers - Die Virtuosen aus Köln" den Altarraum der Christuskirche in Hemmoor-Warstade betraten und das Publikum zu einer musikalischen Reise einluden, die klassische Tradition mit modernen Akzenten verband.
Von der ersten Note an war die gespannte Aufmerksamkeit im Raum förmlich zu spüren. Mucksmäuschenstill lauschten die Gäste den acht Musikern unter der Leitung des russischen Meisterviolinisten Artiom Kononov, der das Ensemble seit 2013 prägt. Mit feinem Gespür, technischer Brillanz und leidenschaftlicher Intensität entfaltete sich ein Programm, das Klassik, Filmmusik und Pop zu einem harmonischen und zutiefst bewegenden Ganzen verschmolz.
Die Musiker stammen aus Russland, der Ukraine, Rumänien, Litauen, Georgien, Lettland, Moldawien, Frankreich und Mesopotamien - und doch sprachen ihre Instrumente eine gemeinsame Sprache, die Herz und Seele berührte. Durch die einfühlsamen Moderationen des Cellisten und Arrangeurs Dimitrij Berezin öffneten sich neue Klangwelten, deren überraschende Farben und Nuancen das Publikum in atemloses Staunen versetzten.
Ein besonders strahlender Moment des Abends war der Auftritt des moldawischen Panflötenvirtuosen Ion Malcoci. Mit scheinbar müheloser Virtuosität verlieh er Film- und Rockmusik eine geradezu magische Tiefe. Als "Paganini der Panflöte" verzauberte er die Zuhörer, die sich von seinem Spiel berühren ließen. Sprachlos machte schließlich seine spritzig-heitere Interpretation von "Ein Hut, der hat drei Ecken", gespickt mit humorvollen Einsprengseln und atemberaubenden virtuosen Herausforderungen. Das ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert stammende Lied erlangte insbesondere durch die Bearbeitung des Geigenvirtuosen Niccolò Paganini große Bekanntheit.

Von Vivaldi und Paganini über Verdi bis Piazzolla spannte sich der Bogen des abwechslungsreichen Repertoires, ergänzt durch moderne Bearbeitungen von Queen ("We Are the Champions") sowie die ikonische Filmmusik Ennio Morricones. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Moment voller Wärme und Gemeinschaft: die Beatles-Hymne "Hey Jude" - begleitet von lang anhaltendem Applaus und leuchtenden Gesichtern, die noch lange von den Klängen getragen wurden.
Die musikalische Leitung sowie die 1. Geige lagen in den Händen von Artiom Kononov. Die Instrumentenbesetzung umfasste vier Violinen, Viola, Cello, Kontrabass, E-Piano sowie Panflöte und Querflöte. In Warstade wurde an diesem Abend einmal mehr spürbar, was Musik zu leisten vermag: Grenzen zu überwinden, Menschen zu verbinden und Herzen zu öffnen.
Von Joachim Tonn