Die Grundschule Börde Lamstedt wird ab dem Schuljahr 2026/27 Ganztagsschule. Die Samtgemeinde geht davon aus, bereits ab 2027 mit dem Bau einer neuen Schule oder wenigstens eines Anbaus beginnen zu können. Die Planungen dafür laufen. Foto: Rohde
Die Grundschule Börde Lamstedt wird ab dem Schuljahr 2026/27 Ganztagsschule. Die Samtgemeinde geht davon aus, bereits ab 2027 mit dem Bau einer neuen Schule oder wenigstens eines Anbaus beginnen zu können. Die Planungen dafür laufen. Foto: Rohde
Samtgemeinderat

Grundschulen in der Samtgemeinde Lamstedt: Entscheidung gegen Schließung

von Ulrich Rohde | 26.06.2025

Manchmal müsse man einen halben Schritt zurückgehen, um drei Schritte nach vorn zu machen, so Kerstin Tiedemann, Sprecherin der Bürgerliste im Lamstedter Samtgemeinderat. Gemeint war die Aufhebung der Schließung der Grundschule in Armstorf.

Ursprünglich sollten die zwei Klassen in der Armstorfer Grundschule geschlossen werden - ebenso wie die bereits erfolgte Schließung der Grundschule in Mittelstenahe. Beide sind Außenstellen der Grundschule Börde Lamstedt. Hintergrund ist die Einführung der Ganztagsbetreuung an Grundschulen ab dem Schuljahr 2026/27, die eine zentrale Beschulung erforderlich macht.

Die Kinder sollten dann im Lamstedter Schulstandort am Goosherweg unterkommen. Das stößt allerdings an räumliche und personelle Grenzen und wäre nur machbar, wenn entweder die Gymnastikhalle in Schulräume umgewandelt oder eine Mobilbauklasse errichtet werden würde. Auf die Gymnastikhalle will die Grundschule keinesfalls verzichten.

Für eine Mobilbauklasse wurden bereits rund 800.000 Euro in den Haushalt der Samtgemeinde eingestellt. Doch diese hätte lediglich vorübergehenden Charakter, denn das eigentliche Ziel ist ein Anbau oder Neubau der Grundschule am zentralen Standort in der Schützenstraße. Dafür wurde bereits eine Million Euro für Planungskosten bereitgestellt. Die Planungen seien bereits weit gediehen, so die Verwaltung. Mit einem Baubeginn wird spätestens Anfang 2027 gerechnet. Die Fertigstellung ist für Ende 2029 vorgesehen. Eine teure Übergangslösung mit einer Mobilklasse würde demnach kaum noch Sinn machen und wäre nicht wirtschaftlich.

Teure Mobilbauklasse wäre nicht wirtschaftlich

Daher heißt es nun "Kommando zurück!". Die Außenstelle in Armstorf bleibt vorerst erhalten. "Die Schule in Armstorf ist intakt", sagte Samtgemeindebürgermeister Frank Springer. "Es sagt uns schon der gesunde Menschenverstand, eine hohe sechsstellige Summe nicht zu investieren, wenn wir unser großes Ziel einer neuen Schule im Auge behalten wollen", so Kerstin Tiedemann.

Der Bedarf an Räumlichkeiten für die Grundschulkinder dürfte in der Börde Lamstedt anhaltend hoch bleiben. Die Geburtenrate in der Börde Lamstedt sei beständig, so Frank Springer. Sie betrage etwa 50 Geburten pro Jahr. Der alte Beschluss, den Schulstandort zu schließen, wurde somit vom Samtgemeinderat einstimmig revidiert.

Für die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern soll außerdem ein Gebäude angekauft und hergerichtet werden. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Penny-Markt an der Bremervörder Straße in Lamstedt. Hier soll künftig auch offene Jugendarbeit stattfinden.

Eine weitere Frage ist, wie die Mittagsverpflegung der Kinder im Ganztagsschulbetrieb gesichert werden soll. Laut Bedarfsabfrage bei den Eltern von Erst- und Zweitklässlern ergab sich, dass 37 Prozent der Kinder eine Ganztagsbetreuung wahrnehmen werden. Das entspricht 80 Kindern. Diese würden nicht jeden Tag eine Betreuung benötigen, so dass laut Verwaltung mit einer Betreuung von etwa 60 Kindern pro Tag zu rechnen sei, die auch eine Mittagsverpflegung in Anspruch nehmen werden. Für das Küchenpersonal soll eine Zusammenarbeit mit dem DRK angestrebt werden. Ursprünglich war angedacht, die Mensa der benachbarten Oberschule mitnutzen zu können.

och darüber gab es mit dem Landkreis, dem Schulträger, keine Einigung. Jan Bornemann von der Bürgerliste äußerte seinen Unmut: "Die Mensa ist nur zu 20 Prozent ausgelastet. Das ist völlig unverständlich." Auch für Kerstin Tiedemann ist die Weigerung kaum nachvollziehbar. Als "bedauerlich" bezeichnete Axel Quast von der CSG-Gruppe die Haltung des Landkreises. "Ich bin enttäuscht."

Mittagsverpflegung in 
der Bördehalle

Als Alternative für das Mittagessen der Grundschüler bieten sich lediglich zwei Gruppenräume in der Bördehalle gegenüber der Schule an. Um dessen Räume für die Verpflegung der Kinder herzurichten, werden etwa 10.000 Euro benötigt. Die Gemeinde Lamstedt als Eigentümerin der Bördehalle hat ihr Einverständnis signalisiert. Manfred Knust (Bürgerliste und Lamstedter Bürgermeister) sagte: "Wir müssen hier eine pragmatische Lösung finden."

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Ulrich Rohde
Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

rohde@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Bauvorhaben

Planung für Erweiterung der Grundschule Börde Lamstedt geht in die nächste Phase

von Ulrich Rohde

Lamstedt plant die Zentralisierung der Grundschule, um moderne Lernbedingungen für den Ganztagsbetrieb zu schaffen. Der Samtgemeinderat entscheidet über die nächste Planungsphase und die Vergabe an ein Fachbüro.

Fahrbahn zeitweise gesperrt

Unfall auf der L116 bei Lamstedt - Fahrer übersieht haltendes Auto

Ein heftiger Auffahrunfall auf der L116 bei Lamstedt hat am Freitagmittag zwei Verletzte gefordert. Ein VW-Crafter prallte auf den verkehrsbedingt wartenden VW-Caddy. Die Landesstraße musste vorübergehend voll gesperrt werden.

Kommunalwahl

16 Sitze im Samtgemeinderat: Wahllisten für die Börde Lamstedt komplett

von Ulrich Rohde

Die Kommunalwahl in der Börde Lamstedt verspricht Spannung: CDU und Bürgerliste vereinen ihre Kräfte. Die SPD tritt mit jungen Talenten an. Auch Grüne, Linke, "Wir für die Börde" und AfD mischen mit. Der Kampf um die 16 Ratssitze nimmt Fahrt auf.

Gemeinderat

Windenergie in Lamstedt: Neuer Windpark trotz fehlenden Vorranggebiets geplant

von Ulrich Rohde

In der Börde Lamstedt plant die SAB Projektentwicklung einen neuen Windpark. Währenddessen entscheidet der Landkreis Cuxhaven demnächst über neue Vorranggebiete für Windenergie. Der Lamstedter Gemeinderat hat den Planungen bereits zugestimmt.