Das Zementmuseum in Hemmoor liegt an der B 73 in der Nähe des Kreidesees. Archivfoto: Schröder
Das Zementmuseum in Hemmoor liegt an der B 73 in der Nähe des Kreidesees. Archivfoto: Schröder
Über 400.000 Euro für Sanierung

Zementmuseum in Hemmoor: Ein Pott Farbe reicht da nicht ...

von Egbert Schröder | 22.01.2026

Nach holprigem Beginn soll jetzt Tempo gemacht werden: Die Sanierung des in die Jahre gekommenen Zementmuseums in Hemmoor muss bis 30. Juni abgeschlossen sein. Klappt das?

Zurzeit verhindern die tiefen Temperaturen aber einige Arbeiten, die anstehen. Doch in der Verwaltung ist man optimistisch, dass der Zeitplan eingehalten werden kann, damit keine Fördermittel verloren gehen.

Wie mehrfach berichtet, befindet sich das Außengelände teilweise in einem desolaten Zustand. Das gilt für die Exponate und die "Zementschute", die Wind und Wetter ausgesetzt sind, aber auch für die Wege und Grünflächen. Jahrelang ist nur das Notwendigste erledigt worden. Es war ganz offensichtlich nicht genug. Das rächt sich jetzt.

Dass Handlungsbedarf bestand, war auch den Hemmoorer Kommunalpolitikern bekannt. Als dann signalisiert wurde, dass 300.000 Euro aus einem Fördertopf des Landes fließen und Eigenmittel von (nur) 130.000 Euro erforderlich sein würden, hätte das Thema eigentlich Fahrt aufnehmen sollen und müssen; tat es aber nicht. Vielmehr wurden Entscheidungen auf die lange Bank geschoben. Konkrete Handlungsaufträge an die Verwaltung blieben aus.

Verwaltung brachte "Rückbau" ins Spiel

Erst im Herbst 2024 kam so richtig Bewegung in die Angelegenheit. Der Grund: Die Verwaltung wollte Klarheit und brachte in einer Vorlage auch folgende Formulierung unter: "Sollte sich gegen den Erhalt des Zementmuseums und der Schute ausgesprochen werden, ist ein entsprechender Rückbau sowie eine Entsorgung erforderlich." Im Klartext: Abriss oder Sanierung. Das saß. 

Es wurde ein von der Verwaltung, externen Fachleuten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern formuliertes Konzept verabschiedet, das jetzt Schritt für Schritt abgearbeitet werden soll.  "Und wir wollen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen", sagt die stellvertretende Verwaltungschefin Karina Kramer. Das bedeutet in der Praxis, dass zunächst der Fokus auf die Exponate, die Grünanlagen, die Wege und die Sanierung der Außenhülle der Zementschute gerichtet ist, in der Fotos und Dokumente zur Geschichte der Zementherstellung in Hemmoor präsentiert werden. 

Engagierte Bürger wollen helfen

Bei den Arbeiten erfolgt auch eine Einbeziehung interessierter Hemmoorer, die - sobald es die Witterung zulässt - unter anderem das Pflaster aufnehmen werden, bevor dann eine beauftragte Firma die Neuverlegung übernimmt. "Wir sind froh, dass sich bei uns Ehrenamtliche gemeldet haben, die sich bei dem Museumsprojekt einbringen  wollen", so Kramer. 

Zudem stehen das professionelle und zeitintensive Sandstrahlen und die Lackierung von Exponaten an, die entweder in einer Halle oder direkt vor Ort bearbeitet werden. Übrigens sind künftig nicht mehr alle Ausstellungsstücke zu sehen, denn einige haben - das zeigte sich bei der Inventarisierung - mit der Zementproduktion in Hemmoor nichts zu tun. Für sie gebe es einen Käufer, der die Teile aber nicht verschrotten, sondern in der Nähe des Museumsgeländes wieder aufstellen wolle.

Mehr Klarheit nach "Kassensturz"

Ein erstes museumspädagogisches Konzept gibt es zwar für das neue Zementmuseum, doch in welcher Form dies auch mit moderner Audiotechnik oder QR-Codes umgesetzt werden kann, muss sich noch zeigen: "Wir werden nach den Außenarbeiten einen Kassensturz machen und dann sehen, was möglich und finanzierbar ist", erläutert Karina Kramer. Wenn das Geld nicht mehr für diesen "zweiten Schritt" reiche, müsse man sich nach anderen Fördertöpfen umsehen.

Die Zementschute, für deren Besichtigung inklusive fachkundiger Führung es schon seit längerer Zeit keine regelmäßigen Öffnungszeiten mehr gibt, bleibt bis auf die Außensanierung vorerst konzeptionell weitgehend ausgeklammert. Wie es allein personell künftig möglich sein wird, einen Museumsbetrieb zu organisieren, ist unklar - und wäre auch erst der dritte Schritt.

Die Exponate, die Museumsschute sowie Grünflächen und Gehwege in Hemmoor müssen dringend auf Vordermann gebracht werden. Archivfoto: Schröder

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Egbert Schröder
Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Schutz, Halt und Unterstützung

Nach tödlichem Unfall in Hemmoor: "Alle Reaktionen normal" - wie Jugendliche trauern

von Märthe Werder

Der plötzliche Tod eines 16-Jährigen bei einem Unfall in Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) erschüttert die Gemeinschaft. Experten erklären, was Jugendlichen bei der Trauerbewältigung helfen kann. Eine Schülersprecherin schildert den Umgang an der Schule.

Abschied und Neuanfang

Investitionen von rund 1,8 Millionen Euro: Spatenstich für neues Zentrum in Hemmoor

von Egbert Schröder

Mit dem Spatenstich für ein neues Gemeindezentrum in Hemmoor (Kreis Cuxhaven) beginnt eine aufregende Ära der Zusammenarbeit. Auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Areal entsteht ein Ort für Gemeinschaft und Begegnung, der das Zusammenleben stärkt.

Ermittlungen laufen weiter

Hemmoor atmet auf: Verletzte nach tödlichem Unfall außer Lebensgefahr

von Christian Mangels

Nach dem schweren Verkehrsunfall auf der Heeßeler Straße in Hemmoor (Kreis Cuxhaven), bei dem am Sonntagabend ein junger Mensch ums Leben kam, sind alle weiteren Fahrzeuginsassen außer Lebensgefahr. Das teilte die Polizei gegenüber CNV-Medien mit.

Im Zuchtbetrieb

68 Feuerwehrleute meistern Großübung in Hemmoor erfolgreich

In einem realitätsnahen Einsatzszenario bekämpften 68 Feuerwehrleute ein simuliertes Großfeuer in einem Schweinezuchtbetrieb in Hemmoor, meisterten die Herausforderung der Personenrettung und zeigten beeindruckende Teamarbeit.