Die Vorsitzende der CDU Börde Lamstedt, Ann-Katrin Lafrenz mit Landrat Thorsten Krüger, Heiko Roß und Uwe Leonhardt (UMaAG) und dem Bundestagsabgeordneten Christoph Frauenpreiß (v.r.). Foto: Rohde
Die Vorsitzende der CDU Börde Lamstedt, Ann-Katrin Lafrenz mit Landrat Thorsten Krüger, Heiko Roß und Uwe Leonhardt (UMaAG) und dem Bundestagsabgeordneten Christoph Frauenpreiß (v.r.). Foto: Rohde
Grünkohlessen der Börde-CDU

"Energiekonzepte im Elbe-Weser-Raum": Potenziale der Region sind enorm

von Ulrich Rohde | 12.03.2026

Trotz Hürden beim Ausbau erneuerbarer Energien, sehen Experten enormes Potenzial für die Region auch in der Börde Lamstedt. Vereinfachte Regulatorik und Digitalisierung könnten entscheidende Hebel sein, um die Energiezukunft zu sichern.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien schreitet trotz mancher Störgeräusche aus Berlin voran. Aber da ginge noch deutlich mehr, wenn es die Rahmenbedingungen denn zuließen. Die CDU Börde Lamstedt hatte zu ihrem traditionellen Grünkohlessen im Gasthaus Kohrs in Abbenseth daher das Thema "Energiekonzepte im Elbe-Weser-Raum - Chancen und Standortvorteile für die Börde Lamstedt" aufgerufen.

Man hätte diesem Thema durchaus ein Fragezeichen anfügen können, denn vieles bleibt auch nach diesem Abend im Ungewissen und Ungefähren. Doch ein paar sehr klare Positionen bezogen die von der Börde-CDU-Vorsitzenden Ann-Katrin Lafrenz eingeladenen Persönlichkeiten. Dies waren Landrat Thorsten Krüger, Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß sowie die Vorstände der Cuxhavener Umweltmanagement AG, Uwe Leonhardt und Heiko Roß.

Vor allem ging es um die Wertschöpfung für den ländlichen Raum durch den Ausbau und Betrieb von erneuerbaren Energien, ob aus Wind, Sonne oder Biomasse. Energie sei der Schlüssel für die Standortentwicklung, sagte Landrat Krüger. Allerdings müssten auch Restriktionen wie der Moor- und Grünlandschutz mit den Interessen der Erneuerbaren abgewogen werden. Entscheidend sei, dass der Landkreis seine eigene Entwicklung vorantreiben könne und nicht nur als Reservoir für Ausgleichsflächen herhalte.

Sichere und günstige Energieversorgung

Heiko Roß, von Hause aus Elektroingenieur fehlt das ganzheitliche Denken bei der Energiewende. Bislang sehe er niemanden, der dem neuen System eine nachvollziehbare Struktur gebe. Die Maxime müsse sein, Industrie wie Privatverbrauchern eine sichere und günstige Energieversorgung zu bieten. Dazu brauche es leistungsfähige Netze und Batteriespeicher, etwa für eine preiswerte Wärmeversorgung. "Wir könnten die Energie vor Ort viel besser nutzen, etwa durch Nahwärmenetze und Großwärmepumpen."

Das größte Hindernis seien die Rahmenbedingungen und die Regulatorik, so Uwe Leonhardt. Der Landkreis und die Stadt Cuxhaven böten enormes Potenzial, um unabhängig von Krisen und Kriegen hier günstigen Strom aus Off- und Onshoreanlagen anzubieten. Hindernisse seien schlecht gemachte Gesetze, die viel zu kompliziert und unverständlich seien. Im Dialog mit der Politik müsse hier vereinfacht werden.

Frauenpreiß: Erneuerbare sind günstigste Energieform

Für Christoph Frauenpreiß steht im Fokus, den Kostendruck auf die Stromerzeugung zu reduzieren. Dort, wo günstig Energie erzeugt werde, gebe es Industrieansiedlung. Auch Biogasanlagen im ländlichen Raum dürften beim Thema Wärmewende nicht unter den Tisch fallen. Frauenpreiß bekannte sich zum Ausbau der Erneuerbaren Energien: "Sie sind die günstigste Energieform, die wir in Deutschland haben. Deshalb müssen sie weiter ausgebaut werden."

Energiespeicher seien die Zauberformel, um bis zu einem Drittel der Netzkosten zu sparen, so Uwe Leonhardt. Doch die dürften nicht mit den doppelten Netzentgelten belastet werden. Der zweite entscheidende Faktor sei die Digitalisierung im Energiesektor - Stichwort digitale Stromzähler, auch Smartmeter genannt. Hier seien andere Länder in Europa Deutschland weit voraus. Leonhardt: "Wir können es, aber wir müssen auch dürfen."

Stau bei Genehmigungen für Batteriespeicher

Es gebe eine große Diskrepanz zwischen der Stromerzeugung und der Leitungskapazität, so Heiko Roß. Das liege unter anderem an der enormen Dauer für die Genehmigungen für Netze. Derzeit herrsche auch ein gewaltiger Stau bei den Genehmigungen für Batteriespeicher. Demgegenüber seien aber mit Gas oder Atomenergie betriebene zentrale Großkraftwerke erstens viel zu teuer und müssten zweitens mit enormen Steuermitteln subventioniert werden. Die Technologie, um eine sichere und günstige Versorgung sicherzustellen, sei vorhanden, so Roß. Doch vor allem die Politik stehe derzeit auf der Leitung und verhindere, dass vernünftige Lösungen geschaffen würden.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Ulrich Rohde
Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

urohde@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Wegen Überforderung

Gemeinden in der Börde Lamstedt geben Kita-Betrieb an Samtgemeinde ab

von Ulrich Rohde

Die Samtgemeinde Börde Lamstedt übernimmt ab 2026 die Betriebsführung der Kitas in mehreren Gemeinden. Ein Schritt, der mehr Flexibilität und Verlässlichkeit in der Kinderbetreuung verspricht und zugleich die Gemeinden entlasten soll.

Landgericht Stade

Justizministerin würdigt Verdienste von Ingrid Stelling als Landgerichtspräsidentin

von Ulrich Rohde

Justizministerin Kathrin Wahlmann sprach Ingrid Stelling, der ehemaligen Präsidentin des Landgerichts Stade, in einer Feierstunde Anerkennung für ihre Verdienste aus. Zugleich führte Wahlmann Stellings Nachfolger Oliver Sporré offiziell ins Amt ein.

Hauptversammlung

"Impfmüdigkeit, die uns Sorgen macht": Was der Hegering 2 für Jagdhunde empfiehlt

Im Hegering 2 dominieren Herausforderungen wie Impfmüdigkeit bei Jagdhunden und gesetzliche Änderungen. Während erfolgreiche Schießwettbewerbe gefeiert werden, mobilisieren neue Jagdgesetze die Jägerschaft zur Demonstration.

Reinigungsmaßnahmen erforderlich

150 Liter Heizöl auf Straße: Feuerwehr Hollen im Großeinsatz

von Redaktion

Ein Ventilproblem an einem Heizöl-Lkw führte zu einem Einsatz der Feuerwehr in Hollen. 150 Liter Öl liefen auf die Straße, was umfangreiche Reinigungsmaßnahmen und den Einsatz von Spezialkräften erforderte.