Für Helgoland-Verkehr ab Nordholz geholt: OFD trennt sich von neu erworbenen Tecnams
Unerwartete Wendung bei der OFD: Die Fluggesellschaft verkauft ihre neuen Flugzeuge, da die technischen Anforderungen für den Helgoland-Verkehr den wirtschaftlichen Betrieb unmöglich machen.
Die Ostfriesischer-Flug-Dienst GmbH, kurz OFD, hat entschieden, ihre drei neu erworbenen Flugzeuge des Typs Tecnam P2006T für den geplanten Einsatz im Helgoland-Verkehr ab Nordholz und Heide wieder zu verkaufen. Das gibt Corina Habben, Leitung Unternehmenskommunikation bei der OFD, in einer Pressemitteilung bekannt.
"Hintergrund für die Entscheidung ist unter anderem die aus den technischen Anforderungen des Herstellers resultierende umfangreiche sogenannte Vorflugkontrolle an Zelle und Triebwerk, die von einem Fluggerätemechaniker eines zertifizierten Instandhaltungsbetriebes durchgeführt werden muss", heißt es. Die Einhaltung der Instandhaltungsvorschriften des Herstellers sei Voraussetzung für die gewerbliche Zulassung der Flugzeuge.
Flüge ohne Passagiere von Oostwold nach Nordholz
Bei einer Vorflugkontrolle handelt es sich um eine technische Überprüfung an Zelle und Triebwerk der Flugzeuge. Diese erfolgt vor dem ersten Flug des Tages und muss am Standort des Instandhaltungsbetriebes durchgeführt werden. Für die in Emden ansässige OFD ist dieser Standort in Oostwold (Niederlande). "Das bedeutet, dass täglich Flüge ohne Passagiere von Oostwold nach Heide beziehungsweise Nordholz durchzuführen wären", bedauert die OFD. "In der Konsequenz hätte das zudem bedeutet, dass rund die Hälfte der Flugstunden sogenannte Leerflüge gewesen wären." Aufgrund dieser Anforderung und des damit zusammenhängenden Einflusses auf Kosten und Umsatz, sei ein wirtschaftlicher Betrieb der neu angeschafften Flugzeuge für die OFD nicht darstellbar.

"Die Vorbereitungen für das finale gewerbliche Zulassungsverfahren haben sich als komplexer und wesentlich umfangreicher erwiesen als im Vorfeld angenommen", bedauert OFD-Geschäftsführer Timo Trapp. "Wir sehen leider keine wirtschaftlich akzeptable Möglichkeit, die geforderte Vorflugkontrolle für unser Einsatzgebiet umzusetzen." Seit über einem Jahr befanden sich die Maschinen in der Vorbereitung des Zulassungsverfahren für den gewerblichen Flugverkehr.
OFD in Abstimmungen mit Organisationen und Personen
Aktuell erfolgen nach OFD-Angaben Abstimmungen mit den betroffenen Organisationen und Personen. Parallel zum Verkauf der drei Flugzeuge prüft die OFD, ob der Erwerb eines anderen Flugzeug-Musters sinnvoll ist. Eine Rückkehr zur - in der Inselfliegerei bisher überwiegend genutzten - Britten Normen Islander, schließt die OFD "aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit und langen Lieferzeiten von Ersatzteilen" aus. Die Flugzeuge aus Italien waren erst Anfang des Jahres 2025 bei dem Unternehmen aus Emden gelandet. Drei Monate später wurde dann bekannt, dass die Maschinen nicht eingesetzt werden können.
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