Mit vielen Tüten aus den Geschäften? Auf Nachfrage unseres Medienhauses zogen mehrere Geschäftsleute eine weitgehend positive Bilanz. Andere bezeichneten das Weihnachtsgeschäft als durchwachsen. Foto: Carsten Rehder / dpa
Mit vielen Tüten aus den Geschäften? Auf Nachfrage unseres Medienhauses zogen mehrere Geschäftsleute eine weitgehend positive Bilanz. Andere bezeichneten das Weihnachtsgeschäft als durchwachsen. Foto: Carsten Rehder / dpa
Weihnachtsgeschäft 2024

Weihnachtsgeschäft 2024 in Cuxhaven und umzu: Worauf Kunden diesmal den Fokus legten

von Kai Koppe | 22.01.2025

Das Weihnachtsgeschäft in Cuxhaven überraschte 2024 den Einzelhandel. Denn neben Geschenkklassikern war auch etwas Neues dabei. Belebt wurde das Treiben durch bestimmte Lockmittel.

Auf Nachfrage unseres Medienhauses äußerten sich Ladenbetreiber und Werbegemeinschaften zum Weihnachtsgeschäft, das mit dem 24. Dezember keineswegs endete: Im neuen Jahr wurden Gutscheine eingelöst - und ein paar Geschenke umgetauscht.

"Ich bin zufrieden", erklärt Verena Schult, Inhaberin des gleichnamigen Modehauses in Wanna. In den Wochen vor dem Fest habe das Geschäft den Erwartungen entsprochen, wobei Kundinnen und Kunden auf der Suche nach dem geeignetsten Weihnachtsgeschenk fast ausschließlich nach Gutscheinen verlangt hätten. Dass die Beschenkten anschließend selbst auswählen konnten, auf welches Kleidungsstück sie die Gutschrift verwenden, sei (so Schult) insofern von Vorteil, als dass sich die im Regelfall in den ersten Januartagen stellende "Umtauschproblematik" entfalle.

Wäsche zählte zu den Geschenkeklassikern

Nach den Worten von Björn Wienberg (Modehaus Wienberg) wird das Gutschein-Thema unter Kunden aber durchaus ambivalent gesehen. "Vielen ist so ein Gutschein einfach nicht persönlich genug", berichtet der Lamstedter, nach dessen Worten Strickwaren, aber auch Hemden zu den gefragten Artikeln zählten, insbesondere wenn es um ein Weihnachtsgeschenk für "Ihn" gegangen sei. "Es ist aber auch viel Wäsche verschenkt worden, sowohl im Damen- als auch im Herrensegment", sagte Wienberg, nach dessen Angaben sich das Jahresendgeschäft wegen des verkaufsoffenen Sonntags (Anlass bot der Neujahrsempfang des örtlichen Gewerbevereins) bis zum 12. Januar erstreckt hat. Selbiges sei durchaus zufriedenstellend verlaufen: "Auf normalem Niveau", erklärte der Geschäftsleiter, der auf das Gesamtjahr 2024 bezogen durchaus feststellte, dass Menschen ausgabensensibler shoppen. In der Bekleidungsbranche werde das besonders deutlich, weil es dort um Artikel gehe, die in gewissem Maße verzichtbar seien: Statt sich drei neue Shirts zu gönnen, kaufe der Kunde nur noch zwei.

Geschäft zog eine Woche vor Heiligabend an

Ähnliche Rückmeldungen gab der Handelsverband Deutschland (HDE), der Anfang Dezember mangelnden "Schwung" im Weihnachtsgeschäft beklagte. "Die vierte Adventswoche verlief vielerorts besser als noch die Vorwoche", bilanzierte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth allerdings kurz darauf.

"In der letzten Woche vor Heiligabend brummt das Geschäft, davor herrscht relative Ruhe", beschreibt Susann Rennebeck (Altstadt-Buchhandlung Otterndorf)  besagte Entwicklung, die sie 2024 zum wiederholten Male erlebte. Unabhängig davon sei die Stimmung im Laden exzellent gewesen: Kundinnen und Kunden seien gerne zum Stöbern vorbeigekommen, andere nutzten offenbar den Online-Shop der Buchhandlung zum Weihnachtseinkauf - ohne auf den bei Abholung im Geschäft gewährten Einpack-Service verzichten zu müssen. Zu den Toptiteln, die auf lokalen Gabentischen landeten, gehörten der Buchhändlerin zufolge die Merkel-Biografie "Freiheit" und (im Kinderbuch-Bereich) ein neuer Band aus der Reihe "Die Schule der magischen Tiere".

Im Zentrum Cuxhavens verzeichneten Einzelhändler nicht allein auf den letzten Drücker hin positive Effekte. Lars Mickeleit, 1. Vorsitzender der Werbegemeinschaft "City Cuxhaven", erwähnte in diesem Zusammenhang die Möglichkeit des gebührenfreien Parkens an den Adventssamstagen. "Eine tolle Aktion", sagte Mickeleit, auf Fortsetzung hoffend. Die Weihnachtsbeleuchtung, die nach seinem Geschmack durchaus ein wenig früher am Tag hätte eingeschaltet werden können, habe das Übrige erbracht und für Atmosphäre gesorgt.

Im Lotsenviertel hätte man sich mehr gewünscht

"Die Weihnachtsbeleuchtung ist ein wirklich schönes Gimmick der Stadt", so Nina Szybora, Geschäftsfrau aus der Cuxhavener Schillerstraße und Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft (IG) Lotsenviertel. Nach Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen aus dem Quartier sprach sie jedoch von einem insgesamt "sehr durchwachsenen" Verlauf des Weihnachtsgeschäfts. Umsätze seien allerdings auch sortimentsabhängig gewesen, räumte Szybora ein, die selbst vor allem mit dem Wetter haderte: Beim "Weihnachtsstraßen"-Event am 6./7. Dezember hatte Petrus den Lotsenviertel-Anrainern in die Suppe gespuckt. "Wir sind trotzdem positiv gestimmt", sagte sie mit Blick auf das laufende Jahr.

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Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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