Im Samtgemeinderat der Börde Lamstedt hat sich eine neue Mehrheit gefunden. Die Bürgerliste Börde Lamstedt schließt sich mit der CDU zu einer Fraktion zusammen. Foto: Schröder
Im Samtgemeinderat der Börde Lamstedt hat sich eine neue Mehrheit gefunden. Die Bürgerliste Börde Lamstedt schließt sich mit der CDU zu einer Fraktion zusammen. Foto: Schröder
Neue Mehrheit

Unerwartetes Bündnis im Samtgemeinderat Lamstedt - was steckt dahinter?

von Ulrich Rohde | 18.09.2025

Im Samtgemeinderat der Börde Lamstedt vereinen CDU und die Bürgerliste ihre Kräfte. Die Fraktionen besiegeln eine neue Zusammenarbeit, die historische Weichen stellen und für die Zukunft der Kommune entscheidend sein soll. Kritik kommt von der SPD.

Die Bürgerliste Börde Lamstedt und die Börde-CDU haben ein Bündnis für den Samtgemeinderat geschmiedet. Am Donnerstagabend trafen sich beide politischen Gruppierungen erstmals zu gemeinsamen Vorstands- und Fraktionssitzungen. "Wir wollen unsere Kräfte für die anstehenden schwierigen Aufgaben bündeln und klare Mehrheiten schaffen", so Kerstin Tiedemann, Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste, und Ann-Kathrin Lafrenz, Vorsitzende der Börde-CDU.

Mit schriftlicher Vereinbarung Zusammenarbeit besiegelt

Vor rund vier Jahren sah es noch ganz anders aus. Da kam es zum Bruch zwischen der CDU und einigen Kommunalpolitikern aus den eigenen Reihen, die dann die Bürgerliste bildeten und bei den Kommunalwahlen 2021 zum Erfolg führten. Die Bürgerliste hat acht Mandate im Samtgemeinderat. Die CDU schloss sich zunächst mit einem Vertreter der Grünen, der SPD und der Wählergemeinschaft "Wir für die Börde" zur CSWG zusammen. Inzwischen sind die beiden Abgeordneten von "Wir für die Börde" aus der Gruppe ausgeschert. Die SPD besteht nur noch aus einem Ratsmitglied. Aber die so genannte CSG ist nun Geschichte. Die neue Mehrheitsgruppe im Samtgemeinderat nennt sich nun laut ihrer schriftlichen Vereinbarung künftig BL/CDU und zählt 13 Mitglieder. Insgesamt hat der Rat 19 Stimmberechtigte.

"Wir teilen gemeinsame Wertvorstellungen"

"Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der CDU", sagt Kerstin Tiedemann, die in den vergangenen vier Jahren eine Politik des fairen Ausgleichs und der ausgestreckten Hand betrieben hat, die sich nun auszahlt. Die Hand soll auch für das letzte Jahr der Wahlperiode ausgestreckt bleiben, nun in Richtung der Minderheiten im Rat. Sowohl Team BL als auch CDU stünden mit Siegel und Unterschrift voll hinter der Zusammenarbeit, betonen Tiedemann und Lafrenz. "Die Schnittmengen sind einfach sehr groß, wir teilen gemeinsame Wertvorstellungen und wir sind bei unseren Zielen eng beieinander", so Lafrenz. "Beide Fraktionen sind über die Monate schrittweise aufeinander zugegangen", sagt Tiedemann. "Es gab und gibt keine taktischen Spielchen, uns geht es um die Sache, um verlässliche Zusammenarbeit für die Börde und ihre Zukunft."

Das sei auch der Grund gewesen, den Zusammenschluss bereits jetzt zu vollziehen und nicht erst nach der Kommunalwahl im Herbst 2026. "Wir haben dafür keine wahltaktischen Gründe gebraucht", so Lafrenz. Die Synergien gehen so weit, dass zur Kommunalwahl 2026 eine gemeinsame Kandidatenliste aufgestellt werden soll.

Neubesetzungen im Ratsvorsitz und in den Fachausschüssen

Schon am Donnerstag kommender Woche soll sich die neue Mehrheit auch im Rat widerspiegeln. Dann will der Samtgemeinderat den Ratsvorsitz sowie die Fachausschüsse neu besetzen. "Insgesamt halten wir den Zusammenschluss für einen großartigen, historischen Schritt zum Wohl der Börde", stimmen Tiedemann und Lafrenz überein. Für die überragenden Themen wie die beabsichtigten Neubauten des Schwimmbads, der Grundschule und möglicherweise auch des Klärwerks brauche es breite und stabile Mehrheiten.

SPD vermutet wahltaktisches Manöver

Dass nicht alle mit dieser neuen Konstellation einverstanden sind, war zu erwarten. So schreibt Tim Mehrtens, Vorsitzender der Börde-SPD, in einer Presseerklärung: "An dieser Stelle möchten wir klar sagen, dass wir das Vorgehen der CDU stark kritisieren und es als wahltaktisches Manöver im Hinblick auf die Kommunalwahl im nächsten Jahr ansehen." Das Vertrauen sei in Frage gestellt. Der Kurswechsel der CDU werfe Fragen auf, so Mehrtens. SPD und Grüne (zwei Mandate) wollen künftig im Börde-Rat als "Die Progressiven" firmieren.

Ann-Kathrin Lafrenz, Vorsitzende der Börde-CDU. Foto: Lafrenz
Kerstin Tiedemann, Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste. Foto: Rohde

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Ulrich Rohde

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