Die Teichkläranlage in Lamstedt gilt als technisch überholt und wird den künftig steigenden Bedarf der Abwasserreinigung in der Samtgemeinde kaum bewältigen können. Deshalb soll in einer Machbarkeitsstudie nach Alternativen gesucht werden. Foto: Rohde
Die Teichkläranlage in Lamstedt gilt als technisch überholt und wird den künftig steigenden Bedarf der Abwasserreinigung in der Samtgemeinde kaum bewältigen können. Deshalb soll in einer Machbarkeitsstudie nach Alternativen gesucht werden. Foto: Rohde
Machbarkeitsstudie

Alte Anlage technisch überholt: Bekommt die Börde Lamstedt ein neues Klärwerk?

von Ulrich Rohde | 25.08.2025

Sie gilt als technisch veraltet und unterdimensioniert: Die Lamstedter Teichkläranlage ist in die Jahre gekommen. Trotz einer Betriebsgenehmigung bis 2024 macht sich die Samtgemeinde Gedanken über die Zukunft.

Dabei geht es um die strategische Neuausrichtung des Abwassermanagements und den klimafolgenorientierten Ausbau der Infrastruktur der Wasserversorgung und -nutzung in der Samtgemeinde Börde Lamstedt und damit um die Entwicklung der Kläranlage. In den politischen Gremien der Kommune sowie in Gesprächen mit der Unteren Wasserbehörde wurde jeweils deutlich, dass die Teichkläranlage, mit derzeit 7250 Einwohnergleichwerten dimensioniert, als nicht mehr zeitgemäß und vor allem als nicht zukunftsfähig anzusehen sei.

Grenzwertverschärfungen sind zu erwarten

Trotz der langfristigen Betriebsgenehmigung müssten die technischen Parameter für die Einhaltung von Grenzwerten der Abwasserreinigung, insbesondere bei wärmeren Temperaturen, beachtet werden. Denn Grenzwertverschärfungen durch die Änderung der Einleitergenehmigung durch die Untere Wasserbehörde seien zu erwarten.

Gemeinsam mit der Behörde sowie dem Betreiber der Kläranlage, dem Wasserverband Wingst, ist daher vereinbart worden, in einer Machbarkeitsstudie die Neuausrichtung des Abwassermanagements und die Entwicklung der Kläranlage zu betrachten. Politische Entscheidungen zur weiteren Vorgehensweise sollen auf Grundlage der Studie vorbereitet werden. Eine verlässliche Einschätzung des Zustands der Kläranlage und Handlungsempfehlungen würde einen längeren Zeitraum beanspruchen und auch von Probeentnahmen zu möglichen Einleitungsstellen abhängig sein. Diese wären über einen Zeitraum von zwölf bis 24 Monaten zu betrachten.

Machbarkeitsstudie kostet etwa 200.000 Euro

Insgesamt sei, so die Verwaltung der Samtgemeinde, für die Machbarkeitsstudie von Planungskosten in Höhe von ungefähr 200.000 Euro auszugehen. Dabei gelte es, die künftige Dimensionierung der Kläranlage Lamstedt auf mindestens 10.000 Einwohnergleichwerte zu veranlagen, da auch die Erweiterung von Gewerbegebieten in Lamstedt in Planung sei. Ein Förderantrag an das Land Niedersachsen über den Zuwendungsgeber NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz) wurde vorbereitet. Derzeit werde davon ausgegangen, dass eine Förderung in Höhe von 90 Prozent der anfallenden Planungskosten für die Umsetzung der Machbarkeitsstudie in Aussicht gestellt werden könnte. Es verbliebe ein Eigenanteil von bis zu 25.000 Euro Planungskosten bei der Samtgemeinde. Dieser steht auch im Haushaltsplan 2025 bereit.

Neubau einer Kläranlage oder Anschluss an Hemmoor?

In der Machbarkeitsstudie sollen verschiedene Varianten zum künftigen Abwassermanagement untersucht werden: Zum einen die Verlegung von Einleitungspunkten zum Auslaufbauwerk der derzeitigen Kläranlage, zum zweiten der Neubau einer Kläranlage am vorhandenen Standort, drittens der Neubau einer Kläranlage innerhalb der Samtgemeinde Börde Lamstedt bei gleichzeitiger Standortverlegung an einen geeigneten Einleitungspunkt und schließlich die Abführung von Abwässern aus der Samtgemeinde Börde Lamstedt zur Kläranlage Hemmoor zur dortigen Abwasserbeseitigung einschließlich einer entsprechenden Vereinbarung mit der Stadt Hemmoor. Am Ende ist es Sache der Politik in der Börde zu entscheiden, welche der Varianten für sie infrage kommt.

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Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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