Jäger und Landwirte aus Lamstedt-Nindorf geehrt: Im Einsatz für die Rehkitze
Ein Drohneneinsatz rettet jährlich zahllose Rehkitze vor dem sicheren Tod durch Mähwerke. In Lamstedt-Nindorf zeigt ein preisgekröntes Team aus Jägern und Landwirten, wie moderne Technik und Teamarbeit Leben schützen können.
Landwirte sind gesetzlich verpflichtet, aktiv bei der Rettung von Wildtieren mitzuwirken. Es gibt mehrere Hegeringe, die sich über Gebühr einsetzen. In einem Gebiet wurde nun ein Team besonders geehrt.
Jedes Jahr werden Rehkitze im Frühjahr bei Mäharbeiten verletzt oder getötet, da sie von den Ricken in Wiesen und Futteranbauflächen abgelegt werden und sich bei Gefahr des anrückenden Mähwerks instinktiv ducken. Damit fallen die Rehkitze den Mäharbeiten zum Opfer, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt werden. Deshalb haben sich im Hegering 2 der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven die Landwirte und Jäger im Revier Nindorf zusammengeschlossen, um die Kitzrettung gemeinsam durchzuführen.
Für seine erfolgreichen Aktionen in den vergangenen Jahren wurde das Team - bestehend aus zehn Nichtjägern und zehn Jägern - beim Jägertag in Lamstedt mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Um das bestmögliche Suchergebnis zu erzielen, hatten sie eine speziell für die Problematik ausgerichtete Flugdrohne angeschafft, mit der Jungtiere gesichtet werden können. Mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet, überfliegt die Drohne in über 60 Meter Höhe Felder und Wiesen, spürt schnell und zuverlässig junge Wildtiere auf.
Um die Finanzierung der Drohne zu ermöglichen, schlossen sich die Nindorfer Jäger und die örtliche Jagdgenossenschaft zusammen. Mit der Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung und der Volksbank Stade/Cuxhaven wurde das Fluggerät mit dem entsprechenden Equipment angeschafft.
Für den gezielten Einsatz wurden fünf Drohnenpiloten ausgebildet. Schon vor Sonnenaufgang müssen die geübten Drohnenpiloten vor Ort sein, um ein effektives Ergebnis zu erzielen. Die gefundenen Kitze werden in Sicherheit gebracht, damit die Landwirte ihr Mähvorhaben durchführen können. Später werden die Jungtiere wieder an Ort und Stelle gebracht, damit die Muttertiere sich kümmern können. Diese aufwendige Aktion hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. "Wir sind mit dem Rettungsergebnis sehr zufrieden", erklärte Bertold Hudaff, Naturschutzbeauftragter des Hegerings 2, und lobte die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Jagdgenossenschaft. (mor)