Wo sollen Kinder schwimmen lernen, Schüler unterrichtet und Hobbysportler schwimmen können? In der Börde Lamstedt spitzt sich die Lage zu, denn auf Dauer wird das "Lambada" keine Möglichkeit mehr bieten können, wenn es nicht zu einer Millionen-Investition kommt.  Foto: Jens Büttner / dpa
Wo sollen Kinder schwimmen lernen, Schüler unterrichtet und Hobbysportler schwimmen können? In der Börde Lamstedt spitzt sich die Lage zu, denn auf Dauer wird das "Lambada" keine Möglichkeit mehr bieten können, wenn es nicht zu einer Millionen-Investition kommt. Foto: Jens Büttner / dpa
Kein Geldregen in Sicht

Schwimmbad-Projekt in der Börde Lamstedt: Jetzt wird es ganz eng

von Egbert Schröder | 20.03.2025

Die Gefahr, dass die Politik und Verwaltung bei dem Projekt baden gehen, ist groß: Auf acht bis neun Millionen Euro werden die Kosten für die Sanierung des Lamstedter Schwimmbades "Lambada" geschätzt. Geld, das die Börde Lamstedt nicht hat.

Dass eine grundlegende Sanierung des Hallenbades notwendig ist, bezweifelt niemand: Rund 60 Jahre ist die Einrichtung alt. Es gab zwischendurch zwar die eine oder andere Sanierung, aber so langsam ist ein regulärer und planbarer Badebetrieb nicht mehr möglich. 

Politik stellte sich quer

Das hätte sich mit viel gutem Willen ändern können, doch der Samtgemeinderat und die Gemeinderäte haben wahrscheinlich eine, wenn nicht die einzige Chance vertan, um eine Förderung des Landes Niedersachsen in ausreichender Millionenhöhe zu erhalten. In Gesprächen mit dem niedersächsischen Innenministerium wurde zwar angedeutet, dass das Land einige Millionen aus seinem Sportstätten-Förderfonds zur Verfügung stellen würde, an dem aber landesweit natürlich auch andere niedersächsische Kommunen mit Sanierungsplänen Interesse haben. Doch das Innenministerium hat unmissverständlich klargemacht, dass es erst eine kommunale Strukturveränderung in der Börde geben müsse, die tief in den Miesen steckt. 

Doch daraus wird nichts. Wie berichtet, war im Dezember der Plan zu den Akten gelegt worden, die Börde von einer Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde umzuwandeln. Hätten alle Gemeinderäte und der Samtgemeinderat zugestimmt, wäre es dazu gekommen und das Land hätte sich wahrscheinlich bewegt. Doch nachdem im Armstorfer Gemeinderat keine Mehrheit für diese Änderung zustandegekommen war, konnte Verwaltungschef Frank Springer die Bücher zuklappen.

Es herrscht Ratlosigkeit

Jetzt herrscht in Politik und Verwaltung Ratlosigkeit, woher denn die Millionen kommen sollen, um eine Sanierung oder sogar einen Neubau des Schwimmbades stemmen zu können. In der Börde spielt man auf Zeit, sucht nach anderen Fördertöpfen und hat auch den Landkreis um eine Fristverlängerung gebeten, um einen bereits zugesagten Zuschuss von 500.000 Euro fristgerecht zu beantragen. Der Bitte kam der Kreistag in dieser Woche nach und sorgte damit zumindest für eine moralische Unterstützung bei den Schwimmbad-Plänen.

"Natürlich ist es wichtig, dass Kinder und auch Erwachsene die Möglichkeit haben, das Schwimmen zu erlernen oder dem Schwimmsport nachzugehen. Wir wünschen der Börde viel Glück bei diesem Projekt", sagte SPD-Fraktionschef Gunnar Böltes in Richtung seiner beiden Kreistagskollegen Manfred Knust und Axel Quast, die die Börde im Kreistag vertreten. Große Zuversicht klang in dem Statement nicht gerade durch ...

"Kein Luxus- oder Spaßbad"

Axel Quast hatte zuvor skizziert, dass es sich um ein Bad handele, in dem Vereins- und Schulsport betrieben werde: "Es ist notwendig für unsere Infrastruktur", sagte der CDU-Politiker. Manfred Knust (Bürgerliste) sah das ähnlich. Die Realität sei, dass es bereits heute insbesondere angesichts der technischen Probleme viele "Schließzeiten" im "Lambada" geben würde und ein Ausweichen auf andere Bäder problematisch sei, da dort auch nur wenige Kapazitäten zur Verfügung stünden. Knust stellte die Intention der Sanierungspläne klar: "Wir reden hier nicht über ein Luxus- oder Spaßbad."

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Egbert Schröder

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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