Neue Krippe in Ihlienworth eröffnet: 1,2 Millionen Euro für die "Sietland-Kids"
Vom Baustellenkino zum neuen Krippenalltag: In Ihlienworth sind die neuen Räume der "Sietland-Kids" eröffnet worden. Der Umbau kostete rund 1,2 Millionen Euro und soll Krippe, Kita und benachbarte Grundschule künftig enger miteinander verbinden.
Bagger, Bauzäune und Handwerker gehörten für die Kinder der Kindertagesstätte Ihlienworth-Odisheim lange zum Alltag. Für sie sei die Baustelle zeitweise wie "Kino ohne Geld" gewesen, erzählte Einrichtungsleiterin Lia von Rönn bei der offiziellen Eröffnung der neuen Krippenräume am Freitag. Und nur zugeschaut hätten die Jungen und Mädchen dabei keineswegs: Als "kritische Bauprüfer" hätten sie die Arbeiten genau verfolgt.
Nun ist der Krippenanbau der "Sietland-Kids" fertig - zumindest fast. Vertreter aus Politik und Verwaltung, Eltern, Kita-Personal, Planer und beteiligte Firmen kamen zur Eröffnung zusammen. Rund 60 Kinder werden derzeit in der Einrichtung betreut, die künftig aus drei Integrationsgruppen und einer Krippengruppe besteht.
Übergänge können noch fließender gestaltet werden
Für die Krippe wurden ein früherer Klassenraum und ein Betreuungsraum der benachbarten Grundschule Sietland umgebaut. Entstanden sind unter anderem ein Bewegungsraum, ein Differenzierungsraum und ein Gruppenraum. In einem neuen Anbau im Zwischengang befinden sich Sanitär- und Schlafraum. Mit den neuen Räumen könnten die Übergänge zwischen Krippe, Kita und Grundschule noch fließender gestaltet werden, sagte von Rönn.
Hinter der Eröffnung liegt ein langer Weg. Im Juni 2022 wurde das Planungsbüro von Architekt Hauke Bartels beauftragt, im April 2025 begannen die Bauarbeiten. Seit dem 25. August läuft der Kita-Betrieb in den neuen Räumen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro.

Eine der ersten Ideen für den Umbau stammte noch von der früheren Kita-Leiterin Rita Lunden. Sie hatte selbst eine erste Zeichnung angefertigt. Als später die Architektenpläne vorlagen, sei vieles "fast genauso umgesetzt" worden, wie sie es sich vorgestellt habe. Das Ergebnis sei sogar "schöner und größer geworden, als ich es mir vorgestellt habe", sagte Lunden. Für die Zukunft hat sie vor allem einen Wunsch: "Dass in den neuen Räumen viel gelacht wird."
Auch Ihlienworths Bürgermeister Christian Roth zeigte sich erleichtert. Es sei ein langer Weg gewesen, "aber jetzt haben wir alles in Ihlienworth" - Krippe, Kita und Grundschule. "Was kann es Schöneres geben?" Odisheims Bürgermeister Stefan Skowron hofft nun "auf viel Leben und leuchtende, zufriedene Kinderaugen". Sein besonderer Dank galt der Kirchengemeinde Steinau, die während der Bauphase Räume für eine Übergangslösung zur Verfügung gestellt hatte. Ursprünglich sei von "höchstens einem Jahr" die Rede gewesen, erinnerte Kirchenvorstandsvorsitzender Thomas Reinecke. Am Ende wurden daraus rund drei Jahre.
Auch beim Bau selbst lief nicht alles nach Plan. Architekt Hauke Bartels erinnerte unter anderem an einen Wassereinbruch und Wetterkapriolen. Dennoch seien mit "viel Besonnenheit und ruhiger Hand" alle Probleme gelöst worden. Sein Fazit: "Der gute Geist wird über der Einrichtung schweben."
Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. Unter anderem müssen die Außenanlagen und Spielflächen fertiggestellt werden. Das soll bis Ende September geschehen.

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