Zwischen Oste und Eisenbahn: Die Geschichte des Hemmorer Stadtteils Basbeck
Der Hemmoorer Stadtteil Basbeck wird 1250 erstmals erwähnt, seine Geschichte reicht jedoch bis in die Römerzeit zurück. Archäologische Funde, Sturmfluten, Postwege und Eisenbahn prägten den Ort - bis hin zur großen 750-Jahr-Feier im Jahr 2000.
Bereits im Jahr 1250 nach Christus wurde der Hemmoorer Ortsteil Basbeck erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit existierte bereits eine Siedlung.
Die Geschichte des Stadtteils reicht jedoch noch deutlich weiter zurück. Umfangreiche archäologische Funde im Bereich der Oste belegen, dass es dort um die Zeit von Christi Geburt einen bedeutenden römisch-germanischen Handelsplatz gab.

Gefunden wurden große Mengen an Tonscherben verschiedener mitteleuropäischer Keramikkulturen. Zudem förderten Archäologen eine römische Bronzestatue - den sogenannten Jupiter von Warstade -, Münzen sowie Metallgefäße zutage. Diese bestanden aus Bronze, Silber und Messing und waren teils reich mit Fresken verziert. Ein Hemmoorer Eimer und zahlreiche Gewandfibeln, entdeckt in unmittelbarer Nähe des Siedlungsplatzes, zeugen vom regen Handel mit römischen Waren, die per Schiff ankamen. Offenbar lebten in Basbeck wohlhabende Menschen, die sich diese kostbaren Güter leisten konnten.

"Beck im Flachlande"
Nach Angaben des Hemmoorer Heimatvereins hat der Ort seinen Namen von dem Bach, plattdeutsch "Beck". Der Ortsname bedeutet soviel wie "Beck im Flachlande". Das Wort "bas" beschreibt Weiden- oder Lindenholzung.
Erste detaillierte schriftliche Berichte über Basbeck finden sich im sogenannten "Vörder Register", das der Bremer Erzbischof Johann Rode (1497 bis 1511) erstellen ließ. Es zeigt die Gliederung des Bauernstandes in der Vogtei Vörde, zu der auch die Börde Lamstedt mit dem Dorf Basbeck gehörte. Um 1500 waren alle Bauern Meier, also Pächter, und einem Grundherrn verpflichtet. Zu diesen zählte auch die adelige Familie Marschalk aus Hechthausen, die zunächst nur wenige Meierstellen besaß. Der Alltag auf den Marschhöfen galt als beschwerlich. Sturmfluten und der Kampf mit den Meeresgewalten forderten immer wieder Opfer.

Veränderungen durch Postkutschen und Eisenbahn
Im Jahr 1516 ließ Kaiser Maximilian I. eine regelmäßige Postverbindung einrichten. Die Post- und Heerwege waren jedoch oft in schlechtem Zustand. Erst als die Verbindungen wirtschaftlich bedeutsam wurden, verbesserten sich die Wege. Die Post verließ dienstags früh Otterndorf, erreichte mittwochs Hamburg und kehrte am Sonnabend zurück.
Einen weiteren Entwicklungsschub brachte die Eisenbahn: Ab dem 10. November 1881 wurden die Strecken zwischen Harburg, Stade, Himmelpforten und Cuxhaven eröffnet. Der Bahnhof Basbeck galt als einer der besten der gesamten Linie. Rund um ihn entstand mit der Bahnhofstraße ein neuer Dorfteil.

Politische Umbrüche
Die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts machten auch vor Basbeck nicht halt. Bei den Wahlen 1933 erreichte die NSDAP mit 51 Prozent die absolute Mehrheit. Die Endphase der Weimarer Republik und die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise spiegelten sich wider. Die Hitlerjugend sorgte als einzig zugelassener Staatsjugendverband für die organisierte Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche.
Während des Krieges wurden Juden von der Gestapo geholt, viele verschwanden auch erst gegen Kriegsende spurlos. 1945 kapitulierte Basbeck, als die britischen Panzer bereits die Hamburger Elbbrücken erreicht hatten. Danach gehörte der Ort zur britischen Besatzungszone.
Bürgermeister Otto Peschel war der letzte Basbecker Bürgermeister vor dem Zusammenschluss von Hemmoor.
Im Jahr 2000 erinnerte ein großes Jubiläumsfest an 750 Jahre Basbeck. Mit Umzug, Festakt, Musik, Theater und einem Bürgerball feierten die Einwohner vier Tage lang ihre bewegte Geschichte. Anlässlich des Jubiläums wurde ein Fest-Magazin herausgegeben, wie auch die Chronik Basbeck von der Stadt Hemmoor.
