Cuxhavens große Baustelle im Hafen: Was Bürger über die Riesen-"Sandkiste" erfahren
Cuxhaven erlebt einen Wandel: Wo einst Wasser war, erhebt sich nun eine riesige Sandfläche. Der Bau der Liegeplätze 5 bis 7 im Hafen nimmt Gestalt an und verspricht neue Möglichkeiten für die Stadt und ihre Bewohner. Dazu gab es nun Infos.
Bürger staunten nicht schlecht, als sie aus erhöhter Warte einen Blick auf die Sedimentmassen werfen durften. Die neuen Liegeplätze, vor Kurzem noch eine mit Elbwasser gefüllte "Badewanne", haben sich in "die größte Sandkiste der Region" verwandelt. Schneller als gedacht sei man vorangekommen, räumte NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink gegenüber Besuchern ein, die am Donnerstagabend (28. Mai 2026) von Baucontainern herab auf das gigantische Spülfeld blickten.
Die Frage, wo der Sand eigentlich herkommt, musste Kokkelink wiederholt beantworten. Bürgerinnen und Bürger, die einer Einladung des Hafenbetreibers (der dritten dieser Art seit Ende vergangenen Jahres) gefolgt waren, erfuhren aber auch, mit welchen Mengen beim sogenannten "Lückenschluss" der Liegeplatz-Kette gearbeitet wird.
Spülfeld muss sacken und sich verdichten
Drei Millionen Kubikmeter - wenn man dieses Volumen auf Laster verlade, würden sich die Fahrzeuge von Cuxhaven aus "bis irgendwo in den Alpen aneinanderreihen", gab der Vertreter der Bauherrin zu bedenken. Nach Kokkelinks Worten wurden bislang etwa zwei Drittel des benötigten (und im Übrigen in der Außenweser gewonnenen) Sandes aufgespült. Der Vorgang, an dem mehrere Hopperbagger beteiligt sind, werde noch bis Ende Juni fortgesetzt. Anschließend heißt es "sacken lassen": Der Setzungsprozess soll durch Vertikaldrainagen und eine Auflast in Gestalt eines sechs Meter hohen Sandberges beschleunigt werden.
Dass sich das Material verdichtet, ist wichtig, um die Stabilität der für den Schwerlastumschlag gedachten neuen Terminals zu gewährleisten. "Vorher war hier nur Flussboden", gab Kokkelink zu bedenken, bevor er weitere, dem Aufspülvorgang folgende Schritte der Hafenbaumaßnahme beschrieb. Aus Sicht von Bürgern im Stadtteil Groden könnten vor allen Dingen die Gründungsarbeiten im Bereich der Landgewinnungsfläche relevant sein: Beim Bürgertermin war von 2400 Ortbetonpfählen die Rede, die in das 38 Hektar große Areal eingebracht werden müssen. Bei den Arbeiten, die bis Februar 2027 dauern können, wird erneut gerammt werden. An Sonnabenden und Sonntagen soll nach derzeitigem Stand aber Ruhe herrschen: ein Zugeständnis an Anrainer, die in Phase eins des Hafenbaus teils sehr gestresst reagiert hatten.

Ganz ohne Lärm geht es nicht weiter
"Es werden auch wieder Zeiten kommen, wo das wirklich nervt", stellte Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer in Hinblick auf die mit dem Liegeplatzbau verbundene Lärmbelastung in Aussicht. Trotzdem bitte er um Verständnis: Hinter der Entscheidung, lokale Logistik-Kapazitäten im Bereich der Offshore-Windkraft auszubauen, stehe die Überlegung, die Stadt voranzubringen. "Eine Motivation, die wir haben, ist, hier vor Ort Arbeitsplätze zu schaffen", sagte Santjer. Im Rennen um Firmenneuansiedlungen stehe der hiesige Hafen tatsächlich in einem europaweiten Wettbewerb. "Unser Ziel ist, Cuxhaven weiter auszubauen - auch als Industriehafen." Anderenfalls - so erklärte der OB mit einem Blick über Hafenanlagen und die auf einer angrenzenden Fläche lagernden Turbinenhäuser - brauche man das alles hier aus seiner Sicht gar nicht zu machen.
Teilnehmer der von der Niedersachsen Ports GmbH organisierten Dialogveranstaltung widersprachen nicht. Einige äußerten - ganz im Gegenteil - den Wunsch, dass ein Aussichtspunkt (wie ihn am Donnerstagabend das Containerdorf am Rande der Baustelle bot) auch nach Abschluss der Baumaßnahme geschaffen werde. Türme, von denen aus das Areal zu überblicken ist, könnten zu einer Attraktion für Urlauber und andere Cuxhaven-Gäste werden, hieß es unter Zuhörern, die in großer Zahl der Einladung zum Lokaltermin gefolgt waren. Dass solche Aussichtspunkte auch dazu beitragen könnten, das lokale Wir-Gefühl zu stärken, brauchte man dem Oberbürgermeister nicht lange und breit zu erklären.
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