Bürgermeisterin Sabine Wist übergibt Kitakindern einen Kinderrechtekoffer. Darin gibt es Bilderbücher, Hörspiele und viel Infomaterial, mit dem die Erzieherinnen den Kindern Akzeptanz Selbstwertgefühl und Sicherheit vermitteln können. Foto: Wist
Bürgermeisterin Sabine Wist übergibt Kitakindern einen Kinderrechtekoffer. Darin gibt es Bilderbücher, Hörspiele und viel Infomaterial, mit dem die Erzieherinnen den Kindern Akzeptanz Selbstwertgefühl und Sicherheit vermitteln können. Foto: Wist
Einige Projekte

Zum Weltkindertag: Warum die Stadt Hemmoor als kinderfreundliche Komme gilt

20.09.2023

Die Stadt Hemmor ist seit einem Jahr kinderfreundliche Kommune - und hat einige Projekte ihres Aktionsplanes umgesetzt. Doch man sieht sich noch nicht am Ende der Entwicklung.

"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen." Dieses afrikanische Sprichwort hat vor einem Jahr in Hemmoor eine besondere Bedeutung gewonnen. Mit einem attraktiven Aktionsplan konnte die Stadt beim Verein Kinderfreundliche Kommunen (einer Initiative von UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk) punkten und erhielt das Siegel einer kinderfreundlichen Kommune. Seitdem hat sich hier einiges getan, um die Kinder und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu rücken.

Was Hemmoor so kinderfreundlich macht

Vom Abenteuerspielplatz bis zum Stadtplanpuzzle, von der Schaffung einer hauptamtlichen Stelle für Kinder- und Jugendbelange bis zu Kinderrechtekoffern in den Kitas - zahlreiche der geplanten Aktionen sind bereits kreativ und praktisch umgesetzt worden. Bürgermeisterin Sabine Wist sieht die Stadt da auf dem richtigen Weg. "Die Gemeinde setzt auf eine ganzheitliche Förderung von Kindern", sagt sie. Von den 8800 Einwohnern der Stadt sind immerhin mehr als 1500 unter 18 Jahre alt. Um deren Bedürfnisse zu berücksichtigen, hat die Verwaltung bereits 2016 eine Ratsbeauftragte für Kinder- und Jugendbeteiligung benannt.

Umfangreiches Angebot an Freizeitaktivitäten in Hemmoor

"Kinder entwickeln sich spielend, beim Lernen und im sozialen Miteinander", weiß Sabine Wist. Schon jetzt gibt es beispielsweise ein umfangreiches Angebot an Freizeitaktivitäten in den über 50 Vereinen der Stadt oder der Musikschule. Auch die Schulen haben ihr pädagogisches Konzept angepasst: Es wird vermehrt Wert darauf gelegt, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern auch soziale Kompetenzen erwerben. Sabine Wist: "Die Kinder sollen gesund aufwachsen, Empathie für ihre Mitmenschen und einen Sinn für Ökologie und Umweltschutz entwickeln." Mülltrennung im Schulalltag in der Grundschule Basbeck oder der geplante Schulgarten an der Grundschule Althemmoor mit Hochbeeten, Kräuterspirale, Werkzeugschuppen und Wegen, der zum Weltkindertag auf dem Kinderfest auf dem Rathausplatz vorgestellt wird, sind da nur zwei interessante Projekte. Mit dem schönen Nebeneffekt: Die Verwaltung, Schule und Elternschaft ziehen an einem Strang. Das Stadtplanpuzzle sei ein hervorragendes Beispiel dafür. In rund 100 Stunden Eigenleistung haben Eltern in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Grundschule Basbeck ein Puzzle entwickelt, das den Kindern auf unterhaltsame Weise die Stadt und ihre wichtigen Gebäude und Gelände präsentiert. Hier können sie unter anderem auch lernen, die besten und sichersten Wege zur Schule zu finden.

Kinder sollen in Hemmoor ihre Potenziale entfalten können

Das Ziel ist klar definiert: Die kinderfreundliche Kommune möchte dafür sorgen, dass jedes Kind unabhängig vom Hintergrund beste Chancen bekommt und seine Potenziale entfalten kann. Dabei geht es jedoch nicht darum, alles perfekt machen zu wollen - vielmehr steht die gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten im Vordergrund. "Wir als Verwaltung sind da in einem ständigen Lernprozess, wie wir die Rechte von Kindern und Jugendlichen zum Beispiel in der Planung von Kinderspielplätzen, bei der Schulhofgestaltung oder Verkehrsplanung berücksichtigen", sagt die Bürgermeisterin. Um die Wünsche und Bedürfnisse der jüngsten Hemmoorer zu berücksichtigen, setzen die Politiker auf die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen. So geschehen beispielsweise bei der Planung des neuen Abenteuerspielplatzes am Heidestrandbad. 

Inklusion ist ebenfalls ein Thema, das auch auf Spielplätzen umgesetzt wird. "Auf dem Spielplatz am Hamfeld gibt es zum Beispiel ein Trampolin, das auch Kinder im Rollstuhl nutzen können."

So geht es in der Jugendarbeit in Hemmoor weiter

Die Kinder und Jugendwünsche sollen aber auch durch die neue hauptamtliche Beauftragte für Kinder- und Jungendbelange, Annette Anders und durch einen Kinder- und Jugendbeirat vertreten werden, dessen Gründung in Hemmoor in Angriff genommen wird. Dazu gibt es eine Ideenwerkstatt am Donnerstag, 5. Oktober um 16 Uhr im Rathaussaal Hemmoor, für die sich die Bürgermeisterin ein reges Interesse der jungen Hemmoorer wünscht. 

"Wir haben viel auf dem Weg gebracht, um das Siegel nicht nur eine Auszeichnung auf dem Papier bleiben zu lassen", bestätigt Sabine Wist. Die Bürgermeisterin ist sicher, dass die Stadt das Siegel auch nach der Prüfung im kommenden Jahr behalten wird.

Termin zum Weltkindertag in Hemmoor

Am 20. September, von 15 bis 18 Uhr findet auf dem Rathausplatz ein großes Kinderfest zum Weltkindertag statt. Neben Mal- und Bastelaktionen, Theater und musikalische Unterhaltung, Aktionen rund um Kinderrechte gibt es Spaß auf der Hüpfburg und jede Menge andere Unterhaltung. Der Eintritt ist frei.

Von Silvia Dammer

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